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- Dieses Thema hat 18 Antworten sowie 9 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 2 Jahren, 11 Monaten von
Anonym aktualisiert.
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27. April 2022 um 19:30 Uhr #76095
Anonym
Ein sehr guter Freund hat mich gefragt, ob ich wohl Bewerbungsbilder von im Machen könnte. Das scheint so ein midlife crisis-Ding zu sein weil er denkt er müsste mit 49 nochmal etwas ganz anderes versuchen. Wie auch immer, meine Antwort lautete: „Machen kann ich die schon aber ob die was taugen, kann ich dir nicht sagen“. Wir haben dann etwas rumgespielt und jetzt habe ich alle Rechte an seinen Bildern, ein Leben lang;-)
Ne, Spaß bei Seite. Habe ich etwas grob falsch gemacht oder was könnte wir besser machen? Geht das so?
Grüße,
Rudger -
27. April 2022 um 21:38 Uhr #76097
Hmmm, Rudger, kommt drauf an, wo er sich bewerben möchte… 😉
Grundsätzliches…
– Beschnitt (viel zu viel Luft oben!) – Augen auf Drittel-Linie oder im Goldenen Schnitt (jaja, ich weiß, die Regeln…)
– stimmt der Weißabgleich (sieht hier bei mir sehr rosig aus, dein Freund)?
– Freistellerei – mag Geschmacksache sein, aber bei Bewerbungsbildern würde ich nicht derartig freistellen, dass Ohren und Haare unscharf werden (mache ich eh ungerne, aber bei Bewerbungen schon gar nicht). Beide Augen müssen allerdings unbedingt scharf sein!Prima ist die komplett reflexfreie Brille!
Und trotzdem ein Lichtreflex im Auge!Eine Grundsatzdiskussion könnten wir lostreten bzgl. der Beleuchtung:
„Darf“ ein Bewerbungsbild so unterschiedlich beleuchtete Gesichtshälften haben? Und wenn ja – „darf“ sich der Protagonist, so wie hier, vom Licht wegdrehen oder sollte er sich hin drehen?tbc…
lg, Martin
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Der Kleine Physiker geändert.
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28. April 2022 um 7:57 Uhr #76102
Moin Rudger,
da schließe ich mich Martin vollumfänglich (grausames Wort) an.
Allerdings hab ich noch einen weiteren Aspekt. Du hast das Foto platt von vorne gemacht. Das ergibt wenig Spannung und schaut eher biometrisch und un-dynamisch aus. Ich find Bilder besser, wo das Model mit der Schulter ein bisserl schräg zur Kamera steht und den Kopf dann nach vorne dreht.
Klaus
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Klausihonig geändert.
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28. April 2022 um 9:28 Uhr #76107
Hallo Klaus,
die Körperhaltung hängt tatsächlich vom Job ab…Grundsätzlich stimme ich dir zu:
Portraits „eigentlich“ eher leicht eingedreht und mit dem Gesicht/Kopf dann zur Kamera.Aber bei einem Job, wo „breite Schultern“ gefordert werden, ist es heute nicht unüblich, auch breite Schultern zu zeigen. Sogar mit verschränkten Armen habe ich schon gesehen/gemacht.
jm2c, Martin
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28. April 2022 um 9:58 Uhr #76109
Ja, da haste natürlich Recht, Martin. Es macht ja nen Unterschied, ob ich mich für nen Job als Holzfäller bewerbe oder in der Hotelbranche. Oder oder.
Und auch Christine hat Recht mit der Frage nach den Klamotten. Wenn des ne Firma ist, wo alle mit nem Anzug rumlaufen, dann haste mit einem schlichten Hemd vermutlich eher schlechte Karten.
Mir ist noch der Eintagesbart aufgefallen. Zufall? Absicht? Will er so ein bisserl unrasiert rüberkommen?
Andererseits hat sich mein früherer Chef mit einem echten Rasputinbart-Bild beworben. Und sich gesagt, entweder nehmen die mich, weil sie mich mit meinem Knowhow wollen und ihnen das Outfit egal ist – oder sie lehnen mich ab wegen des Barts. Als er den Job dann hatte, hat er sich rasiert und Anzug und Krawatte angezogen…
Klaus
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28. April 2022 um 8:49 Uhr #76106
Hi,
den Hinweis von Klaus bezüglich des leicht seitlichen Blick finde ich gut. Mir ist dabei wieder eingefallen, dass bei meinen letzten Bewerbungsbildern, beide Seiten probiert wurden und eine Gesichtshälfte immer besser rüberkam als die andere.
Ein Wort noch zur Kleidung: ich überlege schon seit gestern Abend, auf welche Stellenanzeigen man sich so informell gekleidet bewirbt, vielleicht wäre auch da noch etwas Abwechslung angesagt. Es macht ja durchaus Sinn für verschiedene Firmen, verschiedene Outfits zu nutzen, abhängig vom „Stil“ der jeweiligen Firma.
