Belichtungsfrage Konzert-Situation

Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 11:19:17 Rainer Fritzen Hallo, ich zeige ein Aufnahme, die ich während des Auftritts einer Rockgruppe gemacht habe. http://www.turnschuh999.de/Rainer/Beleuchtungsfrage/content/Sabrina_85_von_581__large.html Der Sänger steht im harten Front-Licht. Die beiden anderen Musiker sollten auch noch etwas Licht abbekommen und erkennbar bleiben. Ergebnis: Trotz -Korrektur um 1,7 sind die Lichter im Gesicht des Sängers ausgerissen. Kann ich meine Bildidee unter den Lichtbedingungen vergessen, oder hat jemand einen Verbesserungsvorschlag? Grüße und vielen Dank Rainer — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 11:49:24 Andy Hi Rainer, > Kann ich meine Bildidee unter den Lichtbedingungen vergessen, kann man so pauschal nicht sagen. Von dem Bild her ist die eigentliche Lichtsituation nur schlecht enschätzbar. Was hast Du mit dem Bild gemacht? Hast Du die beiden Musiker schon aufgehellt? Wenn nicht: noch mehr die Belichtung zurücknehmen und die dann auf dem ersten Blick abgesoffenen Musiker aufhellen. Ich denke da ist noch etwas Reserve drin und wenn Du in RAW arbeitest, sollten da auch am Ende keine Tonwertabrisse zu sehen sein (das schaffe ich meistens sogar mit Jpeg…) Das ganze hat etwas mit probieren und Erfahrung zu tun. Zumindest wenn mein Sohn beleuchtet weiß ich inzwischen was ich ungefähr einstellen muss – ich arbeite dann aber auch immer im M-Modus – was sonst, M steht ja für Musical”…. Wobei wir meist ohnehin am langen Ende der mö¶glichen Belichtungszeiten operieren und damit oft ohnehin gnadenlos unterbelichtete Fotos bekommen die erst am PC die richtige Beleuchtung verpasst bekommen. Ist aber auch eine Frage wie schnell die Beleuchtung wechselt. Wenn Du die Gelegenheit hast: versuche es noch mal und mache einfach noch mehr Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen. Und wenn Du denkst das Bild wird zu dunkel – mache noch eins mit noch knapperer Belichtung. Hinterher wegschmeißen fällt leichter als sich dann in den A… zu beißen – glaube mir ich habe das schon versucht….. Andy immusikfotomodus” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 16:54:56 Michael Lindner Hallo Rainer, habe selber gerade im Flic Flac-Circus (aktuelle Show ist seeeehr zu empfehlen) ähnliche Situationen gehabt, da auch dort mit harten (eng begrenten) Spots gearbeitet wird, was durch die schnellen Positionswechsel noch erschwert wird. – bei Blende 5 mit Spot auf das Gesicht und EV -1 bis -1.3 – zwar manuell fokussiert, hatte bei der E-3 aber die AF-Sensorfeldgrö¶ße (Sensitivität) auf klein umgestellt (evt. hat das auch Auswirkungen auf die Spotmessung, die ja an das Spotmeßfeld gekoppelt ist) – ich kann mich irren, aber bei der E-3 ist doch der Spot immer mittig, d.h., auch wenn man das AF-Feld nach außen verlagert, wandert der Spot nicht mit und es kö¶nnte dann zur Fehlbelichtung kommen, wenn man sich darauf verläßt, dass auch an der Stelle gemessen wird, wo das AF-Feld rot aufleuchtet (Motivstelle dort zu dunkel, Gesicht des Sängers stärker belichtet) – im übrigen habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, den 2. internen Sensor für den Weißabgleich in der Kamera per Menü auszuschalten, da ich im dunklen Zuschauerraum saß und die Kamera bzw. der WB-Sensor von der Lichtqualität des Bühnenlichtes nicht getroffen wurde (das dürfte natürlich Deinen Belichtungswert nicht beeinflussen) viele Grüße Michael Lindner (Bielefeld) — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 17:50:50 Manfred Paul Michael Lindner schrieb: > – bei Blende 5 mit Spot auf das Gesicht und EV -1 bis -1.3 Hallo Michael, bist Du Dir mit der negativen Belichtungskorrektur in Verbindung mit der Spotmessung sicher. Ich gehe davon aus, dass das Gesicht die hellste Stelle im Bild ist und würde daher bei Spotmessung aufs Gesicht moderat überbelichten – ca 0,5 bis +1 EV. Damit fressen keine Lichter aus und in den Schatten ist noch Zeichnung vorhanden – das Bild ist nachträglich gut bearbeitbar. Viele Grüsse Manfred — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 21:18:58 Manfred Paul Am Thu, 11 Sep 2008 17:50:50 +0200 schrieb Manfred Paul: > Ich gehe davon aus, dass das Gesicht die hellste Stelle im Bild > ist und würde daher bei Spotmessung aufs Gesicht moderat > überbelichten – ca 0,5 bis +1 EV. Dazu ein Beispiel: http://www.manfred-paul.de/Muenchen/850/Ring_Fest/page-0001.htm Mit Spot via AEL Taste auf das helle Hemd gemessen und mit + 0,7 EV korrigiert. Allerdings musste ich Tiefen/Lichter in PS bemühen, um die Schatten aufzuhellen. — Viele Grüsse Manfred http://manfred-paul.