Tim Hetherington

Datum: 10.06.2011 Uhrzeit: 10:55:28 Nicolaus C. Koretzky Hans H. Siegrist schrieb: > Jeder Todesfall in einem bewaffneten Konflikt oder auch anderswo > ist eine Tragö¶die. Absolute Zustimmung! > Leider will es der heutige > Informationsbedarf” des Publikums dass immer spektakulärere > Bilder verlangt werden so dass die Journalisten genö¶tigt sind > extreme Risiken einzugehen. Da drehst Du meiner Ansicht nach Ursache und Wirkung um. Es sind die Fotografen und Kamerateams die sich immer weiter ins Risiko begeben um noch spektakulärere Bilder liefern zu kö¶nnen als die Konkurrenz – und die Medien die den Leser/Zuschauer dann damit überschütten und so dafür sorgen dass der das für normal hält. Ich glaube kaum dass beispielsweise vor dem ersten Irak-Krieg (Desert Storm) irgendein Zuschauer erwartet oder gefordert hätte eine derartige Live-Berichterstattung geliefert zu bekommen. posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 10.06.2011 Uhrzeit: 12:32:39 Subhash Nicolaus C. Koretzky wrote: > Es sind > die Fotografen und Kamerateams, die sich immer weiter ins Risiko > begeben, um noch spektakulärere Bilder liefern zu kö¶nnen als die > Konkurrenz … Da kö¶nnen aber auch diese persö¶nlich wenig dafür; das sind einfach die Mechanismen der so genannten freien” Marktwirtschaft in der Konkurrenz systemimanent gefö¶rdert wird. Dass da nicht “nur” der Gegner zumindest wirtschaftlich gesehen erledigt wird sondern des ö¶fteren auch man selbst und manchmal sogar physisch wird hingenommen denn angeblich kennen “wir” ja nichts besseres. Subhash Baden bei Wien http://portfolio.subhash.at/” —————————————————————————————————————————————— Datum: 10.06.2011 Uhrzeit: 18:41:33 Frank Hallo Hans! 🙂 Hans H. Siegrist schrieb: > Jeder Todesfall in einem bewaffneten Konflikt oder auch anderswo > ist eine Tragö¶die. Leider will es der heutige > Informationsbedarf” des Publikums dass immer spektakulärere > Bilder verlangt werden so dass die Journalisten genö¶tigt sind > extreme Risiken einzugehen. Da hast du sicher Recht ist aber insgesamt zu kurz gesprungen. Ich sehe die journalistische Arbeit in Kriegen äusserst wichtig und wertvoll an. Insbesondere in den “morderneren” Konflikten wo Kriegsrecht/Kriegsbrauch/Kriegsvö¶lkerrecht immer mehr mißachtet werden. Zum einen werden Verbrechen dokumentiert zum anderen sogar verhindert. ö–ffentlichkeit herstellen ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Mittel um deeskalierend zu wirken bzw. da wo es notwendig ist (“Vergessene Kriege”) auch Eingreifen zu erzwingen. Hierbei sind unabhängige Journalisten besonders wichtig weil im Kriege die “Warheit” das erste Opfer ist und somit Propaganda systembedingt sofort Oberhand gewinnt. > Frage: brauchen wir wirklich diese Bilder von der vordersten > Frontlinie oder ist das ein Ersatz für alle diejenigen die statt > Bungee-Jumping oder Basejump den Kick im bequemen > Wohnzimmersessel benö¶tigen? Die bekommen wir so oder so geliefert. Durch die Propagandaabteilungen der Kriegsmächte so sie ihren Krieg nicht komplett geheim halten wollen. Der freie Journalismus geht aber über diese Bilder weit hinaus. s.o. Eine weitere wichtige Ergänzung ist der investigative Journalismus. Wobei hier die Journalisten meist nicht direkter Kriegsgefahr ausgesetzt sind aber doch nicht unerhebliche Risiken eingehen da sie sich massiv mit dem System anlegen. Wobei ich persö¶nlich da auch zwiegespalten bin. Geheimhaltung hat auch ihren Zweck und zumindest der Zeitpunkt der Verö¶ffentlichung muß genau bedacht werden. Jedenfalls sehe ich große Gefahren wenn wir nur mit gefilterten Informationen der Kriegsparteien gefüttert werden. Insofern meine Hochachtung vor dem Einsatz diesen Journalisten die inzwischen nicht nur durch”verirrte” Geschoße gefährdet werden sondern oft genug gezielt ermordet werden. LG Frank” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 6:49:40 R.Wagner Am Sat, 11 Jun 2011 06:14:52 +0200 schrieb Jürgen von Esenwein: > Entweder lügt der Mann Nein. Ich habe andere Quellen von da unten, die genau das gleiche berichten. Ich habe deutsche Freunde in Syrien, die mittlerweile jeden Glauben an die westlichen Medien verloren haben. Die sich nur noch verwundert die Augen reiben und sich fragen, wie sie jemals auf die Idee kommen konnten, ernsthaft zu glauben, was in deutschen Zeitungen steht.Ich habe Informationen aus Tunesien, die das Flüchtlingsdrama” auf Lempedusa in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen. Aber das ist ein Thema das eher im Bereich Smalltalk aufgehoben. ist. Grüße Reinhard Wagner” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 8:30:23 Frank Hallo Jürgen! 