8080 und Co.

Datum: 15.04.2004 Uhrzeit: 11:18:16 Guenter H. Eigentlich kann man das Rauschverhalten der einzelnen Kameras recht gut an ein paar dürren Zahlen festmachen (wobei naturgemäss bereücksichtigt werden muss, dass sich mit jedem Monat Fortschritte bezüglich der Beeinflussung des Signal-/Rauschverhaltens ergeben, neuere Kameras demzufolge überproportional besser abschneiden als ältere Entwicklungen). Trotzdem ist eine generelle Abhängigkeit des Rauschens von der Grö¶sse des Einzelpixels auf dem Chip ohne Wenn und Aber physikalisch bedingt und nur bis zu gewissen Grenzen beeinflussbar. Hier die „dürren“ Zahlen einiger Kameras im Vergleich: Olympus E 1 Chipfläche 229 Quadratmillimeter, darauf untergebracht 5,6 Millionen effektive Pixel. Wenn wir diesen Wert (Fläche durch Pixel) mal als Wert 100 nehmen, dann ergiben sich für die nachgenannten Kameras folgende Einzelwerte der Pixelgrö¶sse: Canon 1D 300 % Canon 1 Ds 186 % Pentax 1*stD 143 % Olympus E 20 27 % und für die Familie mit dem Sony 8 Mio-Chip (also Sony 828, Minolta A2, Canon Pro 1 und Olympus 8080 mit bei allen noch 58 Quadratmillimetern Chip-Gesamtfläche) nur noch 17%. Das heisst, jedes Einzelpixel dieser Kameras hat nur noch rechnerisch 17% der Fläche eines Pixels der E 1. Dass die beiden angeführten, grossen Canon-Modelle in der Praxis dann nicht dreimal bzw. knapp zweimal weniger rauschen als die E 1 liegt an ihrem Erscheinungsdatum von vor knapp zwei Jahren. Dass aber eine Pentax 1*stD etwas weniger rauscht als die mit kleineren Einzelpixeln versehene E 1, ist erwiesen, ebenso auch, dass eine E 20 nach den o.g. Zahlen (und in der Praxis)mehr rauscht als eine E 1. Wenn Olympus es nun durch sein technisches Know-How hinbekommen hat (gemäss den Erfahrungen von Klaus), das eigentlich im Vergleich zur E 20 hö¶here Rauschen bei der 8080 auf einen niedrigeren Stand zu senken, so ist dies eine enorme Leistung, da sie die Grenzen der Physik wieder einmal etwas mehr „hinausschiebt“. Trotzdem bleiben aber bei diesem Typus der hochauflö¶senden Kameras bauart (chiptechnisch) bedingte Nachteile, die sich nicht vollständig eliminieren lassen und bezüglich der grundsätzlichen Vorteile der Digitalfotografie (im Vergleich zu Analog) zu Einschränkungen bzw. Limitierungen führen. Nicht ohne Grund hat man bei der 8080 das verfügbare Empfindlichkeitsspektrum auf 50 bis 400 begrenzt. Ich denke, wer die 8 Millionen Pixel nicht zwingend braucht, der ist auch beispspielsweise mit einer Olympus C 5060 bestens bedient, deren Leistungswerte (Optik 27-110) stimmen und die einen 5 Mio-Chip hat, dessen Wert nach obiger Rechnung um mehr als 10% über dem Wert einer Kamera aus der 8 Mio-Pix-Klasse liegt. Im Zusammenhang mit der grundsätzlichen Diskussion über Megapixelzahlen denke ich immer wieder an einen schlauen Menschen von Nikon, der mir (und diesbezüglich bin ich technischer Laie) einmal sehr ausführlich und plausibel erklärt hat, dass das menschliche Auge eine Verdoppelung der Pixelzahl nicht als ebensolche Auflö¶sungsverdoppelung erkennt, sondern sich dies lediglich mit dem Faktor 1,4 bemerkbar macht. Insofern sind wir nach heutigem Stand der Technik und unter Zugrundelegung der meisten Ansprüche (auch im professionellen Reportagebereich) mit 4 oder 5 Millionen Pixel eigentlich auf der sicheren Seite unterwegs. Die Hype um immer mehr Pixel muss man meines Erachtens nicht unbedingt mitmachen. Viele Gruesse Guenter — posted via http://oly-e.de ——————————————————————————————————————————————

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Ich bin hier der Chef.

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