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 22:39:39 Michael Lindner Hallo Manfred, standardmäßig steht bei Spot bei mir die EV auf +-0, wenn aber das Ergebnis zu hell kommt, bin ich mir ganz sicher, dass ich unterbelichtet habe (meist -0.7), in dem Fall des Flic Flac-Zirkus war es aber einmal bis zu – 1.3. Werde das aber die Tage nochmal an den EXIF-Daten nachprüfen, sitze gerade an einem anderen Rechner. Die Regel mit dem Überbelichten bei Spot hatte wir hier ja vor kurzem im Forum auch diskutiert http://oly-e.de/forum/e.e-system/101077.htm#0 Das waren aber Tageslichtsituationen, wo es darum ging, hohen Kontrastumfang (Dynamik) zu bewältigen (Problem des überbelichteten Himmels). Da war ein Vorschlag: Spot auf die hellste Stelle und dann EV + 1.0 oder auf Spitzlichter belichtet dann +1,7 bis +2,47. Probleme traten dann auf, wenn man keine hellweißen Stellen hat, dann muss man ähnlich wie beim Zonensystem korrigieren (Gelb = +1, Grasgrün – 0.7), da farbige Gegenstände eine andere Helligkeit”(Luminanz) ausstrahlen als unser Auge das wahrnimmt. Grüße Michael Lindner (Bielefeld) posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 22:44:37 Michael Lindner Hallo Manfred, ich messe in solchen Situationen grundsätzlich den Hautton an und korrigiere entsprechend der Hautfarbe. Damit bin ich immer ganz gut zurecht gekommen, zumal nicht alle Künstler weiße Sachen tragen. Bei dem weißen Hemd stimmt das mit der Überbelichtung; doch macht man das ja eigentlich nicht, um eine optimale Bildhelligkeit zu bekommen, sondern um das Weiß zu schützen, da der Belichtungsmesser auf 18%Grau geeicht” ist und bei EV+-0 das Hemd sonst dadurch zum Grauschleier “umfärben” würde. Grüße Michael Lindner (Bielefeld) posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.09.2008 Uhrzeit: 22:57:36 Manfred Paul Michael Lindner schrieb: > Bei dem weißen Hemd stimmt das mit der Überbelichtung; doch macht > man das ja eigentlich nicht, um eine optimale Bildhelligkeit zu > bekommen, sondern um das Weiß zu schützen, da der > Belichtungsmesser auf 18%Grau geeicht” ist und bei EV+-0 das > Hemd sonst dadurch zum Grauschleier “umfärben” würde. genau das war der Grund. Die Haut war eh dunkel und ich wollte keine ausgefressenen Lichter im Bild. Gruss Manfred posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.09.2008 Uhrzeit: 17:49:29 Rainer Fritzen Hallo zusammen, vielen Dank für eure Anregungen. Ich werde mir das durch den Kopf gehen lassen. Gruß Rainer — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 13.09.2008 Uhrzeit: 22:04:06 Subhash Wie schon gesagt: Unbedingt im RAW-Modus fotografieren! Ich verwende (wie fast immer) in so einem Fall mit meiner E-330 die Blendenautomatik. Nach jeder Aufnahme betrachte ich sofort das Histogramm. Mein Ziel ist es nicht „richtig” belichtete Foto zu schießen, sondern optimalen Rohstoff zu bekommen. Das Bedeutet für mich bei solchen Motiven: keine ausgefressenen Lichter (außer wenn ein Scheinwerfer im Bild ist). Die Tiefen kö¶nnen zulaufen, das ist klar. Mit entsprechender Entwicklung und Nachbearbeitung funktioniert das für mich sehr gut. Beispiel: http://www.pixibition.com/bluespumpm/show_main.php?i=5 — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 14.09.2008 Uhrzeit: 16:42:16 Rainer Fritzen Hallo, RAW ist klar – Ich nehme bevorzugt die A-Automatik, da ich Kontrolle über den Schärfeverlauf haben mö¶chte. Aber da hat eben jeder seine eigenen A/n/b/sichten ;-)) Dass die Lichter nicht ausfressen dürfen war ja das Problem. Jetzt wird halt noch mehr knappbelichtet” damit das nicht passiert. Danke für deinen Kommentar. Schö¶ne Bluesbilder – ich freue mich schon wieder darauf: http://www.lahnsteiner-bluesfestival.de/lms_wcms/index2.html Gruß Rainer 9 posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 14.09.2008 Uhrzeit: 21:51:29 Subhash Rainer Fritzen schrieb: > Ich nehme bevorzugt die A-Automatik, da ich Kontrolle über den > Schärfeverlauf haben mö¶chte. > Aber da hat eben jeder seine eigenen A/n/b/sichten ;-)) Das ist meine Normaleinstellung bei den meisten Bildern. Bei Konzertaufnahmen mit staarkem Tele versuche ich aber Verwacklungen zu vermeiden. > Dass die Lichter nicht ausfressen dürfen war ja das Problem. > Jetzt wird halt noch mehr knappbelichtet” damit das nicht > passiert. Ja ich kontrolliere das Histogramm nach jeder Aufnahme. Da sehe ich gleich ob die Lichter ausfressen. Wenn ja dann mache ich die Aufnahme noch einmal mit reduzierter Belichtung. Ich verwende bei meiner Kamera fast nur die Matrixmessung und kenne ihr Reagieren auf viel dunklen Hintergrund Gegenlicht oder große helle Motivstellen recht genau durch Erfahrung. Meist liege ich mit meiner vermuteten Blendenkorrektur richtig. Aber Konzertlicht ist natürlich schwierig aber auch interessant. posted via http://oly-e.de” —————————————————————————————————————————————— Datum: 14.09.2008 Uhrzeit: 22:04:31 Rainer Fritzen dann sag ich mal DANKE Gruß Rainer — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 15.09.2008 Uhrzeit: 14:10:08 Michael Lindner Hallo Subhash, Du machst sehr schö¶ne Bühnenfotos, und nichts gegen Deine Erfahrung – dennoch glaube ich nicht, dass die Matrixmessung für das hier eingestellte Foto (Porträt mit Tele (?) vor schwarzem Bühnenhintergrund) hier die beste (sprich: schnellste) Methode ist. > Ich verwende bei meiner Kamera fast nur die Matrixmessung und kenne > ihr Reagieren auf viel dunklen Hintergrund, Gegenlicht oder große, > helle Motivstellen recht genau durch Erfahrung. Ich finde, gerade die Matrixmessung ist dort angebracht, wo man mit Weitwinkel oder 50er-Pancake eine Bühnentotale macht in dem Moment, wenn die Szene von verschiedenen Lichtquellen zugleich ausgeleuchtet wird. Da reicht meist ein Foto ohne weitere Korrekturen. Bei dem vorgestellten Bild würde ich aber zuerst mit Spot auf das Gesicht beginnen (denn gute Hauttö¶ne sind hier für mich das A&O), hier ist die Matrixmessung überfordert bzw. erfordert mehrere Korrekturen, wo man zudem nie ganz vorhersehen kann, wie das dann über die Matrix verrechnet wird. Aber wie gesagt, dass ist nur mein Eindruck mit der E-3 und adaptiertem MF-Teleobjektiv (da kommt ja noch hinzu, dass bei solchermaßen adaptierten Linsen die Belichtungsmessungen etwas anders reagieren); mit einem 50-200er SWD mag das evt. wieder ganz anders aussehen (?) viele Grüße Michael Lindner (Bielefeld) — posted via http://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 15.09.2008 Uhrzeit: 16:13:58 Rainer Fritzen Michael Lindner schrieb: > Bei dem vorgestellten Bild würde ich aber zuerst mit Spot auf das > Gesicht beginnen (denn gute Hauttö¶ne sind hier für mich das A&O), > hier ist die Matrixmessung überfordert bzw. erfordert mehrere > Korrekturen, wo man zudem nie ganz vorhersehen kann, wie das dann > über die Matrix verrechnet wird. > > Aber wie gesagt, dass ist nur mein Eindruck mit der E-3 und > adaptiertem MF-Teleobjektiv (da kommt ja noch hinzu, dass bei > solchermaßen adaptierten Linsen die Belichtungsmessungen etwas > anders reagieren); mit einem 50-200er SWD mag das evt. wieder > ganz anders aussehen (?) > > viele Grüße > Michael Lindner (Bielefeld) > Hallo Michael, ich habe mit dem 50-200 SWD fotografiert. Eine Spotmessung auf das Gesicht von Gerd Kö¶ster (Sänger) bringt wahrscheinlich die für das Gesicht – während der Zeit der Messung – richtige Belichtung. Da der Sänger sich natürlich auf der Bühne bewegt und damit in ein anderes Licht geht, kann ich doch wohl kaum jedesmal mit der Spotmessung arbeiten. Verstehe ich da etwas grundsätzlich falsch? Klar ausgedrückt: ich würde während eines Konzerts nicht permanent – wenn es um die Musiker geht – die Spotmessung einsetzen. Jetzt werde ich unsicher ??? Ich arbeite normalerweise mit der mittengewichteten Integralmessung. viele Grüße Rainer — posted via http://oly-e.de ——————————————————————————————————————————————

Über

Ich bin hier der Chef.

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