Praxisbericht zur Olympus E-500
(c) Heinz-Guenter Hamich 11/2005
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Grundsätzliches zur Olympus E-500 |
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Nachdem ich mich nun einige Zeit recht intensiv mit dieser neuen Kamera beschäftigt habe, möchte ich versuchen, ein Fazit zu ziehen. Bevor ich jedoch zu einem Urteil komme, erst einmal die grundsätzlichen Dinge:
Die Olympus E-500 kommt als sehr kompakte Digital-SLR mit jetzt klassischem Aussehen daher. Mit ihren Ausmassen von 129,5 x 94,5 x 66 mm (BxHxT) und einem Gewicht von 435 Gramm ohne Akku gehört sie zu den kleineren im Markt erhältlichen Modellen.
Kamera inklusive Akku, angebrachtem Trageriemen, eingesetzter CF-Karte und montiertem Zuiko Digital 14-45mm, F3.5-5.6 (inklusive Sonnenblende) wiegen als komplett betriebsfertige Einheit 847 Gramm.
Dies erleichtert zum einen die Mitnahme der Kamera auf vielen Excursionen, andererseits leidet das Handling durch die geringen Abmessungen nicht. Ganz im Gegenteil, die Kamera fasst sich solide an, vermittelt einen ebenso sauberen Qualitätseindruck (nichts quietscht, nichts knarzt) und lässt sich in nahezu allen Funktionen auf Anhieb und einwandfrei bedienen, das geringe Gesamtgewicht und -volumen belastet zudem nicht auf längeren Wanderungen oder der mehrstündigen Fotopirsch.
Die Kamera verfügt wie ihre etwas ältere Schwester Olympus E-300 über einen kleinen, ausklappbaren Blitz im Oberteil des Sucherprismas. Im Gegensatz zur Olympus E-300 lässt sich dieser integrierte Blitz nicht mehr zusammen mit einem Aufsteckblitz nutzen - also entweder nur Einbaublitz oder nur Aufsteckblitz. Der bei der Olympus E-300 dafür prädestinierte Olympus FL-36 funktioniert auch an der Olympus E-500 bestens, aber eine Koppelung beider Blitze ist durch die neue Form des Sucherprismas nicht mehr möglich.
Eine Aufzählung der technischen Details erspare ich mir hier ganz bewusst, da diese sowohl auf der Olympus-Homepage wie aber auch beispielsweise im Review auf dpreview.com sowie in anderen Tests nachzulesen sind.
Grosser Pluspunkt der Kamera ist die sehr einfache und logische Bedienung. Per Drehrad ist entweder das Vollautomatikprogramm (das jedem Nutzer praktisch alle Entscheidungen abnimmt und die Parameter selbsttätig ermittelt - und damit logischerweise bei speziellen Anforderungen auch danebenliegen kann) oder eines der üblichen Vorwahlprogramme (P/A/S) einzustellen. Darüber hinaus bietet die Kamera eine manuelle Einstellung und eine sehr umfangreiche Reihe von Szenenprogrammen, die von Makro über Portrait, Kerzenlichtaufnahmen und vieles mehr bis hin zu Szenenmodi wie Strand/Schnee und Sport reichen. Praktisch für alle Anwendungen mehr als ausreichend vordefinierte Programmvarianten, die eine individuelle Einstellung der einzelnen Parameter wie Blende und Verschlusszeit erübrigen.
Wer jedoch genau auf diese Vorgaben durch die Kamera bewusst und gerne ganz oder teilweise verzichtet, dem eröffnet sich eine äusserst breite Palette an Konfigurationsmöglichkeiten, die einzeln aufzuführen schon das Mass eines kleinen Praxisbereichtes weit überschreiten würde.
Als Highlights seien daher hier nur genannt:
- 1/3-Stufen-Einstellung der ISO-Werte bis hin zu 1600
- Wahlmöglichkeit für Schärfe- oder Auslösepriorität (!!)
- Bildmodi-Variationen, mit deren Hilfe sich verschiedene Aufnahmefarbcharakteristika (Vivid, Natural, Muted, S/W und Sepia) einstellen lassen. Diese alle sind dann einzeln wiederum in den Parametern Schärfe, Kontrast und Farbsättigung an die Wünsche des Nutzers anpassbar (ich empfinde die Einstellung 'Natural' mit Kontrast und Farbsättigung auf Null und Schärfe auf Plus 1 als sehr angenehm).