Christine
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28. April 2022 um 10:41 Uhr #76115
Zu den Bewerbungsfotos möchte ich noch anmerken, dass es aus meiner Sicht grundsätzlich kein Richtig oder Falsch gibt. Es sind einfach zu viele Faktoren zu beachten. Immer noch werden Menschen in Jobs eingestellt, die sich mit (fotografisch wirklich schlechten) Bildern aus dem Passbildautomaten bewerben. Ebenso landen Bilder beim Personaler sofort in der Rundablage obwohl fotografisch perfekte und auch nicht gerade billige Atelier-Fotos eingesendet wurden. Dafür gibt es aus meiner Sicht die unterschiedlichsten Gründe. Der Hauptgrund ist für mich: die abgelichtete Person muss authentisch rüberkommen. Und dabei spielt sicherlich die Kleidung, Frisur, Bart, Schmuck, Körperschmuck, Tattoos usw. eine Rolle. Auch die Haltung und der Ausdruck der fotografierten Person ist oftmals entscheidend. Im Hawaii-Hemd mit Schirmchen-Cocktail in der Hand vor einer Beach-Fototapete abgelichtet, kann für die Bewerbung als Barkeeper im Beach-Club passen. Für die Bewerbung bei einer hanseatischen Privatbank eher nicht. Der Metallbauer im Anzug mit weißem Hemd und Krawatte erscheint sicherlich genauso wenig authentisch wie die Vorstandssekretärin im Spaghettiträger Top und Full Sleeve Tattoo. Nicht zu vergessen die Vorlieben der PersonalerInnen auf deren Schreibtisch Dutzende Bewerbungsmappen landen. Der Eine hält „american headshots“ für das Maß aller Dinge während die Andere nichts abgedroschener findet als diese vor ein paar Jahren noch total angesagte Art des Bewerbungsfotos. Wenn ich Bewerbungsfotos mache bestelle ich die Kunden mit einer Auswahl an Kleidung und MakeUp Utensilien ein. Zuallererst aber schauen wir uns, sofern vorhanden, den Internetauftritt der jeweiligen Firma an. Und zwar den Teil der meistens „Über uns“ oder „Unser Team“ oder jedenfalls so ähnlich heißt. Dort sieht man meist ganz gut, welche Vorstellung man in der Firma vom Auftritt der MitarbeiterInnen hat. Entweder sind Portraits aus den Bewerbungsunterlagen der Mitarbeitenden in die Galerie aufgenommen worden und ich kann ersehen, aha, mit diesem Bewerbungsfoto hat es also jemand in den Job geschafft. Oder aber die Mitarbeitergalerie wurde für die Imageseite des Unternehmens professionell fotografiert, was mir als Fotograf wiederum einen Anhaltspunkt gibt, was untrenehmensseitig so gefragt ist. Ich könnte noch seitenweise schreiben, was ich allerdings nicht tue, weil FotografIn und BewerberIn müssen zusammen rausfinden was am besten passt. Auch mal was ganz verrücktes machen um den potentiellen Arbeitgeber zu überraschen. Warum nicht? Und das kostet bei aller Routine der Fotografierenden vor allen Dingen eins: Viel Zeit. Und wenn man das nicht freundschaftsmäßig macht kostet die Zeit nunmal Geld. Isso! Aber wenn es zum Erfolg führt ist es auf jeden Fall gut investiertes Geld…
Soweit erstmal meine Gedanken dazu.
Gruß aus HH
Achim
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Achim Meier geändert.
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28. April 2022 um 17:00 Uhr #76118
Anonym
Erst mal vielen herzlichen Dank für eure Hilfe und die ausführlichen Ratschläge!
Mein Freund bewirbt sich auf eine sehr spezielle Stell bei einem Einzigen potentiellen Arbeitgeber. Die Stellenbeschreibung verlangt ausdrücklich auch körperliche Fitness und das Outfit (inklusive Bartstoppeln) ist so bewusst gewählt. Da hat sich mein Kumpel auch nicht reinreden lassen. Alles andere habe ich zu verantworten.
Was ich von euren Ratschlägen versuchen werde umzusetzen ist erstmal abzublenden, damit auch die Ohren scharf werden. Auch ein Auge auf einen Kreuzungspunkt des goldenen Schnittes zu legen, sollte ich hinbekommen. Das mit dem Licht leuchtet mir ebenfalls ein (welch ein Wortwitz;-)) da muss ich mir wohl etwas einfallen lassen. Der Blick geht eben deshalb weg vom Licht weil ich sonst ständig Reflexionen auf den Brillengläsern hatte.Letztendlich wird es so sein wie Achim schrieb, es kommt auf den Geschmack des Personalers an.
Nochmal vielen, vielen Dank euch allen. Sollte mein Freund den Job bekommen werde ich euch berichten. Wenn nicht, dann hört ihr nie mehr wieder von der Sache.
Grüße,
Rudger-
28. April 2022 um 23:01 Uhr #76123
Bei körperlicher Fitness unbedingt die Unterkante Licht über das Kinn legen, so dass er einen Schatten auf den Hals kriegt. So geht sein Kinn in den Hals über und er wirkt „zu weich“.
