Spenden fuer die Flutopfer

Datum: 03.01.2005 Uhrzeit: 21:30:22 Sandra Liebe Olympus – Gemeinde, in Südostasien ist schlimmes passiert. Wir sollten überlegen, wie wir auch helfen kö¶nnen. Danke. — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 03.01.2005 Uhrzeit: 21:30:22 Sandra Liebe Olympus – Gemeinde, in Südostasien ist schlimmes passiert. Wir sollten überlegen, wie wir auch helfen kö¶nnen. Danke. — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 04.01.2005 Uhrzeit: 17:56:27 Wolfgang Teichler Sandra schrieb: > Wir sollten überlegen, wie wir auch helfen kö¶nnen. > Danke. Hallo Sandra! Für meine Familie und mich habe ich das längst getan. Als Gemeinschaftsaktion aus unserem Forum heraus fällt mir augenblicklich außer einer weiteren Geldspende nichts ein und da gibt es ja bereits genug andere Mö¶glichkeiten. Außerdem gehe ich persö¶nlich davon aus (ich habe mehrere Jahre in einem von einer Hungerkatastrophe betroffenen Land in Afrika gelebt und gearbeitet), dass ab einem gewissen Stadium Geld nicht mehr hilft. Ich bin relativ sicher, dass schon jetzt an bestimmten Stellen wieder zuviel Güter lagern und verderben, da einfach der Gute Wille in aller Welt immer schneller ist als logistische Mö¶glichkeiten in den betroffenen Gebieten. Außerdem wird die Welt staunen, wie schnell im realen Leben vor Ort Probleme beseitigt werden. Wir sind logischeweise von unserer zentraleuropäischen Lebensweise geprägt. Die Medien leisten in der Berichterstattung ein weiteres. Wenn genügend Holz vorhanden ist, werden auf dem Lande ganz schnell wieder Häuser entstehen. .. Ich glaube auch nicht, dass z.B. in Regionen wie Aceh große Probleme mit der sanitären, und energetischen Infrastruktur bestehen, die gab es nämlich nicht. Den Schmerz und die Trauer um verlorene Familienmitglieder kann man mit Geld sowieso nicht heilen. Die grossen Reiseunternehmen werden ganz schnell für den Wiederaufbau der touristischen Infrastruktur sorgen. So schlimm das alles ist, weil diesmal aufgrund der dichten Besiedlung der Küste viele Menschen betroffen sind, so sicher ist auch, dass ja die restliche Infrastruktur der Länder außerhalb des Küstenstreifens zum Glück nicht betroffen ist. Und es ist ja auch nicht ganz umsonst, dass zum Beispiel Indien jede externe Hilfe abgelehnt hat. Hier mal ein Link zu einer Galerie, die den fast abartigen Kontrast des Lebens nach der Katastophe in den Touristenregionen Thailands wiederspiegelt. Auch das ist die Wahrheit. http://www.pbase.com/cyberholz/floods Also, nochmal kurz meine Meinung: Lasst uns hier unserem Hobby nachgehen und lasst uns privat je nach Einstellung und Mö¶glichkeiten helfen. Falls jemand außer´ner Geldspende eine fotografiebezogene” Idee hat mache ich gerne mit. Liebe Grüße Wolfgang Teichler posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 08.01.2005 Uhrzeit: 22:31:45 Heidrun Damerius Wolfgang Teichler schrieb: > Sandra schrieb: >> Wir sollten überlegen, wie wir auch helfen kö¶nnen. >> Danke. > Hallo Sandra! > Für meine Familie und mich habe ich das längst getan. Als > Gemeinschaftsaktion aus unserem Forum heraus fällt mir > augenblicklich außer einer weiteren Geldspende nichts ein und da > gibt es ja bereits genug andere Mö¶glichkeiten. > Außerdem gehe ich persö¶nlich davon aus (ich habe mehrere Jahre in > einem von einer Hungerkatastrophe betroffenen Land in Afrika > gelebt und gearbeitet), dass ab einem gewissen Stadium Geld > nicht mehr hilft. Ich bin relativ sicher, dass schon jetzt an > bestimmten Stellen wieder zuviel Güter lagern und verderben, da > einfach der Gute Wille in aller Welt immer schneller ist als > logistische Mö¶glichkeiten in den betroffenen Gebieten. Außerdem > wird die Welt staunen, wie schnell im