- Gradationsveränderungsmöglichkeit für High-Key-, Low-Key- und Normalaufnahmen, also die Möglichkeit, ausserhalb der normalen Kontrastwiedergabe auch dunklere oder hellere Bildwirkungen zu erzielen.
- Qualitätseinstellung in vielfältigster Form inklusive RAW und JPEG in diversen Komprimierungsstufen gleichzeitig
- Weissbalance automatisch oder über vielfältigste Festwerte wie auch die Möglichkeit der individuellen Kelvin-Vorgabe
- Belichtungsmesscharakteristika sind frei wählbar in einer für diese Kameraklasse wohl einmaligen Bandbreite: ESP als Messung mit Berücksichtigung des aktivierten AF-Feldes oder ohne diese Konzentration, mittenbetonte Messung, Spotmessung auf 2% des Sucherfeldes und Spotbelichtungskorrektur um die Werte 'Spot Hi' und 'Spot Sh', mit denen nochmals eine leichte Verschiebung der Spotmessergebnisse je nach Aufnahmesituation zu hellerer oder dunklerer Belichtung hin möglich ist.
Die Digitale ESP-Messung knüpft ihr Ergebnis an 49 Segmente im Bild.
Dies neben den Möglichkeiten der auch individuellen Konfiguration ganzer Parameter-Sortimente als eigene Kameraeinstellung (Customer-Modi) als kleine Aufzählung dessen, in welcher Bandbreite die Kamera auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann.
Die Praxis zeigt, dass diese nahezu unendliche Vielzahl der in die Olympus E-500 eingebauten Variationsmöglichkeiten eigentlich kaum Grenzen kennt.
Die Kamera fokussiert über drei AF-Messfelder, von denen das mittlere ein Kreuzsensor ist, hier ist entweder die durch die Kamera erfolgende automatische Wahl des Messfeldes einstellbar oder eben die manuelle Auswahl eines der drei je nach Fotografiergewohnheiten oder Motivsituation. In der Vielzahl aller Fälle zeigt sich in der Praxis, dass man als Nutzer mit der Wahl des mittleren Messfeldes am besten fährt.
Das 2,5-Zoll-grosse Display (und man kann das Wörtchen 'gross' garnicht deutlich genug betonen) ist ein HyperCristal LCD, das über einen sehr weiten Bereich - also auch von der Seite her - gut einsehbar ist und selbst bei direktem Sonnenlicht auf die Displayoberfläche das Bildergebnis noch mehr als akzeptabel und farbrichtig wiedergibt. Die Entspiegelung ist weniger gelungen, hier können Reflektionen je nach Kamerahaltung auftreten.
Die Kamera verfügt über ein einziges Einstellrad für die je nach gewählter Funktionsweise anzuwählende Zeit- oder Blende. Dieses Rad liegt sehr griffgünstig für den rechten Daumen (bei Rechtshändern) platziert und ermöglicht eine einwandfreie Nutzung, rastet sauber und geschmeidig in seine Positionen. Im Falle der manuellen Nutzung der Kamera (also der Wahl von Blende und Zeit durch den Nutzer) übernimmt die ebenfalls sehr griffgünstig in der Nähe des Auslösers gelegene Plus-Minus-Korrektur-Taste die Funktion eines Umschalters. Wird beispielsweise die Belichtungszeit per Rad gewählt, lässt sich die Blende bei Druck auf die Korrekturtaste mittels des Daumenrades passend zur zuvor eingestellten Zeit anwählen. Ein Fingerdruck schaltet um zwischen den Funktionen des Daumenrades.
Eine meines Erachtens genial einfache Lösung, die zu einer hervorragenden Bedienbarkeit verhilft.
Wichtige Funktionen wie Weissabgleich, ISO-Wert-Einstellung, AF-Charakteristik, Belichtungsmesswahl und Fokusfeldwahl lassen sich direkt - ohne das Menue nützen zu müssen - per Tastendruck durchführen.
Apropos Bedienbarkeit: wie schon erwähnt, liegt die Kamera sehr gut in der Hand, der frontseitige Griff ist ideal ausgeformt, die 'Belederung' trägt ein Übriges zur Handlichkeit bei.
