Lokfuehrerstreik

Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 16:33:02 Jürgen von Esenwein Hallo, was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? Ich fahre seit 13 Jahren täglich mit der Bahn zur Arbeit, bin jeden Tag ca. 4,5 Stunden unterwegs. Das Auto ist keine vernünftige Alternative. Früher Heidelberg-Stuttgart, derzeit Wiesloch-Walldorf (bei Heidelberg) nach Baden-Baden zum SWR. Ich bin sehr dafür, dass die GDL hart bleibt. Bis jetzt bin ich dreimal zu spät zur Arbeit gekommen und habe die Zeit nachgeholt. Gelitten“ (als Bahnkunde) habe ich nicht jedenfalls empfinde ich das so. Viele Grüße Jürgen Immerhin 14 posted via https://oly-e.de“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 16:33:02 Jürgen von Esenwein Hallo, was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? Ich fahre seit 13 Jahren täglich mit der Bahn zur Arbeit, bin jeden Tag ca. 4,5 Stunden unterwegs. Das Auto ist keine vernünftige Alternative. Früher Heidelberg-Stuttgart, derzeit Wiesloch-Walldorf (bei Heidelberg) nach Baden-Baden zum SWR. Ich bin sehr dafür, dass die GDL hart bleibt. Bis jetzt bin ich dreimal zu spät zur Arbeit gekommen und habe die Zeit nachgeholt. Gelitten“ (als Bahnkunde) habe ich nicht jedenfalls empfinde ich das so. Viele Grüße Jürgen Immerhin 14 posted via https://oly-e.de“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 17:30:03 Reinhard Wagner Jürgen von Esenwein schrieb: > Hallo, > was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? Ich bin dafür, daß Leute danach bezahlt werden, was passiert, wenn sie einen Fehler machen – sprich, die Bezahlung sollte sich nach der Versicherungsprämie richten, die notwendig ist, um den Arbeiter abzusichern. Hier hat sich letzthin einer einem ICE in den Weg gestellt und den Lokführer noch angegrinst, bevor das Hirn quer über die Windschutzscheibe gespritzt ist. Und das für 1500 netto im Monat. Und wenn ihm nachgewiesen wird, daß er zu spät gebremst hat, kriegt er noch ein Verfahren an den Hals. Ein Herr Struck feuert den Bahnvorstand an, fest zu bleiben. Klar. Herr Struck ist ja auch für seinen Murks nicht haftbar zu machen und verdient/bekommt mehr als 1500 netto. Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 18:05:28 Wienerwalter Jürgen von Esenwein schrieb: > Hallo, > was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? 1500 netto ist für einen job mit geregelten arbeitszeiten“ ok bei weschelnden tag-nacht-wochenenddiensten ist das zuwenig (vergleichbar mit krankenhauspersonal und exekutivbeamte) haben die beiden berufsgruppen den vorteil einer werksküche bzw. den heimischen herd ist der lockführer gezwungen auswärts sein essen ums teure geld zu beziehen „dadurch werden die 1500 netto noch weniger“ wenn sie zu den 1500 netto 465 dazufordern ist das nur normal Walter“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 18:13:03 Thorsten Hofmann Jürgen von Esenwein schrieb: > was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? Ich halte mich eigentlich aus politischen Diskussionen am liebsten raus. Ähh, nur hier – in einem Forum, dass mit Politik nicht wirklich viel zu tun haben sollte. Ansonsten artikuliere ich meine Meinung durchaus 🙂 Zum Thema Lokführer stimme ich da grö¶ßtenteils mit Reinhards Meinung überein. Allerdings finde ich diese Gewerkschaft in der Gewerkschaft Geschichte“ nicht wirklich gelungen und der staunend zusehenden oder auch betroffenen Bevö¶lkerung schlecht vermittelbar. Das dazu der Gewerkschaftsboss während eines laufenden Tarifkonfliktes in die Kur fährt kommt schon ein bißchen komisch rüber. So ganz knapp vor der Rente will sich der Herr Schell anscheinend nochmal so richtig profilieren. Das Mehdorn & Co. in dieser Sache mehr als unglücklich agieren steht für mich allerdings genauso fest. Thorsten“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 18:16:35 Hermann Brunner Jürgen von Esenwein schrieb: > Hallo, > was ist eigentlich Eure Meinung zum Lokführerstreik? Diese Geschichte hat für mich zwei recht konträre Seiten: Zum Einen halte ich es für legitim, dass Lokführer streiken, wenn sie wirklich – wie es immer wieder berichtet wird – derart unterbezahlt sind. Zumindest auf dem Niveau von Fernfahrern, etc… sollten sie auf jeden Fall verdienen. Was mir dabei allerdings ein Rätsel bleiben wird, wie die Bahn denn nun eigentlich richtig“ reagieren soll. Denn *ein Teil* der Lokführer – nämlich die die in den anderen beiden Gewerkschaften organisiert sind – haben schon eine andere tarifliche Regelung akzeptiert. Es ist jetzt eine gewisse Gefahr für das Konzept der Tarifverträge wenn von konkurrierenden Gewerkschaften verschieden „gute“ Verträge für ein und denselben Job ausgehandelt werden. Soll denn der Personalchef jeden einzelnen fragen wie er organisiert ist um festzulegen was dann letztlich für ihn als Tariflohn gelten soll ??? So gesehen habe ich noch nicht ganz verstanden wie die GDL eigentlich allgemein „für die Lokführer“ sprechen kann. Irgendwie eine verfahrene Angelegenheit die meiner Meinung nach an TRagweite um einiges über die GEhaltsdiskussion der Lokführer hinaus geht… Ich denke es war ein ganz schlechter Tag für die Bahn *und* für die Bahngewerkschaften als die GDL plö¶tzlich drauf gekommen ist den mit *allen drei* Gewerkschaften eigentlich schon als akzeptabel ausgehandelten Tarifvertrag für *alle* Bahnbediensteten nun doch nicht mehr zu akzeptieren. So gesehen bin ich eher bei hdm’s Meinung: 30% auf einen Schlag – das kann man weder der ö–ffentlichkeit noch der Bahn antun es weckt einfach zu viele Begehrlichkeiten. Kleinere Schritte über ein paar Jahre verteilt – und das war ja schon fast unterschriftsreif – wären die für alle Seiten erfolgreichere STrategie gewesen. Just My2Cents Hermann“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 18:37:46 Thorsten Meyer Hallo, als fotografierender Bahnfan und Pendler habe ich natürlich auch meine Meinung, die allerdings auch zweigespalten ist. Die bisherigen Posts bezogen sich ausschließlich auf das geforderte Gehalt, dieses ist m.E. aber nur eine untergeordnete Forderung der GDL. Hauptgegenstand ist ein eigener Tarifvertrag. Und an dieser Stelle unterstütze ich die Forderungen der Gewerkschaft nicht. Es entstünde damit eine Situation, bei der jede Berufsgruppe eigene Tarifverträge aushandelt, das widerspricht m.E. wiederum dem Gewerkschaftssinn. Demnach müssten wir und demnächst auf einen Streik der Fahrdienstleiter einstellen (die nebenbei bemerkt sicherlich mindestens ebenso viel Verantwortung bei ähnlichen Arbeitsbedingungen tragen). Gehaltsmäßig kann ich die Situation nicht beurteilen. Die genannten aktuellen Grundeinkommen scheinen mir zu niedrig zu sein, eine Erhö¶hung der monatlichen Bezüge scheint angebracht. Allerdings nicht in der geforderten Hö¶he. Interessant finde ich jedoch, dass ich bisher immer nur von den Grundbezügen gehö¶rt habe. Wie hoch ist eigentlich das