realen Leben vor Ort > Probleme beseitigt werden. Wir sind logischeweise von unserer > zentraleuropäischen Lebensweise geprägt. Die Medien leisten in > der Berichterstattung ein weiteres. Wenn genügend Holz vorhanden > ist, werden auf dem Lande ganz schnell wieder Häuser entstehen. > .. Ich glaube auch nicht, dass z.B. in Regionen wie Aceh große > Probleme mit der sanitären, und energetischen Infrastruktur > bestehen, die gab es nämlich nicht. > Den Schmerz und die Trauer um verlorene Familienmitglieder kann > man mit Geld sowieso nicht heilen. > Die grossen Reiseunternehmen werden ganz schnell für den > Wiederaufbau der touristischen Infrastruktur sorgen. So schlimm > das alles ist, weil diesmal aufgrund der dichten Besiedlung der > Küste viele Menschen betroffen sind, so sicher ist auch, dass ja > die restliche Infrastruktur der Länder außerhalb des > Küstenstreifens zum Glück nicht betroffen ist. Und es ist ja > auch nicht ganz umsonst, dass zum Beispiel Indien jede externe > Hilfe abgelehnt hat. > Hier mal ein Link zu einer Galerie, die den fast abartigen > Kontrast des Lebens nach der Katastophe in den Touristenregionen > Thailands wiederspiegelt. Auch das ist die Wahrheit. > http://www.pbase.com/cyberholz/floods > Also, nochmal kurz meine Meinung: Lasst uns hier unserem Hobby > nachgehen und lasst uns privat je nach Einstellung und > Mö¶glichkeiten helfen. Falls jemand außer´ner Geldspende eine > fotografiebezogene” Idee hat mache ich gerne mit. > Liebe Grüße > Wolfgang Teichler Hallo Wolfgang bzw. weitere Leser danke für den sachbezogenen Beitrag. Die Flutkatastrophe zeigt erneut eindrucksvoll alle menschlichen Facetten: von der Ohnmacht die uns die Natur bescheren kann uneigennütziger Hilfsbereitschaft Gruppendynamik Sensationsgier Ausnutzung und Demonstration politischer Machtinteressen sowie Medienwirksamkeit bis hin zur Kriminalität. Einzelschicksale die zu ermessen wir kaum imstande sind die mit dieser Katastrophe nicht neu sind. Du hast recht wenn es logistisch zu Phasen der ‘Überversorgung’ kommt ein direktes Zeichen dafür ist u.a. dass ‘Ärzte ohne Grenzen’ keine weitere Spenden unter dem Stichwort ‘Seebeben’ mehr annehmen. Ich halte es deshalb für sinnvoller solchen Organisationen ‘freie’ Spenden regelmässig und nicht nur in der Welle des ‘Entsetzens’ danach zukommen zu lassen. Das kann unter ‘fotografiebezogenen’ Ideen wie Kalender Grußkarten o.ä. stetig erfolgen. Heidrun Damerius posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 10:50:50 Steve Takoukam On Mon, 10 Jan 2005 09:45:44 +0100, Helmut Wolfgang Schneider wrote: Hi, > Ob Steuer zahlen zur Gewissensberuhigung reicht muß jeder selber > wissen. Wer spenden mö¶chte, hat dazu ja viele Mö¶glichkeiten, > die sicherlich von der Logistik besser sind, als hier im Forum. In der Praxis gibt es kein Unterschied, Spenden dienen fast immer der Gewissenberuhigung oder eigennützige Ziele, darin steckt immer eine gewisse Doppelmoral. Man zahlt auch Steuern, damit der Staat sie um Sinne und zum Wohle der Bürger nutzt, auch wenn die Realität oft weh tut. Nur wenn diese Spenden nicht auf der Steuererklärung auftauchen, sind es für mich Spenden. Spenden sind für mich ein Geschenk. Machen wir uns nichts vor, jeder glaubt ruhig schlafen zu kö¶nnen wenn das Geld abgebucht wurde, ohne wissen zu wollen, ob das Geld auch dahin gekommen ist, wo es hin sollte. Wiel viele machen sich die Mühe zu ermitteln, was mit ihrem Geld getrieben wird? Mir ist die Lust am Spenden vergangen seitdem ich mitbekommen habe was damit getrieben wird, wenn ich nicht nachvollziehen kann spende ich auch nicht. Die Summen sind schon für hiesige Verhältnisse immens, geschweige denn vor Ort in Afrika oder Südamerika oder Asien