🙂 Jürgen von Esenwein schrieb: > Frank schrieb: > >> Hierbei sind unabhängige Journalisten besonders wichtig, weil im >> Kriege die Warheit” das erste Opfer ist und somit Propaganda >> systembedingt sofort Oberhand gewinnt. > So sehe ich das auch! Wer etwa in OSSIETZKY Nr. 11/2011 S. 402ff > http://ossietzky.net/ > den Bericht des italienischen Journalisten Fulvio Grimaldi der > u.a.für die BBC gearbeitet hat über Libyen liest reibt sich > verwundert die Augen. Entweder lügt der Mann – was ich nicht > glaube! – oder unsere Medien berichten absolut kritiklos und ohne > geringste Eigenrecherche. Schlimmer noch: Sie plappern einfach > nach was ihnen vorgeschwätzt wird. Nun Grimaldi ist nicht gerade unparteiisch und somit mit Vorsicht zu geniessen. Um Propaganda/Gegenpropaganda zu betreiben muß man ja nicht unbedingt lügen. Man wird in aller erster Linie selektiv berichten. http://ossietzky.net/ ist aber ein gutes Beispiel für dieses Wechselspiel der verschiedenen Lager. Dem kritischen Beobachter obliegt es aus der Vielzahl der Quellen sich selbst ein Bild zu machen. Dazu braucht er aber eben auch eine “Vielzahl”. Und dann sind wir wieder da angekommen was ich im Posting zuvor geschrieben habe. Man kann den Einsatz von Freien Journalisten nicht hochgenug einschätzen. Mich erschreckt es immer wieder wenn schlagartig die “Hofberichterstatter” der Sendeanstalten von heißen Brennpunkten verschwinden und vortan “brandaktuell” aus dem nächst sicheren Nachbarland uns in Deutschland dass wiederkauen was sie selber über Fernsehen oder Telefon erfahren. Ganz offensichtlich gibt es aber immer Journalisten sie teils unter hohem Risiko selber vor Ort recherchieren. Deren Beiträge nehmen aber erstaunlich wenig Raum in den Massenmedien ein. Und so kann man für die breite Masse der Bevö¶lkerung schon nicht mehr von Information sondern eher von “Desinformation” sprechen. LG Frank” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 8:30:23 Frank Hallo Jürgen! 🙂 Jürgen von Esenwein schrieb: > Frank schrieb: > >> Hierbei sind unabhängige Journalisten besonders wichtig, weil im >> Kriege die Warheit” das erste Opfer ist und somit Propaganda >> systembedingt sofort Oberhand gewinnt. > So sehe ich das auch! Wer etwa in OSSIETZKY Nr. 11/2011 S. 402ff > http://ossietzky.net/ > den Bericht des italienischen Journalisten Fulvio Grimaldi der > u.a.für die BBC gearbeitet hat über Libyen liest reibt sich > verwundert die Augen. Entweder lügt der Mann – was ich nicht > glaube! – oder unsere Medien berichten absolut kritiklos und ohne > geringste Eigenrecherche. Schlimmer noch: Sie plappern einfach > nach was ihnen vorgeschwätzt wird. Nun Grimaldi ist nicht gerade unparteiisch und somit mit Vorsicht zu geniessen. Um Propaganda/Gegenpropaganda zu betreiben muß man ja nicht unbedingt lügen. Man wird in aller erster Linie selektiv berichten. http://ossietzky.net/ ist aber ein gutes Beispiel für dieses Wechselspiel der verschiedenen Lager. Dem kritischen Beobachter obliegt es aus der Vielzahl der Quellen sich selbst ein Bild zu machen. Dazu braucht er aber eben auch eine “Vielzahl”. Und dann sind wir wieder da angekommen was ich im Posting zuvor geschrieben habe. Man kann den Einsatz von Freien Journalisten nicht hochgenug einschätzen. Mich erschreckt es immer wieder wenn schlagartig die “Hofberichterstatter” der Sendeanstalten von heißen Brennpunkten verschwinden und vortan “brandaktuell” aus dem nächst sicheren Nachbarland uns in Deutschland dass wiederkauen was sie selber über Fernsehen oder Telefon erfahren. Ganz offensichtlich gibt es aber immer Journalisten sie teils unter hohem Risiko selber vor Ort recherchieren. Deren Beiträge nehmen aber erstaunlich wenig Raum in den Massenmedien ein. Und so kann man für die breite Masse der Bevö¶lkerung schon nicht mehr von Information sondern eher von “Desinformation” sprechen. LG Frank” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 10:02:58 Jürgen von Esenwein R.Wagner