tatsächliche monatliche Einkommen, wenn man einen ganzen Monat normal“ gearbeitet hat? Das würde mich interessieren und das sollte auch Gegenstand der Verhandlungen sein. Mein persö¶nliches Fazit: hö¶here Monatseinkünfte sind gerechtfertigt der Streik in diesen Ausmaßen nicht mehr da die DB AG annehmbare Gehälter geboten hat. Eigene Tarifverträge für einzelne Berufsgruppen innerhalb einer Firma sind widersprüchlich. Für Manfred Schell (GDL) geht es nicht mehr um die Sache an Sich sondern um das setzen eines Zeichens. Jahrelang war das der GDL verwehrt war da Lokführer Beamte waren und Tarife von der ehemaligen GdED ausgehandelt wurden. Daher ist der aktuelle Arbeitskampf jetzt nur noch die persö¶nliche Auseinandersetzung zweier Dickkö¶pfe an den Spitzen zweier Unternehmen auf Kosten der Kunden und auch unbeteiligter Firmen. Viele Grüße Thorsten“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 18:53:54 Thilo Auer Nagelt dem Schell doch endlich einer das Dö¶rrobst auf die Schiene! Ich bin für Gewerkschaften, ich bin für Mitbestimmung, ich bin selbst Unternehmer. Was jedoch die GDL hier abzieht sind die Folgen der Pilotenvereinigung Cockpit. Hier werden Forderungen gestellt, die durchaus denen der Vorstandvorsitzenden gleichen. Jedoch betrifft das in deren Fall nicht hunderte von Personen sondern nur wenige. Nicht das ich das deshalb gut heißen würde! Jedoch sind die Folgeschäden beim GDL-Mopp für die ganze Republik grö¶ßer. Jeder ICE-Pilot soll angemessen bezahlt werden. Der momentan beschrittene Weg dorthin ist nur der falsche und geprägt von Gewerkschaftslobbiismus eines alten sturen Mannes, der über Jahre verpennt hat, seinen Schäfchen ordentliche Lö¶hne zu verhandeln. Zurück an den Verhandlungstisch! Schell austauschen! Junge ran! Grüße Thilo —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 19:14:57 Reinhard Wagner Thorsten Meyer schrieb: > Mein persö¶nliches Fazit: hö¶here Monatseinkünfte sind > gerechtfertigt, der Streik in diesen Ausmaßen nicht mehr, da die DB > AG annehmbare Gehälter geboten hat. Soweit ich informiert bin, hat die Bahn angeboten, Überstunden zu bezahlen und die Leute 2 Stunden mehr arbeiten zu lassen und auch diese Mehrstunden zu bezahlen. Dies ist keine Lohnerhö¶hung sondern eine Arbeitszeiterhö¶hung – ein kleiner Unterschied. > Eigene Tarifverträge für > einzelne Berufsgruppen innerhalb einer Firma sind widersprüchlich. Mit diesem Widerspruch muß jede Firma in der Grö¶ße der deutschen Bahn leben. Im Gegenteil. Die Bahn hat es sich bisher recht einfach gemacht, indem sie alle Bahnbediensteten, egal ob sie Metaller oder Bürohengste, Kö¶che oder Lokführer waren, nach einem Tarif bezahlt hat. Nu will die Bahn aber ein normales Unternehmen werden, an die Bö¶rse, und fetten Gewinn machen. Also sollte sie sich nicht wundern, wenn sie nun auch genau die gleichen Problem kriegt, wie jedes andere Unternehmen dieser Grö¶ßenordnung auch. > Daher ist der aktuelle > Arbeitskampf jetzt nur noch die persö¶nliche Auseinandersetzung > zweier Dickkö¶pfe an den Spitzen zweier Unternehmen auf Kosten der > Kunden und auch unbeteiligter Firmen. Es liegt nicht im Interesse der Kunden, von unterbezahlten Lokführern durch die Gegend kutschiert zu werden. Im Interesse der Kunden liegt eine pünktliche, zuverlässige und flächendeckende Bahnversorgung. Und genau die hapert nicht etwa an den Lokführern, sondern an den Entscheidungen von oben“. Daß Mehdorn nun kurzerhand sein Monopol ausspielt und die Bahnkunden als Geiseln nimmt ist verständlich aber kein Zeichen von Stil. Mehdorn hätte längst klein beigegeben wenn die Bahn ernst zu nehmende Konkurrenz hätte. Deshalb reagiert er auch so allergisch auf Streiks im Fern- und Güterverkehr. Weil da die Bahn im Wettbewerb steht. Die Bahn hat seit Jahrzehnten die Versorgung der Fläche gnadenlos zurückgefahren und sich auf die „lukrativen“ Strecken konzentriert. Ganze Landstriche sind per Schiene gar nicht mehr zu erreichen. Der „Versorgungsauftrag“ ist der Bahn schon längst schnuppe. Es wurde abgebaut ohne Rücksicht auf Verluste und Sicherheit. Und nu stellt sich endlich mal einer auf die Hinterbeine und sagt: Nu reicht’s uns. In Zeiten eines ungezügelten Monopolkapitalismus wird es wieder Zeit für kämpferische Gewerkschaften. Grüße Reinhard Wagner posted via https://oly-e.de“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 19:26:55 Reinhard Wagner Thilo Auer schrieb: > Jeder ICE-Pilot soll angemessen bezahlt werden. Der momentan > beschrittene Weg dorthin ist nur der falsche und geprägt von > Gewerkschaftslobbiismus eines alten sturen Mannes, der über Jahre > verpennt hat, seinen Schäfchen ordentliche Lö¶hne zu verhandeln. Wie soll das gehen, ohne eigenen Tarifvertrag? Mehdorn wollte ja ohne Streik nicht mal mit der GDL verhandeln, weil er mit der Transnet ja schon abgeschlossen hatte. > > Zurück an den Verhandlungstisch! Wozu, wenn’s nix zu verhandeln gibt? Angebot: Statt 41 Wochenstunden 43. (Und hier geht es ausschließlich um die reine Arbeitszeit. Unterwegs sind die Lokführer nicht 41 Stunden – das ist die Zeit, die sie im Führerstand sind, sondern 55. Und das noch im Schichtdienst. ) > Schell austauschen! Warum? > Junge ran! Wen? Und was sollte der dann besser machen? Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 20:48:22 Thilo Auer Hallo Reinhard, natürlich geht das ohne eigenständigen“ Tarifvertrag. Einen „eigenen“ hat die GDL bereits. Der Rest ist das Aufbeten von Phrasen die Details bestreite ich ja gar nicht. Jedoch die Herangehensweise ist definitiv die falsche und untergräbt die Tarifautonomie in der Zukunft. Die Bahn jedenfalls wird irgendwie versuchen dieses Trauerspiel in der Zukunft zu umgehen – mit Recht übrigens! Das kö¶nnte zum Beispiel und dazu würde ich raten über die Ausgliederung in Service-GmbHs passieren. Hoffentlich ist Mehdorn so schlau. Was die GDL hier abzieht ist kein partnerschaftlicher Umgang. Das hat sich langfristig nie bezahlte gemacht. Und vor allem vertritt die GDL schon lange nicht mehr die Ansichten ihrer Mitglieder die sind nämlich nicht so verbohrt wie ein Herr Schell (kenne 2 davon). Austauschen warum? Wegen Altersstarrsinn. Wer sollte es besser machen? Jeder jüngere jeder außer den GDL-Funktionären für die das ein Spiel ist nichts anderes. Ein Spiel was hoffen läßt in der Zukunft viele Mitglieder zu rekrutieren. Das Schell die ganze Eisenbahnerfamilie spaltet ist ihm nämlich scheiß egal. Er mö¶chte sich so nett vorm Ruhestand noch ein Denkmal setzen mit dem verbohrtesten Streik des beginnenden Jahrhunderts! Und zu Deiner Zeitaufzählung müßtest Du mal einen Assistenzarzt begrafen. Der macht einen mindestens so verantwortungsvollen Job und hat auch noch mindestens 5 Jahre studiert! Das blieb dem ICE-Piloten erspart! Schö¶nen Abend Thilo“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 20:55:12 Thilo Auer > In Zeiten eines ungezügelten Monopolkapitalismus wird es wieder > Zeit für kämpferische Gewerkschaften.