wo die Lebenshaltungskosten um ein vielfaches niedriger sind, dass er nur immer für ein Paar Säcke Mehl reicht (die sowieso vernichtet worden wären,wegen überproduktion) oder ein Wasserloch, glaube ich seither nicht mehr. Wenn ich allein die Summen sehe, die offiziell nach Afrika fliessen, dürfte jeder dort in einer Villa wohnen, kein Scherz, komischerweise wird das Elend dort immer grö¶sser. Es interessiert mich schon zu wissen, ob ich in der Tat wirklich geholfen habe oder nur mein Gewissen beruhigt habe mit einer Überweisung. Wenn man hilft sollte man auch wissen, ob die Menschen wirklich was davon haben, alles andere bleibt nur Gewissensberuhigung, das isst die triste Realität. Kurz gesagt ob ich selber überweise oder die Regierung in meinem Namen, im Endergebnis bleibt es das gleiche, so langedie Hilfe nicht an irgendwelche Verträge zum Wiederaufbau geknüpft ist, bei dem Einige wenigen sich bereichern dürfen, wie das oft der Fall ist. Irak &Co lassen grüssen. Musste leider auch meinen Senf dazu geben, nebenbei treibt mich die Heuchelei der letzten Tage zum Wahnsinn, dieses Gutmensch Theater ist wirklich, Pardon, zum Kotzen. Elend gab immer dort in hohen Masse und wird es auch weiterhin, nur hat es kaum einer interessiert und in ein Paar Wochen interessiert es keinen mehr so bald die Presse ein anderes Thema gefunden hat mit mehr Publicity. Aber die Menschen vor Ort werden wie so oft wieder allein und in Stich gelassen werden. Beispiele gibt es genügend. So ist sie unsere kalte Welt, sehr berechnend, machen wir uns nichts vor. Gruss Steve —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 18:36:17 Steve Takoukam On Tue, 11 Jan 2005 14:11:40 +0100, Harald-Lodan wrote: Hi, > Ich wünschte, Du würdest Dir die Mühe machen, die > Tragik dieser (die ganze Welt betreffenden) Katastrophe > etwas differenzierter zu betrachten. Die Tragik der Katastrophe ist mir klar, nur damit hat aber das Elend der Menschen in diesen Ländern nicht begonnen, aller Welt tut aber jetzt so als ob. Tragik und Tragö¶die gab es für mich und einige wenige dort schon längst vor der Katastrophe, anscheinend nicht für Hobby-Gutmenschen in bezug auf deine die ganze Welt betreffend”. Elend gibt es überall in der Welt in noch grö¶sseren Ausmassen aber nur eine Handvoll Menschen fühlt sich wirklich betroffen da es nicht so gross in den Medien kommt der Rest macht auf Gutmensch je nach Presserummel. Für die meistens war es vor der Katastrophe nur ein Urlaubsort ohne bezug auf die dazugehö¶rige Schicksale so wie ich die Gutmenschen kenne wird sich daran in Zukunft kaum was verändern mach dir nichts vor. > Auf derart pauschale > Urteile/Verurteilungen mö¶chte ich nichts erwidern. Das mit der Pausschalierung hast du verbockt nicht ich du hast behauptet der Tourismus ist ein Segen für die Leute dort. Ich bin eben in die Details gegangen um dir klar zumachen das dies genau gesehen nicht den Tatsachen entspricht da die Leute im Not am wenigstens von dem Segen was haben. Gruss Steve” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 19:07:48 Robert Schroeder Hi Steve, in vielem stimme ich dir zu, auch ganz grundsätzlich, aber in deinem Rundumschlag machst du es dir zu einfach. Du machst dir anscheinend gar nicht erst die Mühe einer Überprüfung, welche Organisationen überhaupt existieren, die Spenden annehmen und Hilfe leisten, oder gar einer Überprüfung, wie die unterschiedlichen Organisationen ihre Spenden verwenden, sondern lehnst pauschal einfach mal alle ab. Damit tust du nicht nur einigen Organisationen unrecht, denen man meines Erachtens durchaus die zielführende Verwendung von Spendengeldern attestieren kann, und es gibt da durchaus Mö¶glichkeiten des Einblicks, sondern läufst auch