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Das Buch zum E-System
Frank Späth, Fachbuchautor wie Olympus-Kenner, legt mit mit seinem neuen Werk \"Das E-System\" nun das dritte Buch vor, welches sich mit den Olympus Topmodellen, also der E-Reihe, auseinandersetzt.

Ob das Buch für Sie eine Anschaffung wert ist, müssten Sie anhand dieser Rezension schon selbst entscheiden - uns jedenfalls hat es sehr gefallen.

Frank Späth versucht mit dem Buch viele Fragen zu beantworten, was auch schon am Klappentext deutlich wird:

Jetzt bestellen Was ist das Revulutionäre am Olympus E-System? Was unterscheidet die neue Olympus Spiegelreflexwelt von SLR-Systemen anderer Hersteller? Weshalb kommen die Olympus-Ingenieure bei einem digitalen SLR-System mit 5 Megapixel aus? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Autor Frank Späth in seinem Buch über das Olympus E-System, in dem er erstmals auch Profifotografen zu Wort und \"zu Bild\" kommen lässt. Sechs Meister ihres Faches haben mit der Olympus E-1 fotografiert und äußern hier ihre Meinung. So entstand ein Buch, das weit über ein Kamerasystembuch hinausgeht. Neben den gewohnt verständlichen Erläuterungen zu Technologie, Praxis und Zubehör des Autors zum Kamerasystem erhalten Profis, Semi-Profis und interessierte Fotoamateure auch Anregungen, Tipps und Ratschläge arrivierter (Anm. oly-e.de: arriviert = anerkannt, erfolgreich) \"Kollegen\". Besonders aufschlussreich immer dann, wenn einer der Profifotografen bisher noch nie mit einer Digitalkamera gearbeitet hat.

Eines vorweg: Der Klappentext bringt in wenigen Sätzen auf den Punkt, worum es in dem Buch geht, dem wäre eigentlich nichts hinzuzufügen ... wir versuchen es aber dennoch.

Das mehr als 200 Seiten starke Hardcoverbuch kommt modern daher und wirkt gleich vertraut, denn sein Design ist an die Corporate Identity des E-Systems angelehnt. Zu jeder Zeit reich bebildert und mit Grafiken sowie Beispielfotos und Informationskästchen garniert ist es zudem gut gegliedert und bietet abwechslungsreiche Informationen.

Nach einem Vorwort des Autors folgt ein knapper Rückblick auf die Historie der digitalen SLRs im Hause Olympus. Dies geht zurück bis Anfang 1997 (C-1000L) und endet mit der E-20, die Ende 2001 auf den Markt kam.

Im Anschluss erfolgt der 40 Seiten starke Technologie-Teil. Dies beginnt mit der Philosphie des Four Thirds Standards sowie den Gründen, warum Olympus und Kodak sich zu diesem Schritt entschlossen haben, auch immer mit einem vergleichenden Blick auf die KB-basierenden Lösungen anderer Hersteller.
Alleine der CCD-Sensor wird - mitsamt allgemeinen Informationen zur CCD-Technologie - auf 10 Seiten erklärt, und zwar auch für Laien verständlich. Im Anschluss daran kommt Frank Späth vier Seiten lang auf den Ultraschall-Staubfilter der E-1 zu sprechen und erläutert Arbeitsweise, Vorteile sowie Grenzen dieses Systems.
Nach jeweils knappen Abhandlungen über \"das Rechenzentrum\", also der Elektronik der Kamera sowie Verschluss und Gehäuse (übrigens immer mit Fotos dieser \"Innereien\", also Bilder die man sonst eher selten zu Gesicht bekommt) geht es 14 Seiten lang um die Zuikos, also die Objektive des E-Systems. Neben den Vorteilen gegenüber herkömmlichen KB-Objektiven geht der Autor auf die telezentrische Bauweise genauso ein wie auf die Kommunikation der Zuikos mit der Kamera und wozu diese genutzt wird. Wussten Sie übrigens, dass z.B. die Frontlinse des 300er Teles ganze 3 Tage lang feinpoliert wird, um ein Maximum an Bildqualität liefern zu können? Wir jedenfalls wussten es nicht.