“ Gib ich Dir vollkommen Recht! Aber schlau kämpfen keine dumpen vorindustriellen Gewerkschaftsreflexe! Die nämlich sägen am eigenen Ast.“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:02:34 Wienerwalter Thilo Auer schrieb: > > Und zu Deiner Zeitaufzählung müßtest Du mal einen Assistenzarzt > begrafen. Der macht einen mindestens so verantwortungsvollen Job > und hat auch noch mindestens 5 Jahre studiert! Das blieb dem > ICE-Piloten erspart! > > Schö¶nen Abend > du hast keine ahnung was man zum lockfüher braucht ein konditor kann nie lockführer werden, sein erlernter beruf muß bereits irgendwie mit der maschine die er steuert zu zun haben, sein dienstplan verlangt das er mit mehreren locktypen fahren muß jede type ist eine eigene schulung/prüfung“ sein dienstplan verlangt das er auif mehreren strecken fahren muß „jede strecke ist eine eigene schulung/prüfung“ ein lockführer ist bis zu seiner penionierung ständig in schulen „UND“ der jährliche medizinische test ist „fast“ ident mit den eines piloten Walter“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:17:51 Thilo Auer Walter, das stellt doch niemand in Abrede. Und, natürlich habe ich im Detail keinerlei Ahnung, was der Lokführer für Schulungen machen muss, geschweige denn, dass ich Konditoren zum Lokführer umschulen lassen wollte. Aber wissen nicht sowohl die Ärtze (um an meinem Beispiel zu bleiben) als auch die Lokführer (um am Thema zu bleiben) auf was sie sich einlassen. Das ist doch nicht plö¶tzlich passiert! Es geht doch nur darum, nicht jahrelang zu pennen und dann adhoc alle Forderungen auf den Tisch zu legen. Hier wird doch Pfründe gemacht, und zwar auf den Schultern der Gewerkschaftsmitglieder und derer, die gerade in der anderen oder keiner Bahnergewerkschaft sind! Und der große Unterschied um auf mein leicht hinkendes Beispiel zurückzukommen ist doch, dass der Bahner seine Ausbildung bezahlt bekommt. Der Arzt nicht! —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:19:23 Reinhard Wagner Thilo Auer schrieb: > natürlich geht das ohne eigenständigen“ Tarifvertrag. Einen > „eigenen“ hat die GDL bereits. Das ist interessant kannst Du mir da Quellen nennen? > Der Rest ist das Aufbeten von > Phrasen die Details bestreite ich ja gar nicht. Jedoch die > Herangehensweise ist definitiv die falsche und untergräbt die > Tarifautonomie in der Zukunft. Das verstehe ich nicht. Warum untergräbt die Forderung einer Tarifpartei die Tarifautonomie? Nur die Einmischung von Politikern wie Herrn Struck kann die Tarifautonomie untergraben. Ein Tarifpartner kann das gar nicht… > Die Bahn jedenfalls wird irgendwie > versuchen dieses Trauerspiel in der Zukunft zu umgehen – mit Recht > übrigens! Hmtja. Ist die Umgehung von Tarifverträgen rechtens? > Das kö¶nnte zum Beispiel und dazu würde ich raten über > die Ausgliederung in Service-GmbHs passieren. Hoffentlich ist > Mehdorn so schlau. Das mit den Service-GmbHs klingt auf den ersten Blick bestechend aber mit der Konstruktion sind schon andere Firmen erheblich auf die Schnauze gefallen – vor allem wenn es um sicherheitsrelevante Aspekte geht. Aber Mehdorn begreift seine Bahn eben nicht als Dienstleister für einen flächendeckenden Personennahverkehr sondern als profitorientiertes Unternehmen das an die Bö¶rse will. Und genau das ist das Problem – übrigens haben sowohl die Telekom als auch die Post genau denselben Fehler gemacht. Der Lohn: sinkende Marktanteile übler Ruf – aber fette Gewinne. > Was die GDL hier abzieht ist kein partnerschaftlicher Umgang. Das > hat sich langfristig nie bezahlte gemacht. Und vor allem vertritt > die GDL schon lange nicht mehr die Ansichten ihrer Mitglieder die > sind nämlich nicht so verbohrt wie ein Herr Schell (kenne 2 > davon). Inwiefern Herr Schell verbohrt ist kann ich nicht beurteilen ich kenne den Herrn nicht persö¶nlich. Da magst Du mir etwas voraushaben. Die Angebote des Bahnvorstandes liessen bisher jedoch keine ernsthafte Bereitschaft für Kompromisse erkennen. Das Angebot mehr zu arbeiten und dann auch mehr zu verdienen und Überstunden zu bezahlen ist in meinen Augen kein Angebot auf dem Weg zu mehr Lohn. Nach außen hin sieht es eher so aus als ob Herr Mehdorn eine harte Linie fahren würde. > Austauschen warum? Wegen Altersstarrsinn. Siehe oben. Ich kenne ihn nicht persö¶nlich. > Wer sollte es besser machen? Jeder jüngere jeder außer den > GDL-Funktionären für die das ein Spiel ist nichts anderes. Ein > Spiel was hoffen läßt in der Zukunft viele Mitglieder zu > rekrutieren. Das Schell die ganze Eisenbahnerfamilie spaltet ist > ihm nämlich scheiß egal. Die ganze Eisenbahnerfamilie gibt es nicht. Das ist Unsinn. Das war mal. Den Verwaltungsbeamten ist es schlicht vö¶llig schnuppe ob ein Lokführer seine Familie in der Woche sieht oder nicht. Herr Mehdorn ist auch Teil dieser „Familie“ und hat ohne irgendwelche Skrupel das Bahnbetriebswerk in Nürnberg dichtgemacht – obwohl die immer gute Arbeit geleistet haben. Die Bahn ist keine Familie mehr – da ist Hauen und Stechen um die letzten sicheren Jobs… Er mö¶chte sich so nett vorm Ruhestand noch > ein Denkmal setzen mit dem verbohrtesten Streik des beginnenden > Jahrhunderts! Auch hier wieder: Du scheinst ihn gut zu kennen… > Und zu Deiner Zeitaufzählung müßtest Du mal einen Assistenzarzt > begrafen. Der macht einen mindestens so verantwortungsvollen Job > und hat auch noch mindestens 5 Jahre studiert! Das blieb dem > ICE-Piloten erspart! Wenn ein Assi einen Fehler macht dann verreckt einer. Wenn ein Lokführer einen Fehler macht sind es hundert. Oder zweihundert. Abgesehen davon – ich habe es auch bereits schon geschrieben – sind auch Assistenzärzte unterbezahlt – mal nur im Vergleich zu Pharmaberatern. Grüße Reinhard posted via https://oly-e.de“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:31:15 Hermann Brunner Wienerwalter schrieb: > du hast keine ahnung was man zum lockfüher braucht > ein konditor kann nie lockführer werden, sein erlernter beruf muß > bereits irgendwie mit der maschine die er steuert zu zun haben, > sein dienstplan verlangt das er mit mehreren locktypen fahren muß > jede type ist eine eigene schulung/prüfung“ > sein dienstplan verlangt das er auif mehreren strecken fahren muß > „jede strecke ist eine eigene schulung/prüfung“ > ein lockführer ist bis zu seiner penionierung ständig in schulen > „UND“ der jährliche medizinische test ist „fast“ ident mit den > eines piloten Naja Wienerwalter jetzt übertreibste aber ein bisschen 😉 Du wirst uns mittels penibler Aufzählung von Schulungen doch nicht weismachen wollen dass das etwa einem Medizin- Studium (12-14 Semester!) entspricht. Aber genau das war der Vergleich von Thilo… (Assistenzarzt) Lokführer (zumindest die ohne ‚c‘) werden meines Wissens auch nicht unbedingt an Universitäten rekrutiert. (*) Just My2Cents Hermann (*) Ich wollte damit