Frage: Wie man die Sonne fotografiert …

Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 3:19:51 Gerhard Punzet Hallo Leute, ich hab da mal eine dumme Frage … Ich versuche seit geraumer Zeit die Sonne zu fotografieren, vornehmlich bei Auf- und Untergängen. Das Problem, dass ich dabei habe ist, dass die Sonne immer ein weißes Loch ist. Hier mal ein Bild, damit jedem klar ist, was gemeint ist … http://www.maxi-allgaeu.de/pc-service/sunrise.jpg Ich hab verschiedenste Sachen ausprobiert, Blenden, Verschlusszeiten, Farbtemperatur etc. alles hat nichts geholfen. Nur einmal hab ich es geschafft – aber da war ein Wolkenvorhang als Filter davor … Was kann man tun? Muss man in der Digitalen Welt mit dem weissen Loch leben oder gibt es Abhilfe. In der Regel entwickle ich aus dem RAW. Wenn man mit dem weißen Loch leben muss, wie färbt man es dann am Besten ein???? Vielen Dank für Eure Hilfe Gerhard —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 3:48:23 Dirk D.iestel bist du nachtaktiv? Oder noch wach vom Fußball? Was die Sonne angeht: Versuch doch mal ein HDR. Das muss bei der Aufnahme dann allerddings ziemlich schnell gehen. Gruß aus Taiwan Dirk — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 4:17:53 Gerhard Punzet > bist du nachtaktiv? Oder noch wach vom Fußball? Nachtaktiv – im Gegensatz zu Dir Du Lärche 🙂 > Was die Sonne angeht: Versuch doch mal ein HDR. Das muss bei der > Aufnahme dann allerddings ziemlich schnell gehen. Ich fürchte, dass da auch ein weisses Loch bleibt, diese Aufnahme ist extrem unterbelichtet und trotzdem ist die Sonne weiß … Nochmehr und alles andere ist nur noch schwarz … LG Gerhard —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 7:31:08 Andy Hi Gerhard, > Nachtaktiv – im Gegensatz zu Dir Du Lärche 🙂 10:48 Uhr ist man doch keine Lärche mehr…. 😉 (ich hoffe ich habe jetzt die richtige Zeitzone erwischt) > Ich fürchte, dass da auch ein weisses Loch bleibt, diese Aufnahme > ist extrem unterbelichtet und trotzdem ist die Sonne weiß … > Nochmehr und alles andere ist nur noch schwarz … Mit einer Aufnahme geht das auch nicht anders, der Unterschied zwischen Sonne und Umgebung ist schlicht zu groß – das kö¶nnen unsere Augen auch nicht mit einem Mal erfassen (unser Hirn macht ständig irgendwelche DRIs….) Deshalb mehrere Aufnahmen machen mit verschiedenen Belichtungswerten (normaler Weise über die Zeit variiert) und diese dann zusammen mischen. Das Problem beim Sonnenuntergang: die gute bewegt sich (naja, wir wissen ja wer sich eigentlich bewegt) und das gar nicht mal so langsam, da muss man flink sein um da ein halbwegs deckungsgleiches Bild zusammen zu bekommen. Im konkreten Fall kö¶nnte aber bereits eine zweite Aufnahme mit nur der Sonne in passender Belichtung schon reichen, der Übergang ist ja sehr hart. Abmildern kann man das ganze aber auch durch ein wenig Dunst/Wolken vor der Sonne und auch wenn nur noch Teile der Sonne über den Horizont schauen wird es etwas besser. Aber es bleibt im Grunde dabei: entweder der Vordergrund oder die Lichtquelle sind brauchbar belichtet – beides zusammen geht nicht – das gilt für jede Art von Gegenlichtaufnahme (Sonne, Mond, Bühnenscheinwerfer…. – immer das gleiche Spiel) Andy imgegenlichtmodus —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 7:48:00 R.Wagner Am Thu, 24 Jun 2010 03:19:51 +0200 schrieb Gerhard Punzet: > Ich versuche seit geraumer Zeit die