Antwort auf: Monatsbild Dezember – ORI

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#3444
iamsiggi
Teilnehmer

Hallo Wolfgang,

Rein vom technischen Aspekt der Bildgewinnung: Ich hab mit “Kanonen auf Spatzen geschossen” da ich über ein sehr gute tragfähige (20kg) Montierung (AZ-EQ6) verfüge siehe Bild anbei des Setups (mit Handycam abgelichtet). Es ginge aber auch ein einfacher Tracker, der beste ist der Star Adventurer (http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=35&t=8239).
Damit kannst du wenn du gut einnordest mit einer Fotoapparat und Linse sicher auch locker auf einige Minuten genauer Nachführung kommen. Kostet glaub ich um die 300-400 Euro… und etwas Beharrlichkeit ;-).

Zum Bild: Da ich erst beim Belichten die hohen Schleierwolken erkannt habe, wollte ich diese Ausfnamesession gar nicht erst bearbeiten weil ich schon wusste, diesen Vordergrund über den teilweise sehr großflächigen roten (H-alpha) Regionen krieg ich sicher nicht weg.
So hab ich mich doch noch kurz hingesetzt und mit der Bearbeitung begonnen, da war es 22:40… eine Stunde später hatte ich es zumindest so weit, dass es zeigt was ich wollte:

Die wohl schönste und einfachst zu findende Region die der Winterhimmel bietet zu zeigen. Man sieht ja sogar da, wo der Orion Nebel ist mit freiem Auge dass was ist, spätestens wenn man auf einem Stativ fix mit Fotolinse und höherer ISO mal 5-10 sec belichtet. Mit Tele und um <1sec kann man im Zentrum sogar die Trapezsterne trennen!
Hier wollte ich auch zeigen dass man mit unserer normale Fotoausrüstung durchaus ansehnliche Bilder bekommt, wenn man sich etwas damit befasst und einen Tracker zur Nachführung nimmt. Sonst bräuchte man halt viel viel mehr kurz belichtete Bilder, die man dann zusammenmontieren lässt.

Zur Bearbeitung:
War wie gesagt eher “quick und dirty”. Ein einer Stunde erledigt.
Ich hatte 10 Bilder (dann störte das Mondlicht und noch mehr auch schon visuell sichtbar Bewölkung) mit 4 Minuten bei ISO400 gesammelt. ISO 400 damit nicht die Sterne total überstrahlen und man den Orionnebel flächiger sieht.
Der “M42” wie der Orion Nebel im Messierkatalog geführt wird ist ja Aufgrund des extremen Kontrastunterschieds nur mit HDR einigermaßen abzubilden- Er ist wohl eines der schwierigsten Objekte der Astrofotografie wenn man in die Tiefe geht.

Mit Freeware hätte ich früher einfach mit Deepsky Stacker die Bilder zusammenrechnen gelassen. Das Ergebnis im Fitswork als 32bit Bild dann den Hintergrund geebnet, den Tonwert einfach auf 16bit gebracht und mit dem TIFF in der Bildbearbeitung wo ich mich am besten auskenne also ACDSee kurz nachbearbeitet. Zumindest hat mir bei meinen normalen Fotos bisher immer ACDSee gereicht.

Wer in Fotoshop mit Masken arbeiten kann, bringt das aber auch locker hin. Wer sich gut auskennt, kann da sämtliche Schritte auch machen.

Wichtig ist aber: Mit dem möglichst unverfälschten RAW zu arbeiten.

Anleitungen wie man mit der Software umgehen kann, gibt es zuhauf im Internet.

Da ich PS nicht mag (auch wenn ich dazu Zugang habe und auch gültige Lizenzen, für Härtefälle hatte ich immer schon Corelprodukte, wo auch die Preispolitik stimmt für mich und unsere Firma) habe ich mich nach einem Kurs den die Wiener “Selbsthilfegruppe für Astrofotografen” (Dsig.at) anboten dann für Pix Insight entschieden.
Mit PS ginge das alles aber auch und höhre ich mir sicher auch an.

Wer mal reinschnuppern möchte was da einfach möglich ist:
http://dsig.at/html/nachlese.html
Da bleibt einem machmal der Mund offen stehn ;-)

Auf jeden Fall aber lernt man mehr darüber was sich in den Tiefen der Pixeldaten die wir so produzieren versteckt und wie man damit umgehen kann. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es einfach hilfreich wenn man erahnen kann, was ein Schieberegler und Parameter in der Bildbearbeitung tut.

Hat man erstmals diese zugegeben hohe Barriere überwunden, eröffnen sich einem ganz neue Wege wie man zu einem Ergebis kommt.
Letztendlich zählt aber das Ergebnis, einerlei wie man da hingekommen ist.