Schutzfilter für Objektive, welche?

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    • #61690
      RobertH
      Teilnehmer

      Hallo in die Runde,

      über das “ob” von Schutzfiltern wurde schon reichlich diskutiert, aber auch über das “welche”, wenn man einen für sinnvoll hält?

      Gibt es Erfahrungen, wie sich die optische Qualität der von Olympus angebotenen Filter verhält zur Konkurrenz, bspw. BW oder Hoya etc. ? Welche wären vorzuziehen?

      Vielen Dank für Hinweise!

      Robert

      • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von RobertH.
    • #61692
      rwadmin
      Verwalter

      Erster Hinweis: Ohne Bild kein Thread.

    • #61705
      RobertH
      Teilnehmer

      ok, Bild jetzt da

    • #61706
      rwadmin
      Verwalter

      Es gibt “Schutzfilter” und “UV-Filter”.  Für den “Schutz” reichen “Schutzfilter” aus. Die gibt es mittlerweile sogar von Olympus. Persönlich bin ich von Heliopan überzeugt. Produkt: “Heliopan Protection”. Keine NoNames, keine Handelsmarken. Auch nicht Hama. Was Hama teilweise liefert ist eine blanke Frechheit. B&W (Biermann+Weber) ist eine Unterabteilung von Schneider Kreuznach, das wiederum zur Mandermann-Gruppe gehört. Die B+W-Filter haben schwankende Güte, manche sind erstklassig und dann rutschen wieder Totalversager durch.

      Hoya gehört zu Kenko/Tokina und stellt auch Brillengläser her. Die Sachen sind eigentlich durchweg brauchbar.

      Marumi – ist auch ein japanischer Hersteller, der seit einigen Jahren sehr interessante und hochwertige Filter herstellt.  “Exus Lens Protection”. Die Marumis haben auch vernünftige Preise.

      Ich würde entweder ein Heliopan-Filter empfehlen, oder eben ein Marumi.

      Oder, genauer, ich würde gar keines empfehlen. Denn ich habe mal einen Produktmanager bei einem Filterhersteller gefragt, warum sie so einen Mist herstellen. “Weil die Händler sie verkaufen wollen.” “Haben die einen Sinn?” “Nein.”

    • #61722
      Be_Wa
      Teilnehmer

      Es gibt abendfüllende Diskussionen über Sinn/Unsinn von Schutz bzw. UV-Filtern. Jeder muss/soll das für sich selber entscheiden. Ich nutze sie situationsbedingt nachdem ich zweimal so richtig Lehrgeld bezahlt habe auch und habe dabei die von Reinhard erwähnten Heliopan und letztens auch Filter von Rollei im Einsatz. Den Rollei habe ich mir mal versuchsweise mit dem Center Verlaufsfilter mitbestellt zum testen. Er macht auf mich einen sehr hochwertigen Eindruck. Laut Hersteller aus mehrfach beschichtetem Gorila-Glas.

      Gruß Bernhard

    • #61779
      hhsiegrist
      Teilnehmer

      Ich benutze bei Wind/Sand sowie Wind/Salzwasser die PRF-Filter von Olympus.

    • #61905
      RobertH
      Teilnehmer

      Vielen Dank für Eure Hinweise!
      Ja, Wind, Sand, Salzwasser sind für mich auch klare Argumente, und es soll sogar Konvertiten vom “keine Schutzfilter”- ins anders Camp geben. So beschreibt Markus Wäger in seiner kreativen Fotoschule seinen “Umstieg”, nachdem er überrascht einen Kratzer auf einer Frontlinse entdeckt hatte, und seither alle seine Objektive mit UV-Filter ausrüste.
      Gibt es materielle Unterschiede, was das Bildergebnis angeht, zwischen UV- und reinem Schutzfilter (nachdem schon UV-Filter in der Kamera verbaut sind)?
      Viele Grüße
      Robert

      • #61907
        Be_Wa
        Teilnehmer

        Dazu kann ich leider nichts sagen, würde letztlich eine kleine Testreihe erfordern. Das Problem ist  eher, dass man der Bequemlichkeit halber die Filter immer drauf lässt und davor würde ich wiederum abraten, denn besser wird die Bildqualität durch ein zusätzliches Glas im Lichtweg sicher nicht. Ich nehme diese wirklich nur her, wenn ein konkretes Risiko für die Frontlinse besteht, oder wenn ich z.B. aufgrund der Aufnahmesituation ständig reinigen muss und nicht die Zeit dafür ist dieses in Ruhe und der nötigen Sorgfalt zu erledigen.

        Ansonsten können gute Linsen heutzutage schon einiges ab.

        Gruß Bernhard

      • #61908
        rwadmin
        Verwalter

        Nachdem es jetzt doch die Diskussion gibt:

        – wer das Objektiv-PDF von mir hat, der kann sich mal ansehen, was “Schutzfilter” bei der Bildqualität anrichten.

        – Im Normalfall KANN nichts die Frontlinse erreichen um sie zu verkratzen – wenn man auf die glorreiche Idee kommt, seine Streulichtblende richtigrum draufzumachen. Der SuperGAU ist “Schutzfilter” und Streulichtblende in Parkstellung.

        – Der häufigste Unfall ist deshalb, dass irgendwas das Filtergewinde trifft. In dem Fall splittert der “Schutzfilter” und verkratzt die Frontlinse. (Ich habe mehrfach Berichte solcher Unfälle.)

