Antwort auf: Versuch am Orionnebel

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#3611
iamsiggi
Teilnehmer

An sich hast Du das schon richtig gemacht: Man sollte versuchen, solange zu belichten wie geht. Damit bekommt man mehr Tiefe (Details).

Ohne Nachführung ist dann auch normalereweise das Limit dass die Sterne noch rund bleiben. Bei so hellen Objekten wie der Orion oder Andromeda kann es aber dennoch schon zu zu starken Überbelichtungen kommen.

Mit Nachführung ist dann das Limit oft der Himmelhintergrund.

Man belichtet immer so dass der Hintergrund (der Peak im Histogramm bei der Vorschau ca bei 20% sichtbar wird. Mehr verschlechtert dann die Dynamik, weil ja der Verbleibende Bereich zwischen Hintergrundhelligkeitswert und Weiß ja schrumpft. Und vor dem Hintergrund ist nichts zu finden.

Wenn helle Sterne im Spiel sind, kann man oftmals natürlich nicht vermeiden, dass sie trotzdem leicht ausbrennen. Aber es sollte nicht zu schlimm sein. Der Stern verliert damit ja auch seine Farbe. Und wenn die Helligkeit extrem ist, wird man bald mal Reflexe von allerlei im Strahlengang bekommen.

Beim Orion brennt da eben gleich mal das interessante Zentrum aus. Was halt nicht schön ist. Daher eher knapper belichten und die Tiefe des Bildes mit sehr viel mehr an Fotos zu bekommen.
Besser natürlich ist ein HDR zu machen aus verschieden lang belichteten Bilderstapel.

Beim DSS (DeepSkyStacker) gibt es ein paar Einstellungen, die man machen sollte:

http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=30&t=10808&p=72668#p72668

Je nachdem wie du stacken lässt, wirst du nicht umhinkommen, einen Zwischenschritt über 32bit Fitswork zu gehen. Wenn du ein stärker gesättigten Pixelwerte zusammenrechnest brauchst du mehr Bittiefe, sonst geht es durch die Decke….

In Fitswork das 32bit Fit aus dem DSS aufmachen und im Histogramm die Regler links und rechts soweit ausziehen, (Der geht da links und rechts weiter, denn vor allem links im dunklen ist da noch viel.) dass du gerade alles an Umfang drinnen hast. Das dann als 16bit speichern. Dann wird auch der Dynamikumfang des Bildes weitgehend erhalten bleiben und du kannst dann mit dem Programm Deiner Wahl die Rest machen.

Es ist alles sehr komplex und man müsste jeden Schritt durchgehen und auf Fehler prüfen. Ich bin da auch eher am Anfang, aber ich bringe jetzt Dinge zustande, die ich vorher nicht konnte. Vor allem hab ich etwas Gefühl bekommen, was man wirklich macht.

Wenn Du Zeit hast, gib dir da mal ein paar Videos wo die “Schulungsssessions” mitgeschnitten wurden:

http://dsig.at/html/nachlese.html

zb die zwei PixIntensiv Sessions von Tommy. Da bleibt einem der Mund offen stehn.

Es wird ein neues kommen, (das vom gestrigen Treffen – TGV Denoise) Und nächsten Monat gib es den “Gegen” Workshop mit Photoshop. Ich selbst bin bisher ohne Letzterem ausgekommen, und meine LR Lizenzen hab ich so gut wie nie benutzt.

Siegfried

BTW: derzeit kannst einen Kometen versuchen zu fotografieren:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10204331916096893&set=gm.1524796494517426&type=3&theater

Vor den Wolken hab ich genau 1 Bild machen können mit dem Teleskop. Und gleich eine Galaxie drauf gefunden, die 180 Mio LJ weit weg ist. Das auf einem Bild bei ISO3200 und 40sec Belichtungszeit.