Lediglich mit der vom Sinn her sehr logischen Sofort-Weissabgleichstaste auf der Rückseite der Kamera habe ich ein kleines Problem. Die rückseitige Daumenmulde ist mir nicht gross genug beim Halten der Kamera (speziell mit etwas gewichtigeren Objektiven). Mein Daumen sucht nach mehr Abstützung und rutscht immer wieder automatisch auf diese kleine Taste, deren Drücken dann eben völlig ungewollt den Weissabgleichs-Modus aufruft. Hier hilft es, die mit dem Firmware-Update 1.1 eingeführte Möglichkeit des WB-OFF zu nutzen, die Funktion dieser Taste also gänzlich auszuschalten.
Alternativ dazu ist es weiterhin möglich, die Tiefenschärfe-Funktion - Optik blendet ab und im Sucher ist die Schärfenausdehnung erkennbar - auf diese Taste zu legen (Anzeige 'Vorschau').
Zum Sucher: FourThirds- und bauartbedingt ist das Sucherbild zum einen recht klein, zum anderen aber auch nicht sonderlich hell - also mit analogen Kleinbildkameras diesbezüglich kaum zu vergleichen. Der Suchereinblick erscheint auf den ersten Blick recht klein und ist es auch.
Im Rahmen meiner kurzen Einarbeitungszeit zeigte sich jedoch recht schnell, dass es sich in der Praxis als kaum hinderlich darstellt, man gewöhnt sich recht schnell an dieses kleine Sucherbild und kann damit relativ gut arbeiten und die Bildsituation beurteilen. Lediglich die manuelle Scharfstellung braucht ein geübtes, sehr gutes Auge, um ihr Ziel zu finden, das die Mattscheibe - wie bei allen Kameras dieser Klasse - nicht durch Auswechselbarkeit oder gar einen Schnittbildindikator unterstützt.
Die in den Sucher eingeblendeten Anzeigen für Kamerafunktionen finden sich wie bei der Olympus E-300 wieder am rechten Rand des Sucherbildes, eine Eigenart, die ich hier ebenso wie schon ab der Olympus E-300 als nicht optimal bemängele. Zudem habe ich bei der Olympus E-500 den ganz persönlichen Eindruck, dass sich bei korrekter Einstellung des vorhandenen Dioptrienausgleiches und damit scharfer Wiedergabe des Sucherbildes eine Schärfediskrepanz zu den seitlichen Anzeigen ergibt. Mir gelingt es nicht, sowohl Sucherbild und Anzeige als auf einer Ebene befindlich vollständig scharf zu erkennen.
Dieses Manko lindert dann wiederum das excellente Display auf der Kamerarückseite unterhalb des Suchers, das im Aufnahmemodus alle erdenklichen Informationen bereitstellt - und dies in einer Form, die es auch mir als Brillenträger ohne Nutzung derselben ermöglicht, alles klar und deutlich zu erkennen. Perfekt und mehr als hilfreich.
Einzig die dauerhafte Anzeige des Batterie-/Akkuzustandes würde ich mir hier noch wünschen, da diese kurz nach dem Einschalten der Kamera wieder verlischt.
Die Displayanzeige lässt sich - wie nahezu alles an dieser Kamera - nach Gusto des Anwenders einstellen, man wählt zwischen zwei Farben, auf Tastendruck zwischen zwei Informationsmodi oder kann gänzlich abschalten.
Und damit wären wir beim Einschalten: es dauert einen Hauch länger als von anderen Kameras gewohnt, hier im Falle der Olympus E-500 knapp 1,5 Sekunden bis zur Aufnahmebereitschaft. Dies bedingt durch die bei jedem Einschalten sich automatisch aktivierende Staubschutzfunktion (SSWF) eine leichte Verzögerung. Schaltet man die Kamera vor dem Körper ein und führt sie zum Auge, ist sie beim Blick durch den Sucher bereits funktionsbereit. Insofern stellen sich diese 1,5 Sekunden kaum als praxisrelevanter Nachteil dar, zumal diese Zeit ja sinnvoll zum Säubern des Sensors genutzt wird.