übrigens keineswegs die Leistung eines Lokführers irgendwie schmälern oder den Job kompromittieren aber der Vergleich mit ’nem Arzt (Studium) oder mit einem Piloten (z.B. fliessende Englisch-Kenntnisse) scheinen mir doch etwas arg übers Ziel zu schiessen. Und ich weiss wovon ich da rede – habe selbst einen Lokführer in der Familie gehabt der 35 Jahre lang einige Millionen km gefahren ist. (Weg: Maschinenbau/Mechaniker –> Geselle –> Instandsetzung bei der Bahn –> innerbetriebliche Weiterbildung zum Lokführer)“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:31:21 Jürgen von Esenwein Hallo, ich finde Eure Meinungen sehr interessant und bedenkswert. Da ich fort muss, kommt jetzt keine detaillierte Antwort, dafür aber morgen Abend ganz bestimmt. Bitte habt dafür Verständnis. Euch allen einen guten Wochenbeginn! Jürgen — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:33:48 Wienerwalter Thilo Auer schrieb: > > Und der große Unterschied um auf mein leicht hinkendes Beispiel > zurückzukommen ist doch, dass der Bahner seine Ausbildung bezahlt > bekommt. Der Arzt nicht! > der student bekommt studienzuschüsse und seine eltern kö¶nnen ihn steuerlich absetzen der lockführer lernt ZWEI berufe ist solang er die lockführerschulung macht“ im selben status wie jeder „auszubildender“ meist im alter wo jeder familie hat (wieviel zuschuß bekommt ein student mit familie) schätz da gibt nichtmehr viel unterschied Walter“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 21:42:18 oliver oppitz Wienerwalter schrieb: > Thilo Auer schrieb: > >> >> Und der große Unterschied um auf mein leicht hinkendes Beispiel >> zurückzukommen ist doch, dass der Bahner seine Ausbildung bezahlt >> bekommt. Der Arzt nicht! >> > > der student bekommt studienzuschüsse und seine eltern kö¶nnen ihn > steuerlich absetzen Ein Student kann (in Deutschland) BAFö¶G beantragen, ob er es bekommt ist eine andere Frage. Das ist aber ein Darlehen! Nicht jeder Student hat Eltern die ihn unterstützen! Wenn nun ein Student das Pech hat, daß seine Eltern zu viel verdienen (für BAFö¶G) – ihna aber nicht unterstützen? oli — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 22:12:48 Wienerwalter Hermann Brunner schrieb: > Wienerwalter schrieb: > >> du hast keine ahnung was man zum lockfüher braucht >> ein konditor kann nie lockführer werden, sein erlernter beruf muß >> bereits irgendwie mit der maschine die er steuert zu zun haben, >> sein dienstplan verlangt das er mit mehreren locktypen fahren muß >> jede type ist eine eigene schulung/prüfung“ >> sein dienstplan verlangt das er auif mehreren strecken fahren muß >> „jede strecke ist eine eigene schulung/prüfung“ >> ein lockführer ist bis zu seiner penionierung ständig in schulen >> „UND“ der jährliche medizinische test ist „fast“ ident mit den >> eines piloten > Naja Wienerwalter jetzt übertreibste aber ein bisschen 😉 > Du wirst uns mittels penibler Aufzählung von Schulungen > doch nicht weismachen wollen dass das etwa einem Medizin- > Studium (12-14 Semester!) entspricht. Aber genau das war > der Vergleich von Thilo… (Assistenzarzt) > Lokführer (zumindest die ohne ‚c‘) werden meines Wissens > auch nicht unbedingt an Universitäten rekrutiert. (*) > Just My2Cents > Hermann > (*) Ich wollte damit übrigens keineswegs die Leistung eines > Lokführers irgendwie schmälern oder den Job kompromittieren aber auf keinen fall unterbewerten > aber der Vergleich mit ’nem Arzt (Studium) oder mit einem > Piloten (z.B. fliessende Englisch-Kenntnisse) scheinen mir > doch etwas arg übers Ziel zu schiessen. Und ich weiss wovon > ich da rede – habe selbst einen Lokführer in der Familie > gehabt der 35 Jahre lang einige Millionen km gefahren ist. > (Weg: Maschinenbau/Mechaniker –> Geselle –> Instandsetzung > bei der Bahn –> innerbetriebliche Weiterbildung zum Lokführer) das familienmitglied hat „NIE“ die ICE typenprüfung „ohne jemals was mit elektrotechnik zu tun“ sorry aber ich bin mir sicher das er maximal dieseltriebfahrzeuge gefahren ist auch ich will damit keineswegs die Leistung deines verwandten lokführers irgendwie schmälern oder den job kompromittieren aber es ist fakt schon klar ein arzt braucht abi zum studieren aber ein schulabbrecher mit guten englischkenntnissen kann pilot werden Walter“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 22:28:37 Reinhard Wagner Wienerwalter schrieb: > schon klar ein arzt braucht abi zum studieren > aber ein schulabbrecher mit guten englischkenntnissen kann pilot > werden Ich sehe vor allem einen Unterschied zwischen den hier zum Vergleich herangezogenen Berufen: Ein Arzt (dessen Studium übrigens mitnichten er zahlt, sondern der Steuerzahler. Er zahlt lediglich seinen persö¶nlichen Unterhalt) kann, nachdem er das Studium inklusive AiP hinter sich hat, eine Praxis aufmachen, ins Krankenhaus gehen, oder sich als Pharmaberater eine goldene Nase verdienen – ach ja, in die Forschung kann er auch. Ein Pilot, dem’s bei der Lufthansa nicht mehr taugt, kann sich bei drei Dutzend Fluggesellschaften in Deutschland bewerben. Ein Lokführer mit ICE-Schein kann bei der Bundesbahn arbeiten oder stempeln gehen. Deswegen sind Lokführer auch so lausig bezahlt – sie kö¶nnen nicht abwandern… Wenn Mehdorn Strecken stillegt, bedeutet das für die entsprechenden Lokführer das endgültige Aus. Is nix mit selbständig machen. Mit 50 nochmal von ganz vorne anfangen – wenn beim Arzt erst so richtig das Geldverdienen losgeht…. Genau deshalb wollen die auch einen eigenen Tarifvertrag – Maschinenbauer, Verwaltungsangestellte, Touristikberater, Starkstromelektriker, alle kö¶nnen den Arbeitgeber wechseln – nur das fahrende Personal ist der Bahn auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 22:59:45 Thorsten Meyer Hallo Reinhard, auch wenn ich Deine Argumente nachvollziehen kann, fehlt mir leider immer noch die Angabe des echten“ Gehaltes welches in einem normalen Arbeitsmonat verdient wird. Ohne diese Zahlen sind Diskussion über den Verdienst nur theoretisch. Ich bin in diesem Thema nicht so fit aber welche Firma handelt _Tarifverträge_ mit mehreren Gewerkschaften/Tarifpartnern aus? Ausnahmen kö¶nnen sicherlich nach Firmanübernahmen entstehen. Bereits bei der Deutschen Bundesbahn gab es (die gleichen) drei Gewerkschaften (GdED GDBA GDL) den Tarif hat aber nur eine (GdED) festgelegt. Durch Zulagen wurden zwischen den Berufsgruppen differenziert. Warum soll das heutzutage falsch sein? Das Thema „Bahnreform“ welches Du in Deinen letzten Absätzen indirekt anschneidest sehe ich genauso wie Du. Die Beschränkung auf lukrative Strecken und Verkehr hat aber m.E. hauptsächlich die Politik zu verantworten. Eines geht nun einmal nicht: ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen an die Bö¶rse bringen _und_ gleichzeitig volkswirtschaftliche Interessen in der Fläche sichern. Mehdorn handelt im Grunde genommen nur nach seinem Auftrag – leider. Der Politik