Sonne zu fotografieren, vornehmlich bei > Auf- und Untergängen. Das Problem, dass ich dabei habe ist, dass die Sonne > immer ein weißes Loch ist. Dein Problem ist: die Sonne liegt bei einer Helligkeit von mindestens 24 EV. Mit iso 100, 1/8000 und Blende 22 erreicht man 22 EV: Die Sonne ist also selbst unter diesen Umständen noch mindestens 2 Blenden überbelichtet. Abhilfe: starke Graufilter. Ausnahme: Sonnenuntergänge. Da wirkt die Atmosphäre als Filter (wenn auch nicht Grau, sondern Rot…) Allerdings funktioniert das nur, wenn der Filter mö¶glichst stark ist, der Horizont also mö¶glichst weit weg ist. Wenn man im Flachland steht, liegt der Horizont gerade mal 5 km entfernt – zu wenig. 20-30km sollten es schon sein. Die Entfernung des Horizonts kann man grob so berechnen: Wurzel aus (Augenhö¶he über dem Horizont) *3,9 = Entfernung in km. Je weiter nun der Horizont entfernt ist, desto eher kriegt man die Sonne als Farbklecks auf den Sensor. Als Farbklecks deshalb, weil die Atmosphäre ein Filter mit lausigen, optischen Eigenschaften ist. Zum HDR noch ein Wort: Aufgrund des irrsinnigen Abstandes der Helligkeitswerte von mindestens 10EV von der dunkelsten Stelle der Sonne zur hellsten Stelle der Umgebung holpert das sehr. Dadurch, dass man ja mit Graufilter und/oder weit geschlossener Blende arbeiten muss, werden die Belichtungszeiten am unteren Ende so lang, dass die Sonne aus dem Bild läuft. Die vernünftigste Methode dürfte es sein, einfach ein normales HDR zu machen und anschließend die Sonne per Photoshop einzufärben. Grüße Reinhard Wagner —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 7:52:08 Dirk D.iestel Andy schrieb: > Hi Gerhard, > >> Nachtaktiv – im Gegensatz zu Dir Du Lärche 🙂 > > 10:48 Uhr ist man doch keine Lärche mehr…. 😉 > (ich hoffe ich habe jetzt die richtige Zeitzone erwischt) ich bin euch im Moment 6 Stunden voraus-auch eine Art Sonnenproblem… Im Winter sind es dann wieder 7 Stunden. Außerdem: Hier gibt es weder Lärchen noch Lerchen 🙂 Gruß aus Taiwan Dirk — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 24.06.2010 Uhrzeit: 8:12:28 R.Wagner Am Thu, 24 Jun 2010 07:31:08 +0200 schrieb Andy: > Deshalb mehrere Aufnahmen machen mit verschiedenen > Belichtungswerten (normaler Weise über die Zeit variiert) und diese > dann zusammen mischen. Das Problem beim Sonnenuntergang: die gute > bewegt sich (naja, wir wissen ja wer sich eigentlich bewegt) und > das gar nicht mal so langsam, da muss man flink sein um da ein > halbwegs deckungsgleiches Bild zusammen zu bekommen. Im konkreten > Fall kö¶nnte aber bereits eine zweite Aufnahme mit nur der Sonne in > passender Belichtung schon reichen, der Übergang ist ja sehr hart. Hast Du das schon mal probiert? Also ich hab’s selbst bei idealen Sonnenuntergängen nicht hinbekommen. Das Problem ist: In dem Augenblick, in dem die Sonne scheinbar den Horizont berührt (vorausgesetzt man befindet sich selbst oberhalb des Horizontes) ist die Sonne selbst bereits vollständig untergegangen. Man sieht also nur noch ein durch die Atmospähre gebeugtes Bild der Sonne. Und das hat ausgefressene, wabernde Ränder, ist verzerrt und hat alles andere als einen harten” Übergang. Je länger die Brennweite ist mit der man arbeitet desto übler wird das. Das zweite Problem: Man muss sehr schnell die Belichtung umstellen. Die Belichtungsreihe muss innerhalb von einer Sekunde abgeschlossen sein. (Natürlich