Beim Wiedererwecken aus dem - ebenfalls individuell programmierbaren - Schlafmodus verkürzt sich diese Einschaltzeit trotz auch dann aktiviertem SSWF auf etwas weniger als eine Sekunde.
Die Auslöseverzögerung ist praktisch nicht messbar und entspricht dem, was man heute von Kameras sowohl dieses Segmentes wie auch der gehobeneren Klassen erwartet.
Im Wiedergabemodus (Bildwiedergabe) erscheint nach dem Druck auf die Info-Taste das Bild nebst Dateinummer, gewählter Pixelgrösse, Datum und Uhrzeit, desweiteren nach zusätzlichem Druck: Histogramm, aufgeteilt in alle Kanäle nebst ISO-Wert, Zeit, Blende und Brennweite sowie Messcharakteristik. Zusätzlich ist ein Gesamthistogramm als das Bild überlagerndes Schema anwählbar. Das Bild selbst ist über das Daumenrad bis zu 14-fach vergösserbar und mittels Tastenkreuz in alle Richtungen verschiebbar. Eine Kontrolle der Bildschärfe ist möglich. Bei Bildwiedergabe kehrt die Kamera durch Berühren des Auslösers sofort in die Aufnahmefunktion zurück (auch dies ist wieder individuell einstellbar).
In der Kamera lassen sich Compact-Flash-Karten bis hin zu den neuen 6 GB-Microdrives ebenso nutzen wie die kleinen xD-Cards. Bei Nutzung beider Kartenschächte wählt der Nutzer die für die Speicherung zu verwendende Karte übers Menue aus.
Als Akku kommt der auch aus der Olympus E-300 bekannte Olympus BLM-1 zur Verwendung, der bei einem ersten Versuch mehr als 500 Bilder ermöglichte.
Das AF-Modul der Olympus E-500 ist gegenüber dem der Olympus E-300 etwas überarbeitet.
In der Funktion 'Single-AF' habe ich bei Nutzung lichtstarker Optiken wie dem Zuiko Digital 14-54mm, F2.8-3.5 oder dem Zuiko Digital ED 50-200mm, F2.8-3.5 den Eindruck, dass durch die sich auch in den technischen Daten zu findende Erweiterung des Arbeitsbereiches (Olympus E-300 und Olympus E-1 von EV 0 bis EV 19, Olympus E-500 von EV -1 bis EV 19) sich Vorteile für die Olympus E-500 in der Praxis ergeben.
Sie fokussiert in Low-Light-Situationen einen Hauch akkurater und treffsicherer als ihre beiden grossen Schwestern, im Continuos-AF kann ich keinen Vorteil für die Olympus E-500 herausarbeiten. Wie gewohnt, ist der AF schnell (aber keineswegs der schnellste) und fokussiert in zwei Schritten: eine grobe Vorfokussierung und ein kleiner, schneller Nachstellschritt. Dies führt dazu, dass die Olympus E-500 in ihrer diesbezüglichen Schnelligkeit von anderen Kameras überboten wird, dafür aber äusserst exakt auf den Punkt das Ziel trifft und festhält. Fehlfokussierungen sind die Ausnahmen und meist dadurch bedingt, dass gewisse Mindestanforderungen ans Motiv (Kontrast) unterschritten werden, also nicht der Kamera anzulasten. Die Olympus E-500 ist damit ganz sicher weiterhin keine Kamera, die für professionelle Low-Light-Sportfotografie taugen könnte (dafür ist sie mit knapp 3 Bilder/Sekunde auch grundsätzlich nicht konzipiert), sie bewältigt aber alle Alltagsaufgaben mit diesem treffsicher arbeitenden Autofokus sehr zufriedenstellend.
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Bildqualität |
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Hier könnte ich es mir jetzt sehr einfach machen und fast schon grundsätzlich auf den von mir zur Olympus E-300 erstellten Praxisbericht verweisen. Viele der darin gemachten Aussagen sind praktisch nahtlos auch auf die E-500 übertragbar ... wenn da nicht ein paar feine Unterschiede wären.