Gefahr, dass man dir den Anspruch, den du zu vermitteln versuchst, dass es dir dabei letztlich ja doch irgendwie um die Katastrophenopfer ginge, nicht mehr so recht abnehmen mag. Steve Takoukam schrieb: […] >> zum anderen handelt es sich um ein Urlaubsgebiet, auf das der >> Rest der Welt auch künftig nicht verzichten will (wie übrigens >> die ganz Hartgesottenen beweisen, die bereits jetzt dort wieder >> ihre Ferien verbringen) […] >> Und dies ist, so zynisch es auch klingt >> oder sein mag, ein Segen für die dortige Bevö¶lkerung. > Dann hast du mich nicht verstanden, den Touristen ist es egal wie > es den Einheimischen geht […] > Das grosse Geld machen die Betreiber, die Bevolkerung sieht kaum > was davon […] Die Bevö¶lkerung lebt davon, der Tourismus ist dort, wo er stattfindet, für unzählige Einheimische die einzige oder Haupt-Einnahmequelle, auch wenn der Anteil dessen, was von den Reisekosten des Touris dort verbleibt, lächerlich gering ist. Würde der Tourismus dort zusammenbrechen, wären beträchtliche Bevö¶lkerungsteile dort auf fremde Hilfe angewiesen nur um nicht zu verhungern. Die Fortsetzung des Tourismus *ist*, so zynisch das aus einer kritischen Perspektive aussehen mag, das beste, was den betroffenen Gebieten passieren kann. Das ist nun mal die Realität des globalisierten Kapitalismus. Ich halte es für korrekt, diesen sehr grundsätzlich und kategorisch abzulehnen, aber solange er das weltweite gesellschaftliche Betriebssystem darstellt, muss man seine Bedingungen auch darin akzeptieren und berücksichtigen, wenn es darum geht, konkrete Not zu lindern. Der globalisierte Kapitalismus beutet die Menschen dort aus, wie er sie an vielen Orten ausbeutet, das große Problem ist, dass die Leute noch schlechter dran wären, würden sie nicht ausgebeutet. In einer ganz ähnliche Zwickmühle befinden sich zum Beispiel auch die durch Kinderarbeit ausgebeuteten Kinder in diversen Drittweltländern. Dadurch, dass die Kinder arbeiten müssen, geht es ihnen und ihren Familien oftmals weniger schlecht als es ihnen ohne Arbeit ginge. Es ist sehr zweifelhaft, ob es den Betroffenen gefallen würde, wenn aus vordergründigem ethischen Antrieb keiner mehr die dort gefertigten Waren kaufte, und sie dann ohne Arbeit nur in grö¶ßere Nö¶te gerieten. Es dürfte zielführender sein, sich für Bewegungen, z.B. für internationale Gewerkschaftsorganisationen einzusetzen, die weltweit für Arbeiterrechte und humane Mindeststandards in der Produktion kämpfen. Und in dem Zusammenhang sind dann auch faire Lö¶hne” Thema. Wenn die Leute jedoch davon bedroht sind zu verhungern dann helfen nur Spenden und wenn sie dann immer noch von Not bedroht sind wenn der Tourismus zusammenbrechen sollte dann hilft tatsächlich erst mal ganz konkret Tourismus. Grüße Robert” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 19:17:54 Hermann Brunner > Gastronomie und Hotellerie waren immer Basis zur Ausbeutung. Hallo Steve, auch wenn ich Dir in vielen Punkten zustimme und auch die Problematik um Hilfeleistungen in solchen gewaltigen Dimensionen nicht verkenne… …. mit einigen Aspekten Deines Weltbildes” kann ich einfach nichts anfangen ! (Siehe Zitat aus Deinem Text) LG Hermann” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 19:21:54 Rolf-Christian Müller Hermann Brunner schrieb: >> Gastronomie und Hotellerie waren immer Basis zur Ausbeutung. Hermann, das ist doch sogar bei uns in Europa so! Rolf > Hallo Steve, > auch wenn ich Dir in vielen Punkten zustimme und > auch die Problematik um Hilfeleistungen in solchen > gewaltigen Dimensionen nicht verkenne… > …. mit einigen Aspekten Deines Weltbildes” kann ich > einfach nichts anfangen ! (Siehe Zitat aus Deinem Text) > LG > Hermann posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 23:50:44 Robert Schroeder Harald-Lodan schrieb: […] > Die Welle der Hilfsbereitschaft, die wir jetzt erleben ist für > mich ein erstes Hoffnungszeichen Grenzen zu überwinden. Das Wort > Globalisierung hat eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Und erstmals > eine positive. Danke! Beinahe uneingeschränkte Zustimmung. Nur eine kleine Einschränkung, und insofern hat Steve zumindest nicht vö¶llig Unrecht – die Südostasienkatastrophe hat einzigartiges Ausmaß, ja, und deswegen sind die dahingehenden internationalen Anstrengungen mehr als berechtigt; richtig ist aber auch, dass es menschliches Leid ungeahnten Ausmaßes in vielen anderen Teilen der Welt gibt und gab, und dass sich dafür auch weiterhin keiner interessiert. Es wäre wünschenswert, wenn sich tatsächlich ein Bewusstsein auch dafür entwickeln würde, unabhängig von der medialen Präsenz der jeweiligen Notlagen. Die Ärzte ohne Grenzen” beispielsweise denen man sicherlich keine unlauteren Motive unterstellen kann haben unter anderem mit diesem Blick Spendenstopp proklamiert. Grüße Robert” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 24:56:37 Steve Takoukam On Tue, 11 Jan 2005 18:17:54 +0100, Hermann Brunner wrote: Hi, >> Gastronomie und Hotellerie waren immer Basis zur Ausbeutung. > … mit einigen Aspekten Deines Weltbildes” kann ich > einfach nichts anfangen ! (Siehe Zitat aus Deinem Text) Ich meine übertrieben damit dass in der Branche am schlechtesten bezahlt wird im Vergleich mit der geleisteten Arbeit und in Bezug auf die Arbeitsbedingungen. Gruss Steve” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 8:15:17 Steve Takoukam On Wed, 12 Jan 2005 05:55:44 +0100, Harald-Lodan wrote: hi, > Jetzt reichts mir: Du bist offenbar nicht in der Lage, eine > Diskussion auf normalem Niveau zu führen. Und ich habe absolut > keinen Bock darauf, mir Deine Sicht der Welt noch länger > anzuhö¶ren/anzulesen. Über meine Formulierung kann man sich streiten, aber du weisst ganz genau, dass ich damit nur klarmachen wollte, dass die Welle der Sympathie schnell erlö¶schen wird, und das knallharte Geschäft dann weitergeht ohne Rücksicht auf die Schicksäle. Hoffen kann man was anderes, aber realistisch bleiben, ist ja nicht das erste mal. Auch vor dem Irakkrieg oder Afghanistan gab es auch solche Wellen der Sympathie für die Menschen dort aber inzwsichen interessiert es keinem, aber viel hat sich in der Praxis für die Menschen nicht geändert. > Nur mal so als kleine Anregung zum Nachdenken: Wie glaubst Du, > kö¶nnte sich auf dieser Welt je etwas ändern, wenn ein vernünftiges > Gespräch zwischen zwei Menschen in der Anonymität der Internets/ > Usenets nicht mö¶glich ist? Ich denke hier geht um freie Meinungsäusserung, nicht um alle eine gleiche Meinung. Ich hätte auch gern wie du eine andere Welt, wo die Menschen permanent füreinander da sind und vor allem nicht nur bei solchen Tragö¶dien, und das ist genau das was du nicht akzeptieren willst, du bist nur fixiert auf das Unglück in Asien. Du bist nicht mal auf meine Verweise auf das andere und permanente Elend auf dieser welt eingegangen, wie es die anderen gemacht haben. Für mich reiht es sich an in einer langen Liste. Du willst nur das gute im Menschen sehen, ich nicht. Ich habe gute Gründe für meine Meinung basiert auf persö¶nliche Erfahrungen nicht mehr, nicht weniger und du hat welche für deine. Meine Meinung muss dir nicht gefallen und umgekehrt auch nicht. Einiges kö¶nnte sich ändern, wenn viele den Mut hätten gewisse Misszustände anzuprangern. Eine Diskussion kann nur geführt werden, wenn die Meinung anderen respektiert wird, auch und vor allem wenn sie in der eigenen Weltoptik nicht passen. Auf dieser Welt verändert