gefällt es sonst wäre er längst den Weg seiner Vorgänger gegangen. Leider geht es aber immer weiter und innerhalb weniger „Augenblicke“ wird die mit Steuergeldern finanzierte Infrastruktur zerstö¶rt. Dass Du das „auf die Hinterbeine stellen“ der GDL als Zeichen gegen die Bahnreform wertest kann ich nicht nachvollziehen. Für mich sind das wie bereits geschrieben eher persö¶nliche Fehden die dort ausgetragen werden. Gegen die Bahnreform wird kein Kraut gewachsen sein solange sich die Politik das Thema weiterhin schö¶nreden lassen will. Viele Grüße Thorsten“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 23:18:02 Hans Wein Wienerwalter wrote: > der lockführer lernt ZWEI berufe ist solang er die > lockführerschulung macht“ im selben status wie jeder > „auszubildender“ meist im alter wo jeder familie hat Ein Tf (das ist die offizielle Abkürzung für „Triebfahrzeugführer“ „Lokführer“ gibt es nur noch in den Medien) muss zumindest in D keine zwei Berufe mehr lernen wie man hier nachlesen kann: http://www.triebfahrzeugfuehrer.com/Ausbildung/ausbildung.html Auf dieser (privaten) Website beantwortet der Autor noch eine Reihe weiterer Fragen zum Beruf auch die Vergütung ist aufgeführt. Zum eigentlichen Thema: Als alter Gewerkschaftler bekomme ich schon gewisse Bauchschmerzen wenn ich mit ansehen muss wie sich eine einzelne Gruppe anschickt ihre zweifellos vorhandene Machtstellung auszunutzen. Ob sich eine solche Politik auf Dauer auszahlt ist zweifelhaft denn wenn es um die betriebliche Mitbestimmung geht sitzt die GdL mit Sicherheit am kürzeren Hebel. Inzwischen komme ich immer mehr zu dem Ergebnis dass es sich hier in Wirklichkeit um einen dieser typischen Alphamännchenkonflikte handelt. Allerdings wird es Herr Schell kaum mehr schaffen eine Bedeutung wie einst Heinz Kluncker zu erreichen… Gruß Hans“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 23:22:02 Hermann Brunner Wienerwalter schrieb: > das familienmitglied hat NIE“ die ICE typenprüfung „ohne jemals > was mit elektrotechnik zu tun“ sorry aber ich bin mir sicher das er > maximal dieseltriebfahrzeuge gefahren ist Sorry wenn Du das so genau weisst dann wird es schon stimmen obwohl meine Informationen vö¶llig andere sind. > auch ich will damit keineswegs die Leistung deines verwandten > lokführers irgendwie schmälern oder den job kompromittieren aber > es ist fakt Na dann erübrigt sich ja jeder weitere Argumentation. LG Hermann“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 23:25:58 Thilo Auer Jawoll, Herr Wein, denn betriebliche Mitbestimmung funktioniert einfach nur nach dem Motto: Leben und leben lassen. Was hier passiert, gefährdet jede Form von Mitbestimmung. Das ruft im besten Falle ausländische Mitbewerber oder privatwirtschaftliche Work-Arounds auf den Plan (auch wenn dies eine Floskel ist). —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 23:37:44 Christian Joosten Moin Reinhard. Am Sun, 11 Nov 2007 20:19:23 +0100 schrieb Reinhard Wagner: > Wenn ein Assi einen Fehler macht, dann verreckt einer. Richtig. > Wenn ein > Lokführer einen Fehler macht, sind es hundert. Oder zweihundert. Nicht zwingend richtig, die Fehler, die ein Lokführer eigenverantwortlich begehen kann, sind schon sehr begrenzt. Wenn ein Lokführer ein Haltesignal überfährt wird der Zug zwangsgebremst. Wenn er im Fahrstand einpennt oder ’nen Herzkasper kriegt und länger als 30 Sek. nicht seinen Totmanntaster bedient wird zwangsgebremst. Das gleiche passiert bei Geschwindigkeitsüberschreitungen an Vorsignalen, abbremsen bis zur vorgesehenen Geschwindigkeit. Und sich verfahren oder auf die falsche Spur geraten kann er auch nicht, die Weichen werden nicht von ihm, sondern aus der fernen Zentrale oder dem nächsten Stellwerk gesteuert. Wenn wir das jetzt mal mit einem vielleicht etwas näher am Lokführer liegendem Job vergleichen, z.B. einem Brummifahrer, stellt man fest, dass die Eigenverantwortung der Lokführer deutlich überbewertet wird. Der Lokführer hat zwar einen Fahrplan einzuhalten, ob er es jedoch schafft, liegt im wesentlichen nicht in seinen Händen und Verspätungen ziehen keine Konsequenzen nach sich. Der Brummifahrer hat den Termindruck seines Logistikers auszuhalten und wenn er aufmuckt oder des ö¶fteren zu spät kommt, ist er den Job los und der nächste wird von der Straße weg auf den Bock gesetzt. Von auch nur halbwegs geregelten Arbeitszeiten und einem sicheren Einkommen von 1500,- netto kann er hingegen nur träumen. Ich selbst bin Bankkaufmann und habe in meiner Betreuung ca. 1.500 Gehaltskonten, von denen ca. die Hälfte auch zu aktuell berufstätigen Kunden gehö¶rt. Wenn ich dort sehe, mit was für Lö¶hnen einige Berufsgruppen abgespeist werden, sind die Lokführer mit ihren 1500,- netto bereits jetzt gut dran. Im übrigen würde es mich nicht wundern, wenn die Bahn in Zukunft verstärkt auf komplett fernbediente Züge setzt, dann haben die Lokführer sehr viel erreicht, nämlich ein im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit 31% hö¶heres Arbeitslosengeld. Aber dem Herrn Schell kann das dann ja egal sein, der hat sich dann sein Denkmal gesetzt und ist längst in Rente. Tschüß, Christian 16 🙂 —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 23:48:10 Reinhard Wagner Thorsten Meyer schrieb: > Hallo Reinhard, > > auch wenn ich Deine Argumente nachvollziehen kann, fehlt mir leider > immer noch die Angabe des echten“ Gehaltes welches in einem > normalen Arbeitsmonat verdient wird. Ohne diese Zahlen sind > Diskussion über den Verdienst nur theoretisch. Der Nettoverdienst eines Lokomotivführers beträgt durchschnittlich 1500 Euro. (Quelle: GDL) Der Bruttoverdienst eines Lokführers liegt zwischen 19 6 und 22 7 Euro pro Stunde. (Quelle DIW nach einer von der DB in Auftrag gegebenen Studie) Brutto-Monatsverdienst: 1821 bis 2179 Euro (ab Januar 2008) (Quelle: Spiegel Online) > Ich bin in diesem Thema nicht so fit aber welche Firma handelt > _Tarifverträge_ mit mehreren Gewerkschaften/Tarifpartnern aus? Normalerweise keine Firma sondern ein Arbeitgeberverband. Bei sehr großen Firmen kö¶nnen aber innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Tarifverträge zur Anwendung kommen. Dies ist vö¶llig normal. Bie (ehemaligen) Staatsbetrieben ist es nochmal komplizierter weil die ja teilweise noch Beamte beschäftigen bei denen Beamtenrecht gilt. > Ausnahmen kö¶nnen sicherlich nach Firmanübernahmen entstehen. > Bereits bei der Deutschen Bundesbahn gab es (die gleichen) drei > Gewerkschaften (GdED GDBA GDL) den Tarif hat aber nur eine > (GdED) festgelegt. Durch Zulagen wurden zwischen den Berufsgruppen > differenziert. Warum soll das heutzutage falsch sein? Weil offensichtlich die Gewerkschaft (Transnet) die die Verhandlungen geführt hat kein Augenmerk auf die Bedüfnisse der Lokführer hatte. (Natürlich da diese ja zum grö¶ßten Teil keine Mitglieder von Transnet sind sondern Mitglieder der GDL.) Es geht hier