        -Schutzfilter ist im Endeffekt in Situationen nützlich, in denen man normalerweise nicht fotografiert. Sandsturm, schwere Salzwassergischt, angreifende Möwen, die auf die Frontlinse kacken.

        – Frontlinsenkratzer sieht man im Bildergebnis normalerweise nicht. (Gab’s von Lensrentals mal ne Untersuchung dazu.)

        – Der Austausch einer Frontlinse kostet zwischen 150 und 250 Euro.  Ein gutes Schutzfilter 80 Euro.

        – Bei Canon-Objektiven sieht das anders aus. Die brauchen für die Wetterfestigkeit Schutzfilter, weil die Dichtungen Mist sind.

        • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von rwadmin.
    • #61910
      Zauberberg
      Teilnehmer

      Zur Diskussion ob oder ob nicht empfehle ich

      und habe auf all meinen Pro-Objektiven B+W XS-Pro Digital MRC nano Filter

      Verhindert vor allen Dingen, dass sich der tägliche Staub/Dreck auf dem Glas festsetzt. Pusten oder Pinsel reicht um Staub zu entfernen.

      • #61911
        hhsiegrist
        Teilnehmer

        Natürlich mit richtig aufgesetzter Streulichtblende.

      • #61920
        rwadmin
        Verwalter

        Ich habe Anders Uschold bei der Präsentation der E-P1 kenengelernt. Und da hat er mir gesagt, dass er gar nicht digital fotografiert….. Ok, das war zum Zeitpunkt des Videos schon zehn Jahre her….

        Er sagt: wenn man was sucht, dann findet man was. Wenn man nicht hinsieht, dann sieht man auch keine Verschlechterung. Also: Mitteilung vom Guru: auch die hochwertigen Filter verschlechtern das Bild. Man muss nur hinkucken.

        Und die Argumentation Pro-UV-Filter, dass man dann das nahe UV aus dem Objektiv heraushält… Es stimmt, das nahe UV hat innerhalb des Objektivs eine andere Fokuslage. Das ist aber schlicht irrelevant, weil sich die Frequenz des nahen UVs im Objektiv nicht ändert – und damit ist es egal, ob es vor dem Objektiv oder hinterher ausgefiltert wird. Dass sich da im Objektiv außerhalb des sichtbaren Lichts noch andere elektromagnetische Wellen tummeln stört nicht.

        Wie er selbst sagt – alle “Schutzfilter” begrenzen die Auflösung. Das Argument “Die Begrenzung ist geringer als beim Objektiv” ist ein bisschen strange. Uschold ist Fachmann und weiß, dass eine Begrenzung des Eingangs eines Systems immer auch das darauf folgende System begrenzt. Und zwar umso stärker, je hochwertiger das folgende System ist. Vor einem Flaschenboden ist ein Schutzfilter irrelevant. Vor einem TopPro aber eben nicht.

        Er amüsiert sich über “Profis” die alle ohne Schutzfilter rumlaufen. Warum machen die das? Weil sie so viel Geld haben? Nein. Weil sie wissen, wie man seine Linsen putzt und dass man einen Kratzer auf der Frontlinse mit einem schwarzen Filzstift zum Verschwinden bringt – aber den Kontrastverlust durch den Filter bei Gegenlicht nicht. Weil sie für ihr Equipment Unmassen Filter kaufen müssten und höchstens alle Jubeljahre mal ne Frontlinse verreckt – und wenn die platt ist, muss eh das ganze Objektiv zur Rep. Dagegen müssen die Filter alle paar Jahre ersetzt werden, weil sie natürlich nur neu halbwegs brauchbar sind. Denn die Filter unterliegen genau der gleichen “schleichenden Abnutzung” ( Uschold) wie die Frontlinsen. Nur dass die Frontlinsen meistens qualitativ hochwertiger als die Filter sind. (Die “schleichende Verschlechterung” der Bildqualität von Objektiven hat übrigens mitnichten mit einer zunehmenden Dreckschicht auf der Frontlinse zu tun, sondern oft mit einer verdreckten Hinterlinse bzw Feinstaub im Objektiv. Und genau diesen Staub kann man bei Canons durch ein Schutzfilter minimieren, weil eben dadurch die Dichtigkeit der  Objektive verbessert wird.)

        Wo alle natürlich recht haben: Wenn man seine Frontlinse vor Dreck schützen will, dann ist ein Schutzfilter richtig. Wovor es nicht schützt, ist eine Beschädigung der Frontlinse. Im Gegenteil. Wenn das Schutzfilter splittert, erwischen die scharfen Splitter es so gut wie immer auch die Frontlinse. Das Schutzfilter splittert aber wesentlich früher als die Frontlinse (dünner und nur  nur durch den dünnen Filterring geschützt.) Schläge aufs Filtergewinde stören die Frontlinse normalerweise gar nicht. Und jeder Schlag, dem ein Schutzfilter widersteht, dem widersteht auch eine Frontlinse. Und jeder Schlag, der ein Schutzfilter zerstört, der wird durch die Splitter auch die Frontlinse zerkratzen, selbst wenn die Frontlinse dem Schlag ohne Filter widerstanden hätte.

        Der beste mechanische Schutz für die Frontlinse ist die Streulichtblende.

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