sich kaum was, weil eben die meistens gleichgeschaltet werden über Massmedien und sich selber noch kaum Mühe geben tiefer in die Materie einzugehen. Genau gesehen widersprechen sich unsere Ansichten nicht, wie in den Fall wo du behauptest Tourismus ist gut für die Menschen und ich sagte nur so lange er nicht auf dem Rücken dieser Menschen gemacht. Wir wollen beide nur gutes für die Menschen auf diese Welt, nur dürfen sich unsere Augen dabei nicht verschliessen vor gewisse unangenehmen Realitäten in Bezug auf die dunkle Seite der Menschlichkeit. Gruss Steve —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 12:46:59 Frank Hintermaier Man kann allerdings zum Zyniker werden, wenn man sieht, wer alles an so einer Katastrophe verdient, oder sein politisches Süppchen kocht. Oder wenn man sieht, dass viel grö¶ßerer Kathastrophen, die man dazu noch hätte verhindern kö¶nnen, keine derartige weltweite Reaktion hervorgerufen haben. Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Nur, nicht jeder mö¶chte dies auch sehen. Gruß Frank —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 13:30:52 Frank Hintermaier Harald-Lodan” schrieb: >> Wo viel Licht ist ist auch Schatten. Nur nicht jeder mö¶chte dies >> auch sehen. > Ich hoffe doch dieser letzte Satz bezieht sich nicht auf mich. > Denn dem ist nicht so. 🙂 Ich kann nicht in deinen Kopf sehen! 🙂 Ich bezog mich auf die Menschen sie das Spielchen nicht durchschauen und somit erst mö¶glich machen daß z.B. Politiker oder Firmen oder Fernsehsender etc. pp. ihren Vorteil aus der Sache ziehen. Gruß Frank” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 15:25:05 Andy wenn das so weiter geht, hole ich morgen Das Kapital” aus der Kammer. Leute wir sind hier in Gesetzmäßigkeiten versunken die man nur ändern kann wenn man das System ändert – dummerweise haben sich bisher alle Alternativen als Flop erwiesen. Also laßt uns lieber wieder Bilder machen statt politische Dateien. (leichte Abwandlung eines hier bekannten Spruches – der Autor mö¶ge mir verzeihen) Andy” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 17:16:53 Frank Hintermaier Robert Schroeder” schrieb: > Das Problem ist bestenfalls in sekundärer Hinsicht dass es solche > Politiker Firmen etc. gibt bzw. Leute die das nicht > “durchschauen”. Das Problem ist dass das globale gesellschaftliche > und wirtschaftliche Betriebssystem darauf aufbaut und dass alle > sich in globaler Konkurrenz in dieser Art zu funktionieren geradezu > perfektionieren müssen. Und das Problem ist dass das Betriebsystem > die Leute auch im Kleinen dazu bringt so zu denken und so zu > funktionieren weil sie auch im Kleinen sonst im täglichen Kampf um > ein bisschen Wohlstand individuelle Nachteile erleiden. Wohl wahr! Man tut sich nicht leicht diesem Teufelskreislauf zu entkommen. Diese Zwänge zu durchbrechen ist nicht einfach. Zumal man mal gedacht hat in den 60/70er man hätte es geschafft. Dabei ist die Dynamik der Geschichte/Politik eigentlich daß sie/es sich zu 95% wiederholt und nur 5% Fortschritt ist. Wobei der Fortschritt auch nicht unbedingt positiv sein muß. Wenn ich an die vielen 68er Denke die meine Generation als Lehrer zu “besseren” Menschen machen wollten. Für uns waren das allesamt politisch verbohrte Spinner. Auf ihre Art konservativ und in ihrer politischen Welt gefangen. Sie verstanden nun ihrerseits nicht wie wir als Schüker so gegen sie opponierten wo sie doch vermeindlich die Lehrer darstellen die sie sich als Schüler immer gewünscht haben. Parallel haben ja die 68er inzwischen in der Politik die hö¶chsten Posten erklommen. Und wieder zeigt sich auch sie “funktionieren”. Inzwischen sogar wesentlich besser als die die sie in ihrer Jugend so verteufelt und bekämpft