Fange wir mit dem einfachsten Part an, die visuelle Beurteilung der Farbwiedergabe:
Olympus-typisch kommt auch die Olympus E-500 mit einem Bildeindruck bezüglich der Farbe daher, den man am einfachsten mit den Worten realistisch, angenehm und sehr der Farbkraft und Brillanz von Dias ähnelnd beschrieben kann. Die Farben strahlen, sind sehr frisch, jedoch frei von jeglichen Übertreibungen - einfach äusserst angenehm anzusehen.
In allen ISO-Bereichen von 100 bis 400 inkl. hält sich das Rauschen deutlich zurück, die Bilder wirken sowohl bei Betrachtung eines Ausdruckes wie aber auch am Monitor homogen, einfarbige Flächen erscheinen sauber und klar.
Bereits bei der niedrigsten ISO-Einstellung ist bei Verarbeitung und Ausgabe der Bilddateien in JPEG (unabhängig von der Qualitätsstufe) erkennbar, dass die kamerainterne Entrauschung zu leichten Schärfeverlusten führt, dies ansteigend bei höheren ISO-Werten.
Bilder, die beim Ausdruck in 13 x 18 cm noch knackig wirken, zeigen in der 50% oder 100%-Ansicht am Bildschirm eine zurückhaltendere Schärfe, als dies beispielsweise von der Olympus E-1 gewohnt (im Prinzip auch hier eine Analogie zur Olympus E-300). Wer auf grossformatigen Ausdruck, auf professionelle Verwendung seiner Bilddateien angewiesen ist, dem sei wirklich dringend angeraten, die Kamera entweder ausschliesslich in der RAW-Aufzeichnung zu betreiben oder - um allen Anforderungen bezüglich der weiteren Verwendung gerecht zu werden - in der ebenfalls wählbaren Einstellung 'RAW+SHQ'.
Die von mir unter Verwendung des RAW-Konverters 'RAWShooter Premium' entwickelten RAW-Dateien der Olympus E-500 zeigen nach Ausarbeitung auch unter Beibehaltung der Grundeinstellungen im Konverter eine deutlich bessere Gesamtschärfe, eine verbesserte Dynamik und eine differenziertere Farbdarstellung.
Doch erst noch einmal zurück zum Thema 'JPEG': wie von den anderen Olympus-Kameras gewohnt, sind auch bei der Olympus E-500 kaum Unterschiede zwischen den Qualitätseinstellungen SHQ und HQ feststellbar. Zur Verminderung der zu speichernden Datenmengen und unter Berücksichtigung des Verwendungszweckes der zu erstellenden Bilddateien kann in vielen Fällen (Alltags- und Erinnerungsfotografie) ohne grosse Bedenken auch auf HQ zurückgegriffen werden. SHQ bietet einen Hauch mehr Reserven, JPEG-typische Artefakte treten später auf, die Bilder sind stärker vergrösserungsfähig. Hier sollte jeder für sich in einer stillen Stunde mal am PC ausprobieren, in welcher Einstellung seine ganz individuellen Vorstellungen erfüllt werden.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Bilder in JPEG generell eine relativ hohe Qualität aufweisen und für eine ganze Reihe von Anwendungen ausreichend sind - jedoch keinesfalls das Optimum dessen, was die Kamera zu leisten in der Lage ist, darstellen.
Der hier aufgezeigte Unterschied zwischen JPEG und RAW wird umso deutlicher, je höher der vom Nutzer gewählte ISO-Wert ist. Oberhalb von ISO 400 (und hier lässt sich die Kamera durch ihre Empfindlichkeitseinstellung in Drittelschritten bis hin zum höchsten Wert von ISO 1600 je ganz akribisch und wirklich perfekt an Situation und Anforderung anpassen) greift die kamerainterne Entrauschung dann doch deutlich bemerkbarer in JPEG ein, Details gehen klar erkennbar bei ISO 800 oder gar ISO 1600 zu Gunsten eines homogeneren Gesamteindruckes verloren.
Nicht nur aus Gründen der erzielbaren Gesamtschärfe, sondern auch aus Gründen der besseren, saubereren Schattendurchzeichung, der damit erreichbaren höheren Dynamik und letztendlich des besseren Bild-Gesamteindruckes sei ganz speziell im Bereich oberhalb von ISO 400 bei höheren Ansprüchen an die Dateiqualität RAW dringend empfohlen - wobei auch bereits bei ISO 100 Basiseinstellung die RAW-Dateien in vielfältiger Hinsicht bessere Ergebnisse zu liefern imstande sind.