Mehr als 60 Seiten nimmt der Praxisteil des Buches ein. Er führt Einsteiger wie Profis an die Bedienung der E-1 heran und macht den Anwender mit dem System und seinen umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten vertraut. Immer anhand von praxisbezogenen Aufgaben und mit entsprechenden Bildbeispielen geht Frank Späth nicht nur auf die wichtigsten Parameter und Bedienelemente ein. Ob Farbraum, Kontrast und Schärfe, Weissabgleich samt Bracketing, Farbraum, Aufzeichnungsformate, ISO, Rauschen und Gegenmassnahmen uvam. - wer dieses Kapitel durchgearbeitet hat (idealerweise natürlich mit bereitliegender Kamera für eigene Experimente), der sollte anschliessend um die vielfältigen Möglichkeiten seiner Kamera wissen. Jedenfalls macht es anhand dieses Buches deutlich mehr Freude sich der Kamera zu nähern, als mit der eher nüchtern anmutenden Bedienungsanleitung.
Dennoch gibt es zwei kleine Kritikpunkte an diesem Teil des Buches: Eher drucktechnischer Natur ist die Ursache, dass bei manchen der Vergleichsbilder die Unterschiede zwischen verschiedenen Einstellungen im (abgegedruckten) Bild nicht mehr zu erkennen sind, was aber kaum dem Autor anzulasten ist. Schwerer wiegt da schon, dass auf das Kapitel \"Blitztechnik\" nur sehr knapp eingegangen wurde. Auch wenn die E-1 keinen eingebauten Blitz hat, so handelt es sich doch um ein \"Systembuch\" und da hätte zumindest der Umgang mit dem FL-50 und dessen technischen Finessen wie die FP-Kurzzeitsynchronisation einen festen Platz verdient.

Die darauf folgenden dreissig Seiten stammen von Heinz-Jürgen Kruppa und beschäftigen sich mit Profi-Produktionen mit dem Olympus E-System. Es handelt sich um wiederum reich bebilderte Schilderungen von 6 verschiedenen Profi-Fotografen und deren Arbeit und Ergebnisse mit dem Olympus E-System. Im einzelnen sind dies Achim Lippoth (People, Kinder), Joachim Baldauf (Beauty), Jo van den Berg (Still), Stefan Schütz (Sport, Reportage), Kanjo Take (Still, Fashion) und Paul Schirmhofer (Society, Portrait). Einleitend heisst es Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen professioneller Fotoproduktionen. Sechs Berufsfotografen [...] zeigen, wie sie mit dem Olympus E-1 System arbeiten. Wertvolle Motiv-Anregungen, Technik und Beleuchtungs-Tipps sowie Kommentare der Profis, und genau das erwartet den Leser auf den folgenden Seiten - mehr möchten wir an dieser Stelle nicht verraten, ausser dass dieses Kapitel lesenswert und kurzweilig ist.

Im anschliessenden Zubehör-Teil wird auf 40 Seiten auf die Systemwelt des E-Systems eingegangen. Sämtliches aktuell (Stand November 2003) lieferbare Zubehör wird hier vorgestellt - was aber auch heisst, dass z.B. Ringblitz und Twinflash leider keine Erwähnung finden. Dafür werden aber auch kleinere Teile wie z.B. Sucherscheiben, Fernauslöser und Okularmuscheln nicht vergessen.

Abschliessend gibt es auf den letzten Seiten noch einige Surftipps rund um das Thema E-System.

Fazit: Ein gelungenes, kurzweiliges und sinnvolles Beiwerk zum E-System. Besonders das eingeschobene Kapitel über die Profis und deren Arbeit gefällt und hebt das Buch damit erfrischend von der \"üblichen Machart\" solcher Bücher ab. Trotz unserer Kritik, was die zu knappe Behandlung des Themas Blitztechnik angeht, ist das Buch auf jeden Fall eine Empfehlung wert - in das Regal eines Olympus bzw. E-System Fans gehört es auf jeden Fall.

Hofbäckerei2
Kamera: E-System E-3
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von Helmut Burkard

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