haben. Wer hätte gedacht das Deutschland unter einer rot-grünen Regierung wieder am Hindukusch verteidigt wird!? Das Politiker in den Bigbrother-Container gehen!? etc. pp. Als 1998 wiedermal ein Wende kam da haben wir alle aufgeatmet und gedacht endlich kommt wieder Bewegung in die Sache die Stagnation hat ein Ende. Bewegung kam rein aber nach unten. Und dies nicht nur bei der Regierung sondern auch bei allen anderen Parteien ja generell im ö¶ffentlichen Leben. Und nicht nur hier bei uns. Was in USA abgegangen ist….. spätestens seit der Wiederwahl kann man ja nicht mehr von einem Ausrutscher einem Unfall reden. Das Schlimme ist ja in USA und auch hier gab und gibt es ja genügen Mö¶glichkeiten sich einer Alternative bewußt zu sein. In einer Demokratie die von unten funktioniert müßte es ja auch einen Prozeß der Reinigung der positiven Entwicklung geben. Aber im Gegenteil. Ich habe das Gefühl die Masse verblö¶det immer mehr. Die Jugend kommt schon total verblö¶det von der Schule (Davon kö¶nnen die Betriebe ein Lied singen wenn sie Bewerber testen!). Und wenn man mal nach fragt was die Werte und Ziele im Leben sind dann haut es einem total um. Wenn man dann selber mal die eigene Lage reflektiert dann wird man selber kleinlaut. Spätestens wenn man Kinder und Haus hat und deren Erhaltung einen voll in Anspruch nimmt dann wird der Horiont immer beengter ja fokusiert eh nur noch auf ein Ziel: “… so zu funktionieren” damit da “bisschen Wohlstand” erhalten bleibt. Man ist schon zufrieden wenns nicht viel schlechter wird! Das System zu ändern…davon hat man sich schon lange verabschiedet. Man geht vielmehr in eine innere Emigration. Beschäftigt sich mit seinem Hobby und selbst wird man eingeholt vom schlechten Gewissen. Man hätte sich und der Familie ja auch mal einen Urlaub gö¶nnen kö¶nnen von dem Geld was die neue Kamera-Ausrüstung gekostet hat. Aber vielleicht hats ja auch was Gutes: Man stelle sich vor der Urlaub wäre Weihnachten in Thailand gewesen. Selbst wenn man unversehrt geblieben wäre hätte man selber der Versuchung wiederstanden das Video von der Welle und den Ertrinkenden meistbietend an die Presse zu vertickern? Hätte man “funktioniert” im globalen System oder wäre man moralischer Sieger/monitärer Verlierer geblieben? Gestern abend bei Lidl. Schon an der Eingangstüre prangte ein Schild: “Wir haben 1 Mio für die Flutopfer gespendet!”. Ich habe auf dem Absatz kehrt gemacht. Widerlich wie man sich auf Kosten der Opfer profilieren will! Aber dies war ja noch nie soweit verbreitet wie bei dieser Katastrophe. Bin mal gespannt was wir von Lidl hö¶ren wenn in Afrika mal wieder irgendwo 100.000de im Bürgerkrieg umkommen. In West-Sudan zeichnet sich gerade sowas ab (bisher 70.000 Tote). Da flattert keine Spendenaufruf im Minutentakt durch den Fernseher. Was mich ärgert ist nicht daß gespendet wird im Gegenteil jeder soll spenden was er kann. Mich ärgert wie viele mit ihrer Spende hausieren gehen. Diese amerikanische Art des Spendens ist nicht die meine was und wie ich spende geht niemanden was an. Das ist meien Privatsache. Das muß nicht in der Presse und Fernsehen erscheinen. Schlimm ist wenn es das nicht würde würden viele nicht spenden. Und da man sich für Moral nichts kaufen kann muß man dies leider auch noch billigend in kaufnehmen. Man ist quasi ohne Wahl. Und das macht zynisch. Gruß Frank btw: Sorry für den langen Text und das off-topic” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 18:22:53 Steve Takoukam On Wed, 12 Jan 2005 12:20:37 +0100, Harald-Lodan wrote: Hi, > Steve Takoukam” schrieb >> Wir wollen beide nur gutes für die Menschen auf diese Welt nur >> dürfen sich unsere Augen dabei nicht verschliessen vor gewisse >> unangenehmen Realitäten