Photo Essay Friedhof der Namenlosen” – Teil 1″

Datum: 30.07.2008 Uhrzeit: 14:20:07 Robert Schö¶ller Friedhof der Namenlosen” ein Ort den ich schon des Namens willen photographieren muss. Weit draussen in den ö¶stlichen Ausläufern der Stadt wo sie als Industriegebiet ausfranst liegt er. Ein Friedhof für diejenigen die auf einem “normalen” Gottesacker keinen Platz haben. Unbekannte Ermordete Selbstmö¶rder – im Tod noch ausgegrenzt. Das Schild “Privatstrasse” schreckt mich ein bisschen ab und ich entschließe mich die letzten paar hundert Meter durch das Hafengebiet zu Fuß zu gehen. Schadet mir nicht und auf dem Weg kann ich schon ein paar Motive auskundschaften. Schon nach den ersten 50 Metern bereue ich die Entscheidung. Die Hitze die in der Stadt durch Ihre hohen schattenspendenden Häuser noch halbwegs erträglich ist ist hier unbarmherzig drückend. Ich schleppe mich vorbei an den ersten Lagerhallen begleitet von ratternden Sattelschleppern und tauche ein in die Welt der Lageristen. Bierbäuchige gabelstaplerfahrende Lagerarbeiter entladen Euro-Paletten aus von Hitze flimmernden Ladekontainer. Ein olfaktorischer Super-GAU aus Dieselö¶l Achselschweiß alten Autoreifen und Lagerhaus-Geruch schlägt mir entgegen und ich bin froh als ich das letzte grüne Hinweisschild entdecke. Geschützt hinter einem Hochwasserdamm umarmt von Kastanienbäumen liegt er der Friedhof der Namenlosen. http://antville.cc.univie.ac.at/static/rcbloggt/images/20080729_hdr_a_200kb.jpg Fortsetzung folgt morgen. LieGrü robert posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 30.07.2008 Uhrzeit: 14:35:05 martin barann Wow, allein Deine Geschichte macht mich ultraneugierig, Martin — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 8:56:52 Robert Schö¶ller Hallo Siegfried! >> Das Schild Privatstrasse” schreckt mich ein bisschen ab…. > Du darfst mit dem Auto bis vor zum Uferhaus fahren ist also kein > Problem solange du auf der Strasse bleibst im Betriebsgelände 🙂 So richtig abgeschreckt hat es mich ja eh nicht. Da ich auch den Hafen photographieren wollte hat es sich angeboten gleich beim Hinweg die besten Motive auszukundschaften und dann beim zurückgehen (im besseren Licht) zu photographieren. Nächstes mal tu ich mir das aber nicht an die Hafengegend ist ja nicht wirklich zu spazieren gehen geeignet. LieGrü robert” —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 8:57:20 Robert Schö¶ller martin barann schrieb: > Wow, allein Deine Geschichte macht mich ultraneugierig, Freut mich! Soeben ist Teil 2 online! — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 8:57:20 Robert Schö¶ller martin barann schrieb: > Wow, allein Deine Geschichte macht mich ultraneugierig, Freut mich! Soeben ist Teil 2 online! — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 11:33:27 Robert Schö¶ller > Freu mich schon auf weitere Fortsetzungen (oder hab ich da was > falsch verstanden?) Nein, Lothar, das hast Du nicht falsch verstanden. Teil 2 ist schon online… — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 12:29:13 Helge Suess Hallo Lothar! >>> Sei doch nicht Albern :-))))) >>> Entschuldige, das musste sein. Vielleicht verrär ja noch wer den >>> Hintergrund 🙂 >> Ich nicht 😉 > Das hat bei mir jetzt aber gedauert, bis ich das endlich behirnt > habe 🙂 Grade ich, der ich berüchtigt bin für gnadenlose > Wortwitze 😀 Dabei habe ich extra für dich ein grosses A” spendiert 🙂 Helge ;-)=) 2 posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 14:09:29 Robert Schö¶ller Hallo Okko! Ich versteh das gut. Auch ich bin – meist – enttäuscht, wenn ich einen Film sehe und das Buch zum Film vorher gelesen habe. Das zeigt meiner Meinung nach gut wie unterschiedlich wir ticken. Ich hoffe die nächsten Bilder besser zu Deinem Film passen 🙂 — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 14:09:29 Robert Schö¶ller Hallo Okko! Ich versteh das gut. Auch ich bin – meist – enttäuscht, wenn ich einen Film sehe und das Buch zum Film vorher gelesen habe. Das zeigt meiner Meinung nach gut wie unterschiedlich wir ticken. Ich hoffe die nächsten Bilder besser zu Deinem Film passen 🙂 — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 04.08.2008 Uhrzeit: 21:11:27 Helge Suess