Die Nachbearbeitung innerhalb des RAWShooters (also auch die Entrauschung) führt zu - je nach ISO-Wert - guten über zufriedenstellenden bis gut akzeptablen Ergebnissen.
Bei Werten von ISO 400 bis ISO 640 sind weitgehend rauscharme, scharfe Bilder das Ergebnis, die im Konkurrenzumfeld kaum einen Vergleich zu scheuen brauchen. Ab ISO 800 werden Schatten sichtbar körniger, Lichter zeigen jedoch eine sehr gute Strukturwiedergabe, ein geringes Rauschen. Bei ISO 1600 ist das Ergebnis im fertigen Bild immer noch erstaunlich und besser als mit der diesbezüglich ja durchaus auch verwendbaren Olympus E-300, aber in feinen Strukturen zeigen sich dann auch die Glättungseffekte des externen Tools.
Mal ganz abgesehen von professionellen Anforderungen - für die die Kamera ja auch nicht entwickelt wurde - kann ich mit Fug und Recht bei der Olympus E-500 sagen, dass die von mir angefertigten ISO 1600 Aufnahmen für wirklich alle Zwecke auch der etwas anspruchsvolleren Normalfotografie ausreichen - und zur Dokumentation im Rahmen einer Urlaubs- oder Erlebnisfotografie sowieso.
Ein ISO 1600 Bild der Olympus E-500 würde ich in seinem Rauschverhalten in etwa - abhängig vom Motiv und der Beleuchtungssituation (deshalb ist eine generelle Aussage diesbezüglich kaum machbar) - einem Bild der Olympus E-300 mit etwas oberhalb ISO 800 gleichstellen.
Grob geschätzt, verbucht die Olympus E-500 hier einen halben bis zweidrittel Blendenwert Vorteil für sich. Dies ist zum einen vermutlich auf den geänderten Filter in der Kamera zurückzuführen, zum anderen ganz sicher auf die modernisierte, neu angepasste interne Bildverarbeitungssoftware, die ja auch in RAW (Rohdateien) trotzdem eine immense Rolle spielt. Bühnenaufnahmen mit der Olympus E-500 sind beispielsweise gut machbar, Nacht-Übersichten wie die hier weiter unten gezeigten belegen die Leistungsfähigkeit der Olympus E-500 auch in diesem Bereich.
Wer nicht mit professionellen Ansprüchen an diese Kamera herangeht, wird bei gelegentlicher Verwendung von High-ISO-Einstellungen und Nutzung von RAW kaum an die Grenzen des Machbaren stossen - für alle anderen gibt es bezüglich des Bildrauschens professionelleres Gerät im Markt, das in der Regel aber auch ein Vielfaches der Olympus E-500 kostet.
Die Belichtungsgenauigkeit der Olympus E-500 muss - wie bei der Olympus E-300 - etwas differenziert gesehen werden. Auch hier wieder macht die ESP-Messung bei sehr (!) extremen, hellen Bildanteilen in der Mitte die Blende zu weit zu, unterbelichtet. Dieses Manko war bereits beim Schwestermodell in anfangs sehr ausgeprägter Form feststellbar, wurde im Laufe der Zeit durch ein Firmware-Update verbessert und in etwa auf dieser Verbesserungsstufe ist dann auch die Olympus E-500 angesiedelt.
Ich empfehle hier - wie bei der Olympus E-300 - die mittenbetonte Messung als das wesentlich idealere Instrument, da sie trotz ihres Schwerpunktes auf die Bildmitte trotzdem das Gesamtmotiv gleichmässiger gewichtet und in aller Regel zu ausgeglicheneren Ergebnissen verhilft.
Wie das Schwestermodell auch, besitzt die Olympus E-500 eine Spotmessung, die etwa 2% des Bildfeldes zur Messung berücksichtigt. Hier ist sogar noch eine Erweiterung durch den Nutzer um zwei weitere Spotmessmethoden möglich, die zum einen eine leichte Überbelichtung, zum anderen eine leichte Unterbelichtung ermöglichen. Die Olympus E-500 ist somit durch Feintuning auf alle erdenklichen Motiv- und Belichtungssituationen einstellbar (dies ein Feature, das keine andere mir bekannte Kamera bis hin zum semiprofessionellen Segment bietet).