in Bezug auf die dunkle Seite der >> Menschlichkeit. > Siehste Steve und schon sind wir beieinander Waren wir eigentlich immer. Man kann das gleiche wollen und trotzdem unterschiedliche Ansichten über die Details haben die sich in der Praxis sehr nah sind. > denn das kann > ich unterschreiben. Und verlasse Dich drauf ich verschließe > meine Augen nicht. Ich werde täglich damit konfrontiert. Den > Glauben alles zum Guten wenden zu kö¶nnen habe ich längst > verloren. Ich sprach lediglich von einer Chance die sich dadurch > auftat. Ich hatte dich schon richtig verstanden. > daß es sich eben um kein von Menschen gemachtes > Ereignis handelt und das zudem Menschen aus aller Welt > betroffen hat. Der Mensch ist dabei nicht ganz unschuldig Stichwort Umweltverschmutzung usw. aber das ist eine andere Baustelle. > Wäre das nicht der Fall sähe ich auch schwarz. > Laß uns das Thema bitte jetzt abschließen bevor Stefan uns > wegen OT hier rausschmeißt 😉 Tut er nicht das ist doch allegmeines Forum. Gruss Steve” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 22:48:43 Robert Schroeder Hi Andy, Andy schrieb: > wenn das so weiter geht, hole ich morgen Das Kapital” aus der > Kammer. Leute wir sind hier in Gesetzmäßigkeiten versunken die man > nur ändern kann wenn man das System ändert – dummerweise haben > sich bisher alle Alternativen als Flop erwiesen. […] mir geht’s hier ja jetzt nicht darum Alternativen für den Kapitalismus zu propagieren – das wäre ein anderes Thema ein anderer Thread und da würde ich dir dann auch erklären warum “bisher alle Alternativen als Flop” kein Argument ist sondern eine Ausrede… Hier geht’s mir nur um die Anmerkung dass es keinen Sinn macht die Schuld an der Inhumanität kapitalistischer Verhältnisse einzelnen Entitäten (Politikern Firmen Fernsehsender und die Leute die deren Profitieren am Unglück nicht bemerken wollen) zu geben die nichts anderes tun als einfach nur besonders stringent nach den Regeln des Kapitalismus zu agieren und zu leben. Gruß Robert” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.01.2005 Uhrzeit: 22:52:09 Robert Schroeder Frank Hintermaier schrieb: > btw: Sorry für den langen Text und das off-topic Nein, im Gegenteil, danke dafür. Meine Ressourcen sind zur Zeit etwas begrenzt, deswegen kriege ich jetzt keine angemessene Erwiderung auf die Reihe. Aber ich sehe schon, wir sind da zumindest in einigen wichtigen Punkten einig. Grüße, Robert —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.01.2005 Uhrzeit: 3:05:32 Hermann Brunner Steffen Schö¶wel wrote: > Ich zahle Steuern und der Schrö¶der hat 500 Millionen locker gemacht > ich meine das Reicht ! Hallo Steffen, es obliegt selbstverständlich jedem ganz persö¶nlich, für sich festzulegen, was ausreichend” ist. Das muß jedermanns Recht sein und das will ich mit diesem Beitrag nicht in Frage stellen. Dennoch erlaube ich mir folgende Anmerkungen: 500 Mio EUR klingen nach verdammt viel Geld – und das ist es auch in der Tat – damit kann man – sinnvoller Einsatz vorausgesetzt – *sehr* viel bewirken. Bezogen auf die Gesamtzahl der Bundesbürger ist es eine “Zwangsspende” die die Regierung für uns tätigt von genau 6 10 EUR pro Person. Wenn man sich nun *diese* Zahl vor Augen hält ist es plö¶tzlich keine “astronomische Dimension” mehr sondern eher der Gegenwert einer Pizza oder einer Kinokarte somit ein “ganz alltäglicher Betrag”. Ich will mit dieser Aussage keinesfalls irgendwelche Spendenaufrufe verbunden wissen das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden – es ging mir nur darum mal so eine “utopische” Zahl in ein anderes Licht zu rücken. LG Hermann” ——————————————————————————————————————————————

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