wieder je nach Brennweite mit 25mm hat man länger Zeit) Um den großen Bereich abzudecken muss man aber etwa 8 Bilder machen (mit 2EV Abstand) Das kann soweit ich weiß keine Kamera automatisch. Also: Handarbeit. Und das klappt nicht in der kurzen Zeit. Wenn es jemand hinbekommen hat: ich wäre außerordentlich interssiert die Ergebnisse zu sehen. (Mit Photoshop geht’s natürlich. Aber als reines HDR bin ich skeptisch.) Grüße Reinhard” —————————————————————————————————————————————— Datum: 25.06.2010 Uhrzeit: 14:29:57 Peter Wir haben in Astronomie vor ca. 15 Jahren mal Sonnenfotos gemacht (Scheiße bin ich alt geworden). Unser Lehrer hat eine Mülltonne zur Lochkamera um gebastelt und eine weitere ö–ffnung in Objektivgrö¶ße gemacht um mit seiner Spiegelreflex das Abbild der Lochkamera aufnehmen zu kö¶nnen. Natürlich durften wir alle mal ins das Loch gucken 😉 Wenns also gar nicht geht, kannst Du so ein Foto mit teilweise erstaunlichen Details der Sonne machen und in Deine anderen Fotos einkopieren …. — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 25.06.2010 Uhrzeit: 16:53:02 Gerhard Punzet Hallo Reinhard und die Anderen, vielen Dank für Eure Tipps und Eure Hilfe, heute war ich mal wieder länger wach und hab das bei einem superklaren Morgen nochmal getestet. > Dein Problem ist: die Sonne liegt bei einer Helligkeit von > mindestens 24 EV. Mit iso 100, 1/8000 und Blende 22 erreicht man 22 > EV: Die Sonne ist also selbst unter diesen Umständen noch > mindestens 2 Blenden überbelichtet. Abhilfe: starke Graufilter. Ich habe es jetzt so versucht zu schaffen: Aufgrund der Tatsache, dass ich mit dem 50-200 und dem EC-20, den ich grad leihweise da habe, auf eine Blende von 45 komme, hab ich das einfach mal ausprobiert. Siehe da, bei 400 ISO kommt die Sonne direkt beim Aufgang , wenn sie über den Horizont kommt noch gelb bis Orange. EV war -1,3 Dann später bekomme ich sie noch rot, wenn ich auf 100 ISO runtergehe und auf -5 EV. Allerdings ist in beiden Fällen mit Landschaft gar nichts mehr – alles ist nur schwarz. Die Sonne selber hat bei der extremen Brennweite dann einen absolut zerrissenen Rand, so als hätte man sie aus Papier rausgerissen. Das liegt wahrscheinlich an der Luftfeuchtigkeit am Morgen, die natürlich mit vergrö¶ßert wird. Auch die Windräder schauen grauslig aus … > Ausnahme: Sonnenuntergänge. Da wirkt die Atmosphäre als Filter > (wenn auch nicht Grau, sondern Rot…) Allerdings funktioniert das > nur, wenn der Filter mö¶glichst stark ist, der Horizont also > mö¶glichst weit weg ist. Wenn man im Flachland steht, liegt der > Horizont gerade mal 5 km entfernt – zu wenig. 20-30km sollten es > schon sein. Die Entfernung des Horizonts kann man grob so > berechnen: Wurzel aus (Augenhö¶he über dem Horizont) *3,9 = > Entfernung in km. Je weiter nun der Horizont entfernt ist, desto > eher kriegt man die Sonne als Farbklecks auf den Sensor. Als > Farbklecks deshalb, weil die Atmosphäre ein Filter mit lausigen, > optischen Eigenschaften ist. Da es hier in Kempten und Umgebung im Westen relativ hügelig ist, kann man die Untergänge nicht so gut machen, Du hast max. 5 km – wenn überhaupt. Da ich den Sonnenaufgang zu der Jahreszeit von meinem Schlafzimmer aus so optimal habe und ich manchmal eh erst um die Zeit ins Bett gehe ist das natürlich das ideale Übungsobjekt – allerdings mit den ganzen Nachteilen die die Tageszeit mitsichbringt … > Zum