Grundsätzlich ist bei der Olympus E-500 ein leichter Hang zur Unterbelichtung festzustellen, um speziell im JPEG-Modus mit seinem gegenüber RAW etwas eingeschränkten Dynamikbereich ein Ausfressen der Lichter zu vermeiden. Wem dies nicht gefällt, der kann durch einfache Pluskorrektur per Tastendruck und Drehrad eine grundsätzlich etwas grosszügigere Belichtung als Basiswert einstellen (plus/minus volle drei Blendenwerte in Drittelschritten) und so der Unterbelichtung entgegenwirken. Da diese Korrektur auf dem wahrlich riesengrossen Display und im Sucher unübersehbar angezeigt wird, ist eine Permanentkontrolle augenfällig möglich.
Das aufgenommene Bild wird übrigens verzögerungsfrei auf dem Display in der Rückschau angezeigt, das Hineinscrollen bis zur 14-fachen Vergrösserung geschieht ohne jeden weiteren Tastendruck durch blosses Drehen des Daumenrades, das Verschieben des dann zu sehenden Ausschnittes erfolgt über die vier Richtungstasten des Menükreuzes.
Neben der bereits erwähnten Histogrammeinblendung in diversen Varianten steht als wirklich professionelles Fetaure auf Tastendruck eine Shadow- und Highlighteinblendung zur Verfügung, bei der dem Nutzer durch Blinken der entsprechenden Bildteile Unter- bzw. Überbelichtungszonen im Bild dargestellt werden. Ein Feature, das in der Praxis von mir als sehr hilfreich angesehen wird.
Der Weissabgleich als Teil der Bildqualität hat bei mehr als tausend Probeaufnahmen keine grundsätzlichen Probleme offenbart, funktioniert vielmehr in Automatikeinstellung sehr gut und exakt. Wie vorher schon erwähnt, ist dies jedoch abhängig vom Vorhandensein eines 'Farbspektrums' im Bild, das der Kamera gestattet, Anhaltswerte für die Farbe Weiss zu finden.
Durch das Fehlen eines externen Weiss-Sensors wird hier bei der Olympus E-500 der Weisswert nur aus den Bilddaten selbst erzeugt, dies bedingt, dass das Bild nicht ausschliesslich aus einem Farb-Grundwert besteht (grüne Wiese vor grünem Wald ohne Himmelsanteile kann zu Verfälschungen führen). Das spielende Kind auf der grünen Wiese vor grünem Wald jedoch und ein kleiner Himmelsanteil reicht schon aus, um zu exakten Ergebnissen zu kommen. Spezielle Formen der Beleuchtung wie Natrium-Dampflampen etc. können ebenfalls zu Irritationen führen. Dies ist Digitalkamera-üblich und in der gesamten Klasse anzutreffen. Hier steht dem Nutzer der manuelle Eingriff frei, der die Kamera an die Gegebenheiten anpasst (oder eben nachträglich im RAW-Konverter).
Die Olympus E-500 bewegt sich in ihrer Weissabgleich-Verlässlichkeit nach meinen Beobachtungen absolut auf dem Niveau des Konkurrenzumfeldes, generiert keine Vorteile, zeigt aber auch keine Nachteile.
Grundsätzlich ist eine leicht wärmere Bildgesamtabstimmung der Olympus E-500 eigen, die angenehm anzuschaunde Bilder liefert. Diese werksseitige Basiseinstellung dürfte den Vorstellungen der meisten Gelegenheitsfotografen entgegenkommen. Wer seine Bilder individueller auf den eigenen Farbgeschmack anpassen will, kann dies entweder durch manuellen Weissabgleich oder eben auch durch Mausklick im RAW-Konverter.
Die grundsätzliche Detailwiedergabe der Olympus E-500 ist sehr hoch und damit auf klassenüblichem Niveau der 8-Megapixel-Kameras. Dies wird nicht nur durch zahlreiche eigene Testaufnahmen, sondern auch durch die u.a. bei dpreview.com zu sehende Auflösungsleistung im Konkurrenzumfeld klar bewiesen.