auch knallhart um Mitgliederzahlen der einzelnen Gewerkschaften – will heißen um die Jobs der Angestellten der Gewerkschaften. Und da ist Transnet natürlich das Hemd näher als die Jacke. Aus diesem Grund ist ein eigener Tarif für Lokführer nur die logische Konsequenz aus der Tatsache einer entsprechenden Gewerkschaft. Es ist ein Unding als Arbeitgeber mit einer Gewerkschaft nicht verhandeln zu wollen nur weil eine andere die diese Arbeitnehmer aber gar nicht vertritt angenehmer zu behandeln ist. Das ist nicht der Sinn einer Gewerkschaft. > Das Thema „Bahnreform“ welches Du in Deinen letzten Absätzen > indirekt anschneidest sehe ich genauso wie Du. Die Beschränkung > auf lukrative Strecken und Verkehr hat aber m.E. hauptsächlich die > Politik zu verantworten. Eines geht nun einmal nicht: ein > wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen an die Bö¶rse bringen _und_ > gleichzeitig volkswirtschaftliche Interessen in der Fläche sichern. Eben. Das „an die Bö¶rse bringen“ klingt so nett. Es geht aber schlicht darum Geld in die Staatskasse zu bringen. Da wollen „die Altbesitzer Kasse machen“ wie es im Bö¶rsenjargon so schö¶n heißt. Es geht hier nicht darum Geld für Investitionen in die Zukunft zu beschaffen sondern schlicht um Privatisierung. Die Bahn – ein Unternehmen das jahrzehntelang mit Geldern des Bürgers zum Wohle des Bürgers gearbeitet hat wird nun – Zack – soweit verschlankt bis der Bürger nichts mehr davon hat die Firma aber Gewinn einfährt. Und dann wird sie verkauft. Das eingenommene Geld wird genommen um eine Unternehmenssteuerreform zu finanzieren die wiederum der Privatwirtschaft die derzeit Mrd-Gewinne einfährt das Geld das sie gerade in die Bahn gesteckt hat über Steuerentlastungen wieder zurückgibt. Wenn man’s sich also genau ankuckt nehmen die Politiker die Bahn binden ein rosa Schleifchen ‚rum und verschenken sie an ein paar Kumpels aus der Wirtschaft. (Die „Volksaktie“ ist ja mittlerweile wieder vom Tisch…) > Mehdorn handelt im Grunde genommen nur nach seinem Auftrag – > leider. Der Politik gefällt es sonst wäre er längst den Weg seiner > Vorgänger gegangen. Leider geht es aber immer weiter und innerhalb > weniger „Augenblicke“ wird die mit Steuergeldern finanzierte > Infrastruktur zerstö¶rt. Vö¶llig korrekt. > Dass Du das „auf die Hinterbeine stellen“ der GDL als Zeichen gegen > die Bahnreform wertest kann ich nicht nachvollziehen. Für mich > sind das wie bereits geschrieben eher persö¶nliche Fehden die > dort ausgetragen werden. Gegen die Bahnreform wird kein Kraut > gewachsen sein solange sich die Politik das Thema weiterhin > schö¶nreden lassen will. es mag vielleicht eine persö¶nliche Fehde sein. Das kann ich nicht beurteilen. Es ist aber wenigstens irgendwas. Die ALternative ist nämlich blö¶derweise: Jawollja Herr Mehdorn. Zu Befehl Herr Mehdorn ich mache mich sofort überflüssig Herr Mehdorn. Natürlich sind Streiks nicht lustig. Für niemanden. Aber hat hier irgendjemand einen Alternativvorschlag – außer irgendwelche Leute austauschen? Ich meine: irgendeinen Vorschlag wie Lokführer eine Familie haben kö¶nnen und man Mehdorn dazu bringt das einzusehen? Grüße Reinhard posted via https://oly-e.de“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 24:11:09 Reinhard Wagner Christian Joosten schrieb: > Moin Reinhard. > > Am Sun, 11 Nov 2007 20:19:23 +0100 schrieb Reinhard Wagner: > >> Wenn ein Assi einen Fehler macht, dann verreckt einer. > > Richtig. > >> Wenn ein >> Lokführer einen Fehler macht, sind es hundert. Oder zweihundert. > > Nicht zwingend richtig, die Fehler, die ein Lokführer > eigenverantwortlich begehen kann, sind schon sehr begrenzt. Vö¶llig korrekt. Glücklicherweise. Die Technik macht sehr viel alleine, aber hin und wieder ist er gefragt und wenn er dann nicht auf dem Posten ist, sieht’s zappenduster aus… > Wenn wir das jetzt mal mit einem vielleicht etwas näher am > Lokführer liegendem Job vergleichen, z.B. einem Brummifahrer, > stellt man fest, dass die Eigenverantwortung der Lokführer deutlich > überbewertet wird. Der Brummifahrer ist im Augenblick gerade ein ganz schlechtes Beispiel, weil sich Brummifahrer im Augenblick den Job ‚raussuchen kö¶nnen…. > Der Lokführer hat zwar einen Fahrplan > einzuhalten, ob er es jedoch schafft, liegt im wesentlichen nicht > in seinen Händen und Verspätungen ziehen keine Konsequenzen nach > sich. Da habe ich zwar andere Infos, aber die sind ein paar Jahre alt und insofern kann es sein, daß Du recht hast. > Von auch nur halbwegs geregelten Arbeitszeiten und > einem sicheren Einkommen von 1500,- netto kann er hingegen nur > träumen. Naja, geregelte Arbeitszeiten würde ich Schichtdienst nicht nennen. Brummifahrer haben ja wenigstens Sonntags Fahrverbot. Lokführer haben immer Dienst. Kö¶nnen wir uns auf Busfahrer einigen? Die haben auch direkte Verantwortung für Menschen und werden lausig bezahlt. Sie erhalten, welch Wunder, genau das Gleiche wie Lokführer. Nämlich zwischen 1800 und 2200 brutto monatlich. Einziger Unterschied: ein Busfahrer kann den Arbeitgeber wechseln. Ein Lokführer nicht. > > Ich selbst bin Bankkaufmann und habe in meiner Betreuung ca. 1.500 > Gehaltskonten, von denen ca. die Hälfte auch zu aktuell > berufstätigen Kunden gehö¶rt. Wenn ich dort sehe, mit was für Lö¶hnen > einige Berufsgruppen abgespeist werden, sind die Lokführer mit > ihren 1500,- netto bereits jetzt gut dran. Da hast Du sicher recht. Es ist nur blö¶derweise kein gutes Argument, Leuten einen hö¶heren Lohn zu verweigern, nur weil man andere auch verhungern lässt. > Im übrigen würde es mich > nicht wundern, wenn die Bahn in Zukunft verstärkt auf komplett > fernbediente Züge setzt, dann haben die Lokführer sehr viel > erreicht, nämlich ein im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit 31% > hö¶heres Arbeitslosengeld. Sobald das technisch mö¶glich ist, wird das sowieso gemacht. Hier in Nürnberg wollen sie jetzt langsam die U-Bahn-Fahrer abschaffen. Und das ohne daß die U-Bahn-Fahrer gestreikt hätten. Wer noch daran glaubt, daß Lohnverzicht Arbeitsplätze schafft, hat die letzten 20 Jahre geschlafen. Lohnverzicht schafft freies Kapital um so zu rationalisieren, daß man auf Lohn verzichten kann. > Aber dem Herrn Schell kann das dann ja > egal sein, der hat sich dann sein Denkmal gesetzt und ist längst in > Rente. Das wiederum ist mir egal. Herr Schell geht mir am … vorbei. Ich verstehe nicht, warum sich so viele an ihm reiben. Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 24:45:42 Thorsten Meyer Christian Joosten schrieb: > Wenn wir das jetzt mal mit einem vielleicht etwas näher am > Lokführer liegendem Job vergleichen, z.B. einem Brummifahrer, > stellt man fest, dass die Eigenverantwortung der Lokführer deutlich > überbewertet wird. Der Lokführer hat zwar einen Fahrplan > einzuhalten, ob er es jedoch schafft, liegt im wesentlichen nicht > in seinen Händen und Verspätungen ziehen keine Konsequenzen nach > sich. Zustimmung. Aber um mal in der beruflichen Nähe der Lokführer zu bleiben: wie sieht es mit der Verantwortung der Fahrdienstleiter aus? Die ist m.E. deutlich hö¶her, die Auswirkungen von Fehlern i.d.R. auch. Warum nur spricht niemand von dieser Berufsgruppe, wenn auf die Verantwortung von Lokführern hingewiesen wird? Was verdient überhaupt ein Fahrdienstleiter? Muss diese Gruppe nicht gerechterweise auch eigene Tarifverträge fordern, wenn es die Lokführer tun? Auf diese Weise finden wir wahrscheinlich viele Berufsgruppen, die eine angepasstere Vergütung verdienen würden. Aber würden viele kleine eigenständige Berufsgruppen nicht alles verschlimmbessern? Fragt sich Thorsten —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 25:14:04 Reinhard Wagner Thorsten Meyer schrieb: > Zustimmung. Aber um mal in der beruflichen Nähe der Lokführer zu > bleiben: wie sieht es mit der Verantwortung der Fahrdienstleiter > aus? Die ist m.E. deutlich hö¶her, die Auswirkungen von Fehlern > i.d.R. auch. Hier hast Du ein Statement eines FDL der Bahn zum Streik: http://210833.homepagemodules.de/t507937f11730688-GDL-Streiks-bei-der-Bahn.html > > Warum nur spricht niemand von dieser Berufsgruppe, wenn auf die > Verantwortung von Lokführern hingewiesen wird? Was verdient > überhaupt ein Fahrdienstleiter? Muss diese Gruppe nicht > gerechterweise auch eigene Tarifverträge fordern, wenn es die > Lokführer tun? Auf diese Fragen kö¶nnen wir hier vermutlich keine Antwort geben. der FDL in obigem Posting scheint nicht sehr scharf auf eine eigene Gewerkschaft zu sein und sich in der Transnet sehr gut vertreten zu fühlen. > > Auf diese Weise finden wir wahrscheinlich viele Berufsgruppen, die > eine angepasstere Vergütung verdienen würden. Aber würden viele > kleine eigenständige Berufsgruppen nicht alles verschlimmbessern? Das ist eine ganz einfache Sache: viele, viele, kleine Gewerkschaften würden den Aufwand der Arbeitgeber zwar erhö¶hen, gleichzeitig ihre Position aber stärken, da die Streikkasse der entsprechenden Mini-Gewerkschaften zu klein wäre, um einen ernsthaften Streik durchzuhalten. Insofern wäre ein Zerfall der Gewerkschaften der Traum der Arbeitgeber. Warum sich trotzdem Mehdorn so gegen die GDL wehrt? Weil er Transnet in der Tasche hat, die GDL aber nicht (mehr). Und er verhandelt lieber mit einer großen Gewerkschaft, in der Leute sitzen, die machen, was er will, als mit kleinen, unkontrollierbaren Gewerkschaften. Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 25:29:14 Christian Joosten Moin Reinhard. Am Sun, 11 Nov 2007 23:11:09 +0100 schrieb Reinhard Wagner: > Christian Joosten schrieb: >> Nicht zwingend richtig, die Fehler, die ein Lokführer >> eigenverantwortlich begehen kann, sind schon sehr begrenzt. > > Vö¶llig korrekt. Glücklicherweise. Die Technik macht sehr viel > alleine, aber hin und wieder ist er gefragt und wenn er dann > nicht auf dem Posten ist, sieht’s zappenduster aus… Abwarten, auch die Situationen werden in absehbarer Zeit technisch gelö¶st, was da mö¶glich ist, zeigen einige Autobauer schon mit ihren Radarsystemen. >> Wenn wir das jetzt mal mit einem vielleicht etwas näher am >> Lokführer liegendem Job vergleichen, z.B. einem Brummifahrer, >> stellt man fest, dass die Eigenverantwortung der Lokführer deutlich >> überbewertet wird. > > Der Brummifahrer ist im Augenblick gerade ein ganz schlechtes > Beispiel, weil sich Brummifahrer im Augenblick den Job > ‚raussuchen kö¶nnen… Ist das im Frankenland so? Hmm, hier oben ist die Situation da anders, liegt vielleicht auch am Angebot dänischer Trucker. >> Der Lokführer hat zwar einen Fahrplan >> einzuhalten, ob er es jedoch schafft, liegt im wesentlichen nicht >> in seinen Händen und Verspätungen ziehen keine Konsequenzen nach >> sich. > > Da habe ich zwar andere Infos, aber die sind ein paar Jahre alt > und insofern kann es sein, daß Du recht hast. Meine auch, aber da hieß es, dass es dem Lokführer nicht angelastet werde, wenn er auf verspätete Anschlusszüge warten muß oder darauf, dass Oma Kasulke mit ihrem Gehwägelchen denn endlich mal die Tür durchschritten hat. >> Von auch nur halbwegs geregelten Arbeitszeiten und >> einem sicheren Einkommen von 1500,- netto kann er hingegen nur >> träumen. > > Naja, geregelte Arbeitszeiten würde ich Schichtdienst nicht > nennen. Wieso, die Schichten sind doch geregelt. > Brummifahrer haben ja wenigstens Sonntags Fahrverbot. Warst Du kürzlich mal Sonntags auf einer Autobahn? Wenn ich sehe, wie viele LKW dort an Sonntagen unterwegs sind, drängt sich der Verdacht auf, dass es einige Behö¶rden mit der Vergabe der Ausnahmegenehmigungen, die ja bekanntlich nur für leicht verderbliche Güter gelten sollen, nicht sonderlich genau nehmen. > Lokführer haben immer Dienst. > Kö¶nnen wir uns auf Busfahrer einigen? Auch gut. > Die haben auch direkte > Verantwortung für Menschen und werden lausig bezahlt. Sie > erhalten, welch Wunder, genau das Gleiche wie Lokführer. Nämlich > zwischen 1800 und 2200 brutto monatlich. Einziger Unterschied: > ein Busfahrer kann den Arbeitgeber wechseln. Ein Lokführer > nicht. Hmm, ich hab erst vor zwei Wochen eine Finanzierung für einen Busfahrer gerechnet, der hatte allerdings knappe 1900,- _netto_. > Da hast Du sicher recht. Es ist nur blö¶derweise kein gutes > Argument, Leuten einen hö¶heren Lohn zu verweigern, nur weil man > andere auch verhungern lässt. Es ist auch keine gute Idee, diesen Anderen noch Knüppel zwischen die Beine zu werfen, indem man dafür sorgt, dass sie verspätet zur Arbeit kommen und diese karge Existenz auch noch in Gefahr gerät. Als Belohnung haben diese Leute dann abends auch noch doppelt so lang für den Heimweg gebraucht. Im Hamburger Umland hat die GDL letzte und vorletzte Woche neue Streiks bei _privaten_ Bahnanbietern durchgeführt, und zwar ohne vorherige Ankündigung. Merkwürdigerweise sollen dort aber nicht 31%, sondern nur 3,5% mehr Lohn erstreikt werden, obwohl das Lohngefüge ansonsten durchaus auf DB-Niveau liegt. Schon merkwürdig, anscheinend sind Privatbahn-GDLer der Gewerkschaft weniger wert als DB-GDLer. >> Aber dem Herrn Schell kann das dann ja >> egal sein, der hat sich dann sein Denkmal gesetzt und ist längst in >> Rente. > > Das wiederum ist mir egal. Herr Schell geht mir am … vorbei. > Ich verstehe nicht, warum sich so viele an ihm reiben. Kö¶nnte daran liegen, dass viele so wie ich der Meinung sind, dass der Herr seine Macht“ mißbraucht. Tschüß Christian 4 :-(“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 11.11.2007 Uhrzeit: 25:36:47 Christian Joosten Am Sun, 11 Nov 2007 23:45:42 +0100 schrieb Thorsten Meyer: > Zustimmung. Aber um mal in der beruflichen Nähe der Lokführer zu > bleiben: wie sieht es mit der Verantwortung der Fahrdienstleiter > aus? Die ist m.E. deutlich hö¶her, die Auswirkungen von Fehlern > i.d.R. auch. > > Warum nur spricht niemand von dieser