Hallo Robert! >> Noch was zur Anreise: Ein Freund von mir meinte am Wochenende, >> dass der Friedhof von der Reichsbrücke doch nur einen Sprung >> entfernt sei (und der Weg sein auch im Sommer angenehm kühl) 🙂 > > Ich glaube da macht Dir das Kraftwerk Freudenau einen gewaltigen > Strich durch die Rechnung 🙂 Haben wir uns auch überlegt. Mit etwas Glück und genug Wasser geht’s aber ganz passabel über’s Wehr. Ansonsten sorgen die Turbinen zwischendurch für etwas Zerstreuung 🙂 Helge ;-)=) 8 — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 8:50:42 Robert Schö¶ller Über einen kleine Pfad, der über den Hochwasserschutz führt, gelangt man zu einer kleinen runden Jugendstil-Kapelle. Südlich davon begrenzt eine Betonmauer mit einem Eisengatter den eigentlichen Friedhof. Durch den Schatten, den die Kastanien spenden ist es – wie scheinbar auf jedem Friedhof – erstaunlich kühl. Kaum hat man das Gatter durchschritten, wird man von der Surrealität des Ortes eingefangen. Die übliche Blase der Stille, die über einem Friedhof liegt, existiert hier nicht. Eine Bauchemie-Anlage, die sich in Steinwurfweite befindet, kotzt tosend Beton in einen LKW. Wären nicht die schützenden Kastanien, so müsste man sich mit den Verstorbenen brüllend unterhalten. Doch das ist wahrscheinlich auch nicht nö¶tig, denn tote Ohren hö¶ren nicht und es gibt wohl kaum jemanden, der hier einen Verwandten oder verstorbenen Freund besuchen will. Abgeschoben liegen sie da, nur bewacht von Kastanien im Süden und einer kleinen trutzigen Rotunde im Norden. http://antville.cc.univie.ac.at/static/rcbloggt/images/20080729_001.jpg — LieGrü robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 12:19:18 Helge Suess Hallo Robert! http://antville.cc.univie.ac.at/static/rcbloggt/images/20080729_001.jpg Der Bildaufbau gefällt mir. Die Staffelung der Grabkreuze hat was Golgatha-haftes. Da beginnt aber schon das Problem. Die Bäume hinten haben fast den gleichen Grauwert wie das Kreuz im Vordergrund. Das lö¶sst die beiden Elemente etwas verschmelzen. Kö¶nnte eventuell durch mehr Freistellen gelö¶st werden, dann ist aber die Wirkung der hinteren Kreuze dahin. Bäume aufhellen? Standort ändern? Eine schwere Entscheidung. Helge ;-)=) 3 — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 31.07.2008 Uhrzeit: 12:42:15 Robert Schö¶ller Helge Suess schrieb: > Kö¶nnte eventuell durch mehr Freistellen gelö¶st werden, dann ist > aber die Wirkung der hinteren Kreuze dahin. Bäume aufhellen? > Standort ändern? Eine schwere Entscheidung. Genau diese Gedanken hatte ich auch. In Farbe heben sich die Kreuze noch ein bisschen besser ab. Ich hab mich dann entschlossen es so zu lassen: erstens ist sind die Kreuze mit den Namenlos” der erste Eindruck den man bekommt und zweitens es drückt meiner Meinung nach schö¶n die Stimmung dort aus. Eine Kakophonie des Hafenlärms drängt durch die Zweige und spielt mit dem geordneten Chaos des Friedhofs. more to come… LieGrü robert” —————————————————————————————————————————————— Datum: 01.08.2008 Uhrzeit: 7:22:21 Robert Schö¶ller Der Ort hat mich nun endgültig gefangen, dennoch versuche ich, trotz der starken subjektiven Eindrücke, den Friedhof objektiv zu begreifen. Es fällt nicht leicht sich hier zu konzentrieren, denn hier konkurieren der auditive Rundumschlag der Industrie mit dem visuellen Dolchstoß des Gräberfelds. Ich versuche geistig zurückzutreten um das grö¶ßere Ganze zu sehen, doch die unzähligen Details fangen mich und ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich. Die anfangs identisch geglaubten Kreuze entpuppen sich, zwar nicht als Unikate, jedoch weichen sie in Details immer von dem vermeintlichen Standard ab. Auch der Grabschmuck, der chaotisch wirkt, ist bei näherer Betrachtung eine seltsame ungehorsame Ordnung. Ich nehme die Kamera vom Stativ und widme mich den Details, die krakeelend um meine Aufmerksamkeit buhlen. Und so bemerke ich sie erst, als sie beim Friedhofsgatter niederkniet und sich bekreuzigt. http://antville.cc.univie.ac.at/static/rcbloggt/images/20080729_021.jpg — LieGrü robert ——————————————————————————————————————————————

Über

Ich bin hier der Chef.

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