schrieb: > Am Sat, 11 Jun 2011 06:14:52 +0200 schrieb Jürgen von Esenwein: > >> Entweder lügt der Mann > > Nein. Ich habe andere Quellen von da unten, die genau das gleiche > berichten. Ich habe deutsche Freunde in Syrien, die mittlerweile > jeden Glauben an die westlichen Medien verloren haben. Die sich nur > noch verwundert die Augen reiben und sich fragen, wie sie jemals > auf die Idee kommen konnten, ernsthaft zu glauben, was in deutschen > Zeitungen steht. Noch vor einem Jahr wurde Gadhafi hofiert. Man – nicht nur der unsägliche Berlusconi – hat ihn regelrecht offiert. Da war er in den Berichten der Oberst” oder “Revolutionsführer”. Ganz plö¶tzlich von einem Tag auf den anderen war er dann der “Machthaber”. Honni soit que mal y pense! bzw. Cui bono! Jürgen posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 13:05:13 R.Wagner Am Sat, 11 Jun 2011 09:53:59 +0200 schrieb Jürgen von Esenwein: > Wenn vor Ort die Situation eindeutig ist, ist Parteinahme > zwingend, Ich habe über dieses Thema erst vor wenigen Wochen einen Disput mit meiner Ex-Redaktion gehabt. Ich habe die gefragt, warum in der Zeitung ein Artikel von mir, in dem ich vor Ort einen Tatbestand festgestellt habe, diesen fotografiert habe und im Artikel auch geschrieben habe, dass dieser Tatbestand so und nicht anders ist, dann im verö¶ffentlichten Artikel einem Politiker in den Mund gelegt wurde Politiker A behauptete dass…” und anschliessend dem Politiker der Gegenpartei Gelegenheit gegeben wurde diese “Behauptung” zu “wiederlegen” indem er “feststellte dass”. Das sei normale “journalistische Ausgewogenheit”. Durch solche Kunstgriffe wird der der die Wahrheit sagt diskreditiert und der Lügner geadelt ohne dass der Zeitung rechtlich am Zeug zu flicken ist weil man sich ja nur auf “Quellen” bezieht auch wenn man’s eigentlich besser weiß. (Interessanterweise: wenn die Tatsachen in die politische Linie der Zeitung passen dann werden nämlich durchaus Tatsachenbehauptungen aufgestellt…) Aus diesem Grund: a) wenn eine Zeitung nur externe Quellen evtl auch noch ohne Namensangabe und ohne Mö¶glichkeit des Nachrecherchierens zitiert ist das erstmal Bullshit. b) wenn eine Zeitung A durch B wiederlegen lässt aber nicht B durch A dann ist etwas oberfaul. c) wenn die Behauptungen nur noch im Kommentar zu finden sind dann stinkt es schon richtig. Grüße Reinhard Wagner” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.06.2011 Uhrzeit: 16:16:10 Michael Gerstgrasser Am 11.06.2011, 16:09 Uhr, schrieb Jürgen von Esenwein : > Das Problem ist bloß, daß der Westen grundsätzlich mit Leuten > zusammen arbeitet, die die eigenen Leute terrorisiert haben. Und WARUM kö¶nnte das so sein ? was hätte der WESTEN davon ? OderBesserGefragt: was haben WIR davon ? Da gibts schlaue Analysen die mö¶chten WIR gar nicht kennen ! > > — > posted via http://oly-e.de > — gruss Michael —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.06.2011 Uhrzeit: 11:31:11 William W Hallo Hans,hallo Forenten ja,diese Fotos aus nächster Nähe brauchen wir!so grausam wie sie auch sind,so aufrüttelnd kö¶nnen sie auch sein-nur Schocker” kö¶nnen einen Aufschrei bewirken; Das wohl bekannteste Beispiel ist das Foto von Kim Phuc dem “Napalmmädchen” fotografiert von dem Vietnamesen Nick öšt welches zum Pressefoto des Jahres 1972 wurde: http://www.archive.worldpressphoto.org/search/layout/result/indeling/detailwpp/form/wpp/q/ishoofdafbeelding/true/trefwoord/year/1972 Dieses Foto trug damals erheblich zu Kritik an der Vorgehensweise der US Soldaten in Vietnam bei(und hatte einen entscheidenden Einfluss auf Menschen in aller Welt zur Haltung gegenüber dieses Krieges und des Krieges überhaupt) ausserdem wurde das Schicksal des Mädchens aufgrund dieses Fotos in den darauf folgenden Jahren erfreulicherweise positiv beeinflusst Ich glaube auch dass ein Fotograf wie Tim sich ganz bewusst in die Gefahr begibt um sich allein schon der persö¶nlichen Herausforderung zu stellen mit seinen Fotos etwas bewirken zu kö¶nnen einen stillen Gruss in die Runde und der Menschen gedenkend die wie Tim Hetherington tagtäglich versuchen der Menschheit ihren eigenen Wahnsinn vor Augen zu halten posted via http://oly-e.de” ——————————————————————————————————————————————

Über

Ich bin hier der Chef.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*