Berufsgruppe, wenn auf die > Verantwortung von Lokführern hingewiesen wird? Was verdient > überhaupt ein Fahrdienstleiter? Muss diese Gruppe nicht > gerechterweise auch eigene Tarifverträge fordern, wenn es die > Lokführer tun? > > Auf diese Weise finden wir wahrscheinlich viele Berufsgruppen, die > eine angepasstere Vergütung verdienen würden. Aber würden viele > kleine eigenständige Berufsgruppen nicht alles verschlimmbessern? Natürlich. In meinen Augen wäre es ja ok, wenn die GDL für eine Art Hö¶hergruppierung der Lokführer innerhalb des Bahn-Tarifgefüges eintreten würde. Wenn sie das durchbringen würde, kö¶nnten in den Folgejahren wieder allgemeinverbindliche Abschlüsse mit einer gleichmäßigen prozentualen Steigerung für die ganze DB erfolgen. Nur leider wäre die GDL nach erreichen dieser Hö¶hergruppierung dann überflüssig geworden … Tschüß, Christian 15 🙂 —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.11.2007 Uhrzeit: 8:10:45 Reinhard Wagner Christian Joosten schrieb: >> Kö¶nnen wir uns auf Busfahrer einigen? > > Auch gut. > >> Die haben auch direkte >> Verantwortung für Menschen und werden lausig bezahlt. Sie >> erhalten, welch Wunder, genau das Gleiche wie Lokführer. Nämlich >> zwischen 1800 und 2200 brutto monatlich. Einziger Unterschied: >> ein Busfahrer kann den Arbeitgeber wechseln. Ein Lokführer >> nicht. > > Hmm, ich hab erst vor zwei Wochen eine Finanzierung für einen > Busfahrer gerechnet, der hatte allerdings knappe 1900,- _netto_. Die Spanne liegt zwischen 1600 und 2800, aber 60% liegen eben zwischen 1800 und 2200 – Das netto kommt ja immer auch auf Steuerklasse, Zuschläge und den genauen Einsatzbereich – und die Firma – an. Aber das brauche ich Dir nichtzu erzählen… > >> Da hast Du sicher recht. Es ist nur blö¶derweise kein gutes >> Argument, Leuten einen hö¶heren Lohn zu verweigern, nur weil man >> andere auch verhungern lässt. > > Es ist auch keine gute Idee, diesen Anderen noch Knüppel zwischen > die Beine zu werfen, indem man dafür sorgt, dass sie verspätet zur > Arbeit kommen und diese karge Existenz auch noch in Gefahr gerät. Mit dem Argument kann jeder beliebige Streik verurteilt werden. Keine Berufsgruppe ist isoliert, jeder Streik beeinträchtigt andere Branchen – das ist auch der Sinn des Streiks. Und wenn jemand ‚rausgeworfen wird, weil er aufgrund Bahnstreik zu spät gekommen ist, dann ist was anderes faul. Ich war selbst lange genug Arbeitgeber um zu wissen, daß man keinen guten Mitarbeiter wegen eines Bahnstreiks entlässt. Und keine gesunde Firma macht dicht, weil mal 48 Stunden der Nachschub ausbleibt. Wenn doch, dann hat das Management aber gar grauslich versagt. Aber auch das mjuß ich Dir nicht erzählen, als Banker kennst Du ja die Geschäftszahlen von Firmen… > Als Belohnung haben diese Leute dann abends auch noch doppelt so > lang für den Heimweg gebraucht. Im Hamburger Umland hat die GDL > letzte und vorletzte Woche neue Streiks bei _privaten_ > Bahnanbietern durchgeführt, und zwar ohne vorherige Ankündigung. > Merkwürdigerweise sollen dort aber nicht 31%, sondern nur 3,5% mehr > Lohn erstreikt werden, obwohl das Lohngefüge ansonsten durchaus auf > DB-Niveau liegt. Schon merkwürdig, anscheinend sind > Privatbahn-GDLer der Gewerkschaft weniger wert als DB-GDLer. Da kann ich nichts zu sagen, der genaue Vorgang ist mir unbekannt. Hast Du eine Quelle? > Grüße Reinhard — posted via https://oly-e.de —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.11.2007 Uhrzeit: 10:41:32 Hermann Brunner Reinhard Wagner schrieb: > Und das für 1500 netto im Monat. (…) Weil in vielen Lokführer-Diskussionen immer wieder die 1500,- netto genannt werden – hier mal ein Statement von einem Fahrdienstleiter, der das alles recht differenziert sieht und darauf hinweist, dass da in der Regel noch ca. 500,- an Schichtzulagen (steuerfrei!) draufkommen. Ein Lokführer hat momentan ein Bruttoverdienst von 2049 Euro. Hinzu kommt Aufwandsentschädigungen für Auswärtstätigkeit und Fahrtätigkeit sowie Schichtzulagen. (etwa 500 Euro ohne Versteuerung) Quelle: http://210833.homepagemodules.de/t507937f11730688-GDL-Streiks-bei-der-Bahn.html (Beitrag von: Eddies Pate“) LG Hermann“ —————————————————————————————————————————————— Datum: 12.11.2007 Uhrzeit: 22:47:03 Jürgen von Esenwein Hallo, uff, da hab ich ja was angestoßen. Zuerst habe ich mich auch gefragt, ob das Thema in unser FORUM gehö¶rt, habe mich dann entsonnen, daß es hier im Smalltalk auch schon ähnliche Diskussionen über nicht fotografische Themen gegeben hat. Ich habe mich ja schon als Pendler und Streikbejaher geoutet. Und jetzt gibt es soviele Einträge, daß ich nur ganz sporadisch einiges aufgreifen kann, was da so geschrieben wurde. 31% ist der große Reizbegriff. Was zu wenig bekannt ist, daß die Prozentzahl ursprünglich nicht von der GDL kommt, sondern ein Kampfbegriff der Bahn ist. Die hat am Anfang der Auseinandersetzung die Forderungen der GLD hochgerechnet und dann zuerst von 31%“ gesprochen. Jetzt verwendet die GDL natürlich auch die Zahl. Die Bahn sagt auch daß ein Angebot vorliege worüber verhandelt werden soll. Doch das ist meines Erachtens Augenwischerei. Die Bahn will den Lohn erhö¶hen wenn die Lokführer dafür mehr arbeiten. Und die angebotene Einmalzahlung wird für bereits erbrachte bislang unbezahlte Arbeit gewährt. Wenn das keine Mogelpackung ist was ist dann eine?! In vielen Unternehmen arbeiten Mitarbeiter die nach unterschiedlichen Tarifverträgen bezahlt werden. Die Piloten sind bei Cockpit das Kabinenpersonal ist bei Ver.di. Maschinen sind deshalb noch nicht abgestürzt. Die Gewerkschaftler sollen bitte solidarisch sein einverstanden. Aber warum verfolgen Unternehmer/Unternehmungen knallhart ihre Vorteile auf Kosten fremder Belegschaften? Unternehmen werden gekauft und dann wird rationalisiert. Wo ist da die gesamtwirtschaftliche Solidarität? Warum wird die immer nur beim letzten Glied der Kette eingefordert? Leute wie Struck und Glos u. a. widern mich an. Sie wissen nicht wie es ist wenn verheiratete Familienväter mit zwei Kindern von ihrem Gehalt/Lohn alles bestreiten müssen. Bildungskosten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Urlaub usw. Kurzum: einer hat hier geschrieben dem entfesselten Kapitalismus müsse man entgegentreten. Ja daß muß/sollte man ohne sich allerdings der Illusion hinzugeben viel erreichen zu kö¶nnen. Trotzdem deshalb finde ich den Streik gut und richtig und wünsche den GDLlern und anderern Menschen die in vergleichbaren Situationen sind Standfestigkeit. Da kann man sich morgens beim Rasieren besser im Spiegel ansehen. Die Konjunktur wird jedenfalls nicht darunter leiden das ist nur eine der üblichen neoliberalen Nebelkerzen auf die man nicht hereinfallen sollte. 🙂 Jürgen PS: Für Tipfehler bitte ich um Entschuldigung; es gibt garantiert noch welche die ich übersehen habe. posted via https://oly-e.de“ ——————————————————————————————————————————————