Und Schultern zurück. Bitte.
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29. April 2022 um 17:29 Uhr #76126
Hallo Rudger,
„Das scheint so ein midlife crisis-Ding zu sein weil er denkt…“
Sowas gehört nicht in ein Forum, denke ich…
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30. April 2022 um 9:50 Uhr #76127
Anonym
@Reinhard: Dir auch vielen Dank für deine Tipps, ich bin immer wieder beeindruckt, auf was ihr alles achtet.
@ Olysseus: Was meinst du mit „so etwas“ Wir reden eben so miteinander und mein Kumpel saß neben mir als ich das schrieb. Im Übrigen war die ganze Aktion eigentlich seine Idee. Wörtlich sagte er: „Frag doch mal die Profis in deinem komischen Forum“ sonst hätte ich auch das Bild nicht hier eigestellt. Wo ist also das Problem?
Gruß,
RudgerPS. Heute Nachmittag starten wir einen neuen Versuch und mein Freund wird vorher eure Antworten zum lesen bekommen.
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30. April 2022 um 12:45 Uhr #76131
Etwas kontrastreicheres Licht wäre schön. Außerdem sollte die Körperhaltung mehr Dynamik ausstrahlen. Also aufrechter und die Schultern mehr zurück. Ein guter Trick ist außerdem die „Schildkröte“, also das Kinn leicht nach vorne strecken, damit die Kinnlinie definierter aussieht.
Hier ist ein nützliches Video dazu, sogar mit „normalen“ Nicht-Model-Menschen.
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30. April 2022 um 17:57 Uhr #76132
Anonym
Vielen Dank für den Link, der war sehr hilfreich. Geht ja auch in die Richtung von Reinhards Tipp.
Mein Freund hat die „Schildkröte“ gemacht und wir hatten jede Menge Spaß. Allerdings, Modell wird er wohl nicht mehr werden 😉Gruß,
Rüdger
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30. April 2022 um 11:36 Uhr #76130
Hi Rudger, wenn dein Kumpel daneben saß bzw., mit ihm abgestimmt war, was du persönliches über ihn hier schreibst, ist es vollkommen ok.
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30. April 2022 um 17:58 Uhr #76133
Anonym
wenn dein Kumpel daneben saß bzw., mit ihm abgestimmt war, was du persönliches über ihn hier schreibst, ist es vollkommen ok.
Dachte ich mir auch, aber es ehrt dich dass du dir darüber Gedanken machst.
Grüße,
Rudger
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30. April 2022 um 19:16 Uhr #76139
Ich finde, dass zu einer sorgfältig geschriebenen Bewerbung auch ein sorgfältig gemachtes Foto gehört. Ich bekomme sogar Bewerbungen, bei denen das Foto offensichtlich selbst mit dem Händi am ausgestreckten Arm gemacht wurde. Gruselig. Die zuletzt eingestellte Bewerberin hatte ein sehr gutes Porträt, auf dem sie trotz erheblichen Übergewichtes gut aussah. Das habe ich richtig bewundert. Und gut ist sie auch.
Meine Vorschläge sind:
Mehr Tiefenschärfe
Härteres Licht
Mehr Kinnschatten
Anderes Hemd
Dynamischere Körperhaltung, das sieht man bis ganz oben.Manchmal kann man auch einfach die Brillengläser herausnehmen, das löst schonmal ein Problem.
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30. April 2022 um 20:25 Uhr #76143
Anonym
Ob die Leute gut sind kann man nicht wirklich auf einem Bild sehen, und manche Personaler mögen keine übergewichtigen Bewerber, auch wenn sie ein sehr gutes Portrait einreichen. Das Ganze scheint ein äußerst komplexes Thema zu sein und etwas Glück gehört wohl auch dazu.
Vielen Dank für deine Vorschläge, einige davon hatten wir schon und haben heute Nachmittag versucht sie umzusetzen. Mehr Tiefenschärfe hat Martin schon empfohlen, mehr Kinnschatten haben Reinhard und elfchenlein schon vorgeschlagen. Mit dem härteren Licht bin ich mir nicht sicher, muss ein Portrait starke Kontraste haben? Und zuletzt die Brille, klar kann ich die Gläser heraus nehmen, sie wieder rein zubekommen ist das Problem. Auf das Outfit habe ich überhaupt keinen Einfluss. Da ließ mein Freund nicht mit sich reden. Bewerbungsschluss ist der 02.05 und wir werden morgen unser Produkt zusammen mit den restlichen Unterlagen hochladen. Drückt meinem Freund die Daumen und nochmal vielen Dank,
Rudger
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30. April 2022 um 20:40 Uhr #76144
Die Daumen drücke ich auf jeden Fall – für das Foto und die Bewerbung!
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30. April 2022 um 21:10 Uhr #76145
Anonym
Super, ist echt nett von dir, vielen Dank auch im Namen meines Freundes.
Der liest nämlich heute mit, und wir machen uns eben unser erstes Belohnungsbier auf. Wird wohl nicht das letzte sein;-)
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