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Beispielbild E-500 mit Zuiko Digital 14-54mm, F2.8-3.5 |
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Brennweite 41mm bei Blende 7,1
JPEG aus der Kamera, verkleinert auf 844 x 1200 Pixel
JPG - 844x1200 Pixel - 936 kB
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Beispielbild E-500 mit Zuiko Digital ED 50-200mm, F2.8-3.5 |
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Brennweite 83mm bei Blende 5,0
JPEG aus der Kamera, verkleinert auf 1200x924 Pixel
Zur Dynamik-Verdeutlichung
JPG - 1200x924 Pixel - 976 kB
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Beispielbild E-500 RAW bei ISO 1600 |
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RAW aus der Kamera, verkleinert und nach JPEG gewandelt
Entwickelt mit RAWShooter mit Entrauschung 30/30 von 100/100
JPG - 1200x878 Pixel - 1,2 MB
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Beispielbild E-500 RAW bei ISO 1600 |
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RAW aus der Kamera, verkleinert und nach JPEG gewandelt
Entwickelt mit RAWShooter mit Entrauschung 30/30 von 100/100
JPG - 900x1200 Pixel - 1,2 MB
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Fazit des kleinen Praxistestes |
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Die Olympus E-500 ist eine relativ kleine (ohne ZU KLEIN zu sein), sehr gut verarbeitete Digital-SLR, die hohe Wertigkeit vermittelt. Ihr Ausstattungsdetails heben sie weit aus der Einsteigerklasse heraus, ihr bildqualitatives Können ist bei richtiger Einstellung bzw. Nutzung der Kamera hoch. Die Bildergebnisse zeichnen sich durch Brillanz und saubere, klare Farbwiedergabe auf hohem Niveau aus.
Nachteile wie das relativ kleine Sucherbild und insbesondere die Platzierung der Anzeigen auf der rechten Seite dessen, das im Konkurrenzumfeld höhere ISO 800 und ISO 1600 Rauschen, das Fehlen eines zusätzlichen Hochformatgriffes (nicht adaptierbar), die Non-Permanent-Anzeige des Akkuzustandes und der fehlende Okularverschluss (in dieser Klasse und darüber hinaus allerdings üblich) werden bei Weitem aufgewogen durch die aussergewöhnlichen Vorteile dieser Kamera.
Die Olympus Olympus E-500 ist äusserst einfach in ihren Grundfunktionen bedienbar, alle aufnahmewichtigen Parameter sind durch simplen Tastendruck anwähl- und verstellbar. Das überragende Display stellt die Bilder grossformatig und sauber dar, zeigt alle Einstellungsparameter selbst für Brillenträger gut erkennbar an und ist als solches alleine schon ein Highlight.
Die Kamera erfüllt in all ihren Funktionen vollumfassend die Anforderungen der Zielgruppe, ist nach heutigem Stand in der Kombination mit den beiden Kitoptiken Zuiko Digital 14-45mm, F3.5-5.6 und Zuiko Digital 40-150mm, F3.5-4.5 ein vermutlich unschlagbares Angebot, das nicht nur Einsteigern in die Welt der digitalen SLR-Fotografie sehr viel Spass zu vermitteln mag, sondern auch engagierten Amateuren eine immense Auswahl an Features zur Verfügung stellt, die noch vor nicht allzu langer Zeit ausschliesslich der Profiklasse zuzuordnen waren.
Die Olympus E-500 ist eine Kamera, die ganz einfach - im wahrsten Sinne des Wortes - viel Spass macht, zum Spielen reizt, aber alles andere als ein Spielzeug ist.
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Über den Autor dieses Testes |
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Heinz-Guenter Hamich ist Event- und Pressefotograf mit internationaler Erfahrung. Im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit hat er umfangreiche Erfahrungen mit digitalen SLRs der führenden Hersteller gesammelt und darf somit durchaus als kompetenter Branchenkenner bezeichnet werden.
Wie bereits mehrfach in unseren Foren unter Beweis gestellt, ist er stets in der Lage, ohne Markenverliebtheit und unter Wahrung aller Objektivität sich den Produkten verschiedener Hersteller zu widmen und diese fair denen der Mitbewerber in diesem heiss umkämpften Markt gegenüberzustellen. (Stefan Hendricks, oly-e.de)
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