HDR noch ein Wort: Aufgrund des irrsinnigen Abstandes der > Helligkeitswerte von mindestens 10EV von der dunkelsten Stelle der > Sonne zur hellsten Stelle der Umgebung holpert das sehr. Dadurch, > dass man ja mit Graufilter und/oder weit geschlossener Blende > arbeiten muss, werden die Belichtungszeiten am unteren Ende so > lang, dass die Sonne aus dem Bild läuft. Ja, da hast Du recht, gerade beim Aufgang geht es, durch die Refraktion bedingt, verdammt schnell, da bringt man sowas nicht hin, denn selbst bei Serienaufnahme Geschwindigkeit hat man bei der langen Brennweite von Bild zu Bild schon einen gewaltigen Abstand. > Die vernünftigste Methode > dürfte es sein, einfach ein normales HDR zu machen und anschließend > die Sonne per Photoshop einzufärben. Da braucht es wohl kein gesondertes HDR, da kann man die Sonne auch einfach so von Bild zu Bild kopieren … Wenn ich die Tage mal Zeit habe teste ich das mal. Viele Grüße Gerhard —————————————————————————————————————————————— Datum: 16.07.2010 Uhrzeit: 17:11:57 Dirk Flackus R.Wagner schrieb: > Am Thu, 24 Jun 2010 07:31:08 +0200 schrieb Andy: > >> Deshalb mehrere Aufnahmen machen mit verschiedenen >> Belichtungswerten (normaler Weise über die Zeit variiert) und diese >> dann zusammen mischen. Das Problem beim Sonnenuntergang: die gute >> bewegt sich (naja, wir wissen ja wer sich eigentlich bewegt) und >> das gar nicht mal so langsam, da muss man flink sein um da ein >> halbwegs deckungsgleiches Bild zusammen zu bekommen. Im konkreten >> Fall kö¶nnte aber bereits eine zweite Aufnahme mit nur der Sonne in >> passender Belichtung schon reichen, der Übergang ist ja sehr hart. > > Hast Du das schon mal probiert? Also ich hab’s selbst bei idealen > Sonnenuntergängen nicht hinbekommen. Das Problem ist: In dem > Augenblick, in dem die Sonne scheinbar den Horizont berührt > (vorausgesetzt man befindet sich selbst oberhalb des Horizontes) > ist die Sonne selbst bereits vollständig untergegangen. Man sieht > also nur noch ein durch die Atmospähre gebeugtes Bild der Sonne. > Und das hat ausgefressene, wabernde Ränder, ist verzerrt und hat > alles andere als einen harten” Übergang. Je länger die Brennweite > ist mit der man arbeitet desto übler wird das. Das zweite > Problem: Man muss sehr schnell die Belichtung umstellen. Die > Belichtungsreihe muss innerhalb von einer Sekunde abgeschlossen > sein. (Natürlich wieder je nach Brennweite mit 25mm hat man länger > Zeit) Um den großen Bereich abzudecken muss man aber etwa 8 Bilder > machen (mit 2EV Abstand) Das kann soweit ich weiß keine Kamera > automatisch. Also: Handarbeit. Und das klappt nicht in der kurzen > Zeit. > Wenn es jemand hinbekommen hat: ich wäre außerordentlich > interssiert die Ergebnisse zu sehen. (Mit Photoshop geht’s > natürlich. Aber als reines HDR bin ich skeptisch.) > Grüße > Reinhard Hallo Rheinhard wie wäre es die Kamera mit dem “PC” über USB fern zu steuern ? Kann da skripte verwenden ? Ich habe das noch nie gemacht aber dort kö¶nnte ja alles als Einstellung für den M-Mode hinterlegt sein. Wäre mal was für Helge. Eine Sonnenfoto App für irgendein Handheld mit USB Anschluss. Gruß Dirk Flackus aus dem sonnenverwö¶hnten Rastatt posted via http://oly-e.de” ——————————————————